RE: Hülsenfrüchte

#16 von Chris (edubily) , 01.02.2016 22:53

Zitat
Und das ganz ohne Nahrungsergänzungsmittel und einem durchlebten Krieg mit all dem Mangel und Entbehrung.



Ich schaue mir schon seit Jahren Videos von vielen verschiedenen "Gurus" an. Guru ist hier gar nicht böse gemeint.

Auch um meinen eigenen Horizont zu erweitern. Denn das menschliche Gehirn nagelt sich gerne schnell fest, wenn die Beweisführung adäquat erscheint - da wir aber häufig nur die eine Seite hören (und mit dem Kopf nicken, weil wir sowieso nur unsere Thesen bestätigt haben wollen), werden wir oft nicht erfahren, dass auch andere Seiten vernünftige Beweisführungen haben.

Dr. McDougall ist so einer, der mir auch gut gefällt.

Er ist zwar Veganer (so scheint es mir jedenfalls), aber es gefällt mir, was er in seinen Jahren als Arzt gelernt hat. Vor allem bezüglich seiner Erfahrung auf Hawaii vor 30-40 Jahren.

Er hat live mit erlebt, wie die alte "Arbeitergeneration", die sich ausschließlich von Reis und Co. ernährte, gesund (klassische Zivilisationskrankheiten) war, sich gewandelt hat. Die nächste Generation ernährte sich "Western diet"-mäßig, war krank und fett. Er setzte seine Patienten dann auf die "traditionelle Ernährung" und ... die wurden wieder gesund.

Logisch: Das ist sicher nicht das, was wir unter "Optimal" verstehen. Aber darum geht es auch nicht immer.

Auf der anderen Seite glauben wir heute, alles überperfekt machen zu müssen und übersteuern dabei sehr hart bisweilen.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Hülsenfrüchte

#17 von Yeti , 02.02.2016 09:56

Man darf auch nicht vergessen, dass mit der Zeit auch das Wissen über die adäquate Zubereitung mehr und mehr verloren gegangen ist. Selbstverständlich hat Oma die Bohnen einen Tag vorher gewässert, heute kommen die Bohnen meistens aus der Dose. Ist ja auch irgendwie eingeweicht, aber wir haben das selbst aus der Hand gegeben und machen uns davon abhängig, was man uns vorsetzt. Gilt für Brot genauso: Nicht nur, dass das Mehl aus hochgezüchteten Sorten gewonnen wird, die auf ausgemergelten Böden wachsen, sondern auch die traditionellen Backmethoden gelten heute als unrentabel. Wer wundert sich da über das Resultat?



 
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RE: Hülsenfrüchte

#18 von Vlad , 02.02.2016 10:44

Zitat von Yeti im Beitrag #17
Selbstverständlich hat Oma die Bohnen einen Tag vorher gewässert, heute kommen die Bohnen meistens aus der Dose


Ja, einen Tag vorher gewässert und die (Weißen) Bohnen 3+ Stunden lang gekocht zusammen mit einer Reihe von Gewürzen und geräucherten Rippchen.

Dennoch weiß ich nicht, wie ich z.B. mit Kidneybohnen aus der Dose verfahren soll? Ich wasche die immer ordentlich ab und gare die dann durch. Weiß aber nicht ob das auch ausreicht.


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RE: Hülsenfrüchte

#19 von Simu , 02.02.2016 11:06

@ Vlad

Bekommst du keine Blähungen und stinkenden Fürze, dann hast du die Antonährstoffe wenigstens so reduziert, dass es für dich verträglich ist. Ich persönlich würde mir darüber aber nur eingehend Gedanken machen, wenn du regelmässig und viel Hülsenfrüchte isst. Isst du die nur ab und zu und hast sonst einen gesunden DArm, dann verträgt ers durchaus auch mal, wenn er etwas belastet wird!


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RE: Hülsenfrüchte

#20 von terrarianer , 02.02.2016 11:11

Hat jemand eine Liste mit dem Phytingehalt von Getreide zur Hand, insbesondere quinoa und Buchweizen. Habe keine Zeit selbst zu suchen: )


 
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RE: Hülsenfrüchte

#21 von Chris (edubily) , 02.02.2016 12:05

Zitat
Man darf auch nicht vergessen, dass mit der Zeit auch das Wissen über die adäquate Zubereitung mehr und mehr verloren gegangen ist. Selbstverständlich hat Oma die Bohnen einen Tag vorher gewässert, heute kommen die Bohnen meistens aus der Dose. Ist ja auch irgendwie eingeweicht, aber wir haben das selbst aus der Hand gegeben und machen uns davon abhängig, was man uns vorsetzt. Gilt für Brot genauso: Nicht nur, dass das Mehl aus hochgezüchteten Sorten gewonnen wird, die auf ausgemergelten Böden wachsen, sondern auch die traditionellen Backmethoden gelten heute als unrentabel. Wer wundert sich da über das Resultat?




