Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#1 von Yeti , 25.01.2016 16:34

Hallo liebe edubily-"Gemeinde",
ich frage mich seit einiger Zeit, ob und wie es möglich ist, sich adäquat mit allen Mikronährstoffen zu versorgen, ohne haufenweise Nahrungsergänzungsmittel zu schlucken. Mit "adäquat" meine ich jetzt nicht nur, dass der Arzt einen nicht sofort krank schreibt, wenn er die Blutwerte sieht, sondern dass wirklich von allem ausreichend da ist.

Ich habe kürzlich das Ergebnis der Haarmineralanalyse bekommen und fand mein Ergebnis eher ernüchternd. Ich hatte nicht unbedingt überall Top-Werte erwartet, halte meine Ernährung aber für ausgewogen, abwechslungsreich und gesund. Ich esse viel Gemüse, mehr (vorzugsweise mageres) Fleisch als früher, mehr Fisch, täglich mein Schälchen Quark und Obst. Mehr Kartoffeln und Reis, dafür weniger Getreide. Es gibt nun Dinge zu futtern oder trinken, die kannte ich früher gar nicht: Chia-Samen, Soja-Lecithin, Whey-Protein. Wenn meine Freundin nicht zuhause ist, brate ich mir Leber (sie mag sie nicht) und ich rühre mir täglich Kartoffelmehl ins Wasserglas.

Nun kam das Ergebnis der HMA und Calcium, Magnesium, Zink liegen am unteren Ende des Referenzbereichs, Kupfer darüber. Die meisten anderen Werte auch eher im unteren Mittelfeld, bis auf 3 toxische Elemente, die bei mir erhöht sind (Quecksilber, Cadmium und Blei). Da frage ich mich als ernährungsbewusster Mitbürger natürlich, was bei mir schief gelaufen ist. Ich muss dazu sagen, dass ich im letzten Jahr ca. 15kg abgenommen habe. Anfangs habe ich sicherlich auch die typischen Fehler gemacht und mich über die schnell purzelnden Kilos gefreut. Ich habe aber schon bald auf die Abnehm-Bremse getreten und habe das Gefühl, dass ich seit längerer Zeit (mindestens das letzte halbe Jahr) mehr esse als früher, nur anders. Ich fahre täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit, mache zuhause 2-4 mal pro Woche 30 min. Krafttraining (BWE). Ich bin 45 Jahre alt und seit 11 Jahren Nichtraucher, habe keine Zahnfüllungen. Woher die erhöhten Schwermetallwerte kommen, ist mir schleierhaft.

Mein ganzes Befinden hat sich im letzten Jahr drastisch verbessert, woran natürlich das Plus an körperlicher Bewegung einen entscheidenden Anteil haben dürfte. Leider habe ich keine Übersicht über meine Mineralstoffwerte von vor einem Jahr, so dass ich auch nicht sagen kann, ob das jetzige Ergebnis bereits eine Verbesserung gegenüber früher darstellt oder ob sich die Werte sogar verschlechtert haben.

Ich ergänze aktuell erst einmal die "Basics": Calcium, Magnesium, Zink und werde demnächst noch einige Blutwerte checken lassen (geplant: Ferritin, Cholesterin, Vit. A., SD-Hormone + Vorschläge?). Trotzdem beschäftigt mich die Frage, ob ich meine unterdurchschnittlichen Werte auch über natürliche Lebensmittel in einen zufriedenstellenden Bereich bekomme?

Ich bin auf eure Erfahrungen gespannt.

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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#2 von Simu , 26.01.2016 07:32

Hei ich versuche aktuell mal für eine Zeit lang , soviel wie möglich über die Ernährung reinzuholen. Was ich allerdings jetzt schon sagen kann, es braucht relativ viel Zeit sein Essen zuzubereiten, es braucht viel Zeit soviel zu essen und billig ist das auch nicht. Aber grob gesagt besteht meine Ernährung aus mindestens 0.5kg Gemüse, 0.5kg Früchten, 0.5kg Fleisch und Eier, 0.5-1.5kg Kartoffeln und Süsskartoffeln, ab und zu gibts noch 100-200g weisser Reis dazu.

Damit erreiche ich wenigstens theoretisch eine sehr gute Abdeckung der Nährstoffe. Einzig Jod und Vitamin D werden damit nicht optimal gedeckt!