Genau. Aber das hat doch nichts mit Pflanzen per se zu tun.

Denn das Gleiche gilt auch für Fleisch und die vielen anderen Lebensmittel heute.


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RE: Hülsenfrüchte

#22 von EvPow , 02.02.2016 12:19

Welche Art Ballaststoffe enthalten Hülsenfrüchte?

Man hört immer nur von Resistenter Stärke Typ 2 /3, gibt es eine Ballaststoff-Übersicht?


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RE: Hülsenfrüchte

#23 von tomilla , 02.02.2016 13:56

Entweder ein Zufall oder Nico Richter liest auch regelmäßig edubily:

http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrun...ruechte-gesund/

Bei den Überschriften kann einem ja

"So werden Hülsenfrüchte gesund"

"Warum Hülsenfrüchte eigentlich nicht gesund sind"

"Hülsenfrüchte gesund machen" - Magic



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RE: Hülsenfrüchte

#24 von Vlad , 03.02.2016 09:50

@Simu,

wenn ich die Kidney-Bohnen aus der Dose gut ausspüle, anschließend ordentlich erhitze und gut mit Kreuzkümmel würze, dann sind die Bohnen nicht so das Problem. Wo ich noch Probleme habe sind Kartoffeln in größeren Mengen, vor allem die kalten, RS (Kochbananen; Flohsamen gehen nur in kleinen Mengen) und absolutes No-Go sind z.B. Haferflocken und Pumpernickel (Roggen) -> mit den letzten beiden bin ich nicht gesellschaftsfähig.

Ich hatte eine Stuhl-Untersuchung bei fairvital hinter mir im September. Ergebnis war pH von 6,5 (Referenzwert ist 5,5-6,5), also an der Grenze zum basischen. E. coli leicht über dem Normwert und Enterococcus species und Lactobacillus species zu niedrig.

Habe das empfohlene Probiotika-Präparat von fairvital genommen und hinterher auch noch das von Bulkpowders. Hatte aber nicht das Gefühl, dass es wirklich geholfen hat. Erst jetzt, knapp 11 Monate nach Nahrungsumstellung und gut 2 Monate nach dem ich die Probiotika hinter mir habe, habe ich das Gefühl, dass es sich langsam bessert. Anscheinend braucht es einiges an Zeit und man muss durch das "Furztal" durch. Ich weiß nicht in wie fern so Maßnahmen wie Glutamin und Zink dazu geholfen haben.

Habe vor in so 2-3 Wochen noch eine Untersuchung zu machen.

Zitat von Simu im Beitrag #19
@ Vlad

Bekommst du keine Blähungen und stinkenden Fürze, dann hast du die Antonährstoffe wenigstens so reduziert, dass es für dich verträglich ist. Ich persönlich würde mir darüber aber nur eingehend Gedanken machen, wenn du regelmässig und viel Hülsenfrüchte isst. Isst du die nur ab und zu und hast sonst einen gesunden DArm, dann verträgt ers durchaus auch mal, wenn er etwas belastet wird!


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RE: Hülsenfrüchte

#25 von H_D , 03.02.2016 10:08

Ich würde die Sachen aus Dosen grundsätzlich weitestgehend streichen (Bisphenol A).

Auch finde ich Blähungen selbst sind nicht unbedingt ein Marker für Un-/Verträglichkeit. Wenn ein "Normaler" richtig fermentiertes Sauerkraut isst flatulieren auch viele erstmal vor sich hin.

Was mich am Artikel aber interessieren würde, da sich vor allem viele Kraftsportler extrem eiweißreich ernähren:
welche falschen Darmbakterien werden denn bei (zu)viel Eiweiß gefüttert?


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RE: Hülsenfrüchte

#26 von Chris (edubily) , 03.02.2016 11:13

@HD

Das hat mehrere Gründe. Wer viel Protein isst, kriegt Bakterien, die u. a. gerne Protein verdauen. Ein "Carnivor"-Typ des Mikrobioms in Nicht-Carnivoren ist produzierbar, vor allem mit viel Fleisch und Co. und steht im Zusammenhang mit pathologischen Veränderungen, z. B. Entzündungen.