Wenn du mal schauen willst, was ich an so einem Tag alles esse:

https://www.facebook.com/simon.schlatter1/posts/10208595579866967?pnref=story


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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#3 von Yeti , 26.01.2016 10:14

Hallo Simu,
vielen Dank für den Link. Viele der bei dir gelisteten Lebensmittel stehen auch bei mir regelmäßig auf dem Tisch.
Ich habe es nicht abgewogen, aber gestern sah es z.B. so aus:
Frühstück: Karotte, Paprika, Tomaten, Gurke, Magerquark, Joghurt, Chiasamen, Nüsse, Kaffee
Mittag: Karotten, Tomaten, Magerquark, 2 Eier, 1 Forellenfilet
Nachmittag: 1 Stück Kuchen
Abend: Rinderleber, Brokkoli, Zwiebel, Kartoffeln, Kokosöl, Butter

Das Frühstück sieht bei mir meistens gleich aus. Mittags gehe ich ab und zu mit in die Kantine, wenn es was Brauchbares gibt oder ich bringe mir was mit wie oben beschrieben. Abends gibt es meine Hauptmahlzeit mit Fisch/Fleisch, Gemüse und Kartoffeln/Süßkartoffeln/Reis/Nudeln. Die Menge hängt davon ab, was es zum Mittag gab.

Ergänzend gibt es Soja-Lecithin, 1 gehäuften EL Kartoffelmehl in Wasser, 1 Whey-Shake und aktuell zum Anheben des Spiegels 800mg Magnesium (aus Magnesiumcitrat), 1500mg Calcium, 50mg Zink


 
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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#4 von H_D , 26.01.2016 10:50

Du weißt halt nie was
- von den Angaben wirklich in den Lebensmitteln enthalten ist (auf Grund Fütterung, Düngung, Bodenbedingungen etc)
- wirklich im Körper ankommt (auf Grund schlechter Resorbtion, Verfügbarkeit, Antinährstoffe etc)

ist aber bei NEM teilweise genauso


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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#5 von exii , 26.01.2016 11:06

ein optimum wird man nicht erreichen können nur allein durch essen, sei es weil a belastet ist durch b, die angaben wie schon gesagt, nicht 100 % verifizierbar sind. usw.


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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#6 von Simu , 26.01.2016 11:15

Zitat von exii im Beitrag #5
ein optimum wird man nicht erreichen können nur allein durch essen, sei es weil a belastet ist durch b, die angaben wie schon gesagt, nicht 100 % verifizierbar sind. usw.



Genau so wenig wirst du niemals mit NEM's ein Optimum erreichen. Der Körper ist viel zu komplex, als dass man ihm jemals alles in perfekter Dosierung bieten könnte. Ich bin allerdings der Meinung, das mit 0.5kg tierischen Produkten, plus 1.5-2.5kg Grünzeug das meiste in genügend grossen Mengen vorhanden ist. Nur ist so eine Ernährung zeitintensiv und teuer, somit für mich auf lange Sicht auch nicht immer praktizierbar. Also werde ich auch in Zukunft immer wieder mit NEM's versuchen Lücken zu schliessen oder mal gewisse Speicher wieder zu füllen!


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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#7 von Yeti , 26.01.2016 11:18

Zitat von H_D im Beitrag #4
Du weißt halt nie was
- von den Angaben wirklich in den Lebensmitteln enthalten ist (auf Grund Fütterung, Düngung, Bodenbedingungen etc)
- wirklich im Körper ankommt (auf Grund schlechter Resorbtion, Verfügbarkeit, Antinährstoffe etc)

ist aber bei NEM teilweise genauso

Exakt! Am Ende zählt, was vom Körper auch aufgenommen wird. Sucht man nach Lebensmitteln, die besonders reich an Mineralstoffen sind, findet man sie häufig in Kombination mit Antinährstoffen wie Phytinsäure und Lektinen (z.B. Vollkorn, Hülsenfrüchte). Gerade beim Getreide bin ich mir sicher, dass das Verhältnis der enthaltenen Mineralstoffe zu den enthaltenen Antinährstoffen immer schlechter wird.


 
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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#8 von exii , 26.01.2016 11:27

das schon richtig, ich wollte ja damit net sagen, daß man ein optimum mit nems erreichen kann ;)
mehr oder weniger, gibt es kein optimum, so oder so.


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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#9 von Bernd , 