Ein Wissenschaftler des Human Gut Project sagte einmal: Es scheint nicht so sehr Fleisch per se zu sein, sondern eher die Tatsache, dass bei einer Fleisch-reichen Kost eben die Ballaststoffe zu kurz kommen, die für ein förderliches Milieu sorgen.

@Vlad

Na ja, den pH shiftet man ja nicht unbedingt mit Probiotika. Deine Bakterien müssen kurzkettige Fettsäuren basteln - switche doch mal die Produkte, die du genommen hast. Wir haben resistentes Dextrin ausgiebig getestet und es *bei weitem* verträglicher als Kartoffelstärke und Co.

Und "Gas" ist kein schlechtes Zeichen, solange es nicht zum Blähbauch oder Bauchschmerzen führt. Leichte Gasbildung zeigt: Da arbeitet jemand für uns.


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RE: Hülsenfrüchte

#27 von Vlad , 03.02.2016 11:29

@Chris,

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #26

@Vlad

Na ja, den pH shiftet man ja nicht unbedingt mit Probiotika. Deine Bakterien müssen kurzkettige Fettsäuren basteln - switche doch mal die Produkte, die du genommen hast. Wir haben resistentes Dextrin ausgiebig getestet und es *bei weitem* verträglicher als Kartoffelstärke und Co.


Danke für den Hinweis, werde ich ausprobieren

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #26

Und "Gas" ist kein schlechtes Zeichen, solange es nicht zum Blähbauch oder Bauchschmerzen führt. Leichte Gasbildung zeigt: Da arbeitet jemand für uns.



Das bisschen Gas ganz normal ist wenn man viel und vor allem Ballaststoffreich ist, ist mir klar. Aber es gibt schon Unterschiede, zwischen ein bisschen "Gas" und "alle 2 Minuten Gas, was die Tapeten von den Wänden reißt: sowohl laut- als auch geruchs-technisch"


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RE: Hülsenfrüchte

#28 von Chris (edubily) , 03.02.2016 11:33


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Hülsenfrüchte

#29 von Bernd , 03.02.2016 14:03

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #26


Und "Gas" ist kein schlechtes Zeichen, solange es nicht zum Blähbauch oder Bauchschmerzen führt. Leichte Gasbildung zeigt: Da arbeitet jemand für uns.



Hallo,

wie heißt es doch so schön und womöglich auch treffend im süddeutschen Volksmund?

"Wenn´s Arschl brummt, ist´s Herzl gsund"!

Gruß Bernd


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RE: Hülsenfrüchte

#30 von Yeti , 03.02.2016 15:44

Zitat von Bernd im Beitrag #29
"Wenn´s Arschl brummt, ist´s Herzl gsund"!

Das ist die volkstümliche Kurzfassung von Markus' Beitrag hier: Resistente Stärke
Zitat von Markus im Beitrag RE: Resistente Stärke
Homo sapiens selbst braucht es nur indirekt, aber seine Darmflora, also immerhin 90% der Zellen des Systems "Homo Sapiens"...kurz und knackig, ganz ohne seitenlange Ausschweifungen, ist es bevorzugte Nahrung vieler gutartiger Familien von Darmbakterien, die daraus wiederum andere Stoffe produzieren, von denen wiederum andere Bakterienfamilien leben können. Also das ganze Ökosystem Darm lebt zum guten Teil davon, es fängt damit an. Natürlich nicht nur davon, sondern auch von anderen Ballaststoffen oder etwa Polyphenolen natürlich. Hierbei entstehen auch Vitamine, Neutrotransmitter usw. die der Mensch aufnehmen kann. RS ist aber mengenmäßig der größte Beitrag! Bei der RS entsteht aber auch Butyrat (Buttersäure), von denen wiederum die Epitheliazellen leben, es ist deren bevorzugte Nahrung. (Kleiner Tipp am Rande: L-Glutamin kommt gleich danach) Also die dieser nur eine Zellenlage dicken Abgrenzung des Darm. Was RS wiederum für Menschen, die an dem Themenkreis Leaky Gut, Reizdarm und IBS (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) leiden recht interessant macht! Und ebenso für solche, die an einem Mangel etwa von Serotonin leiden, Depression ist mittlerweile eine Volkskrankheit.


 
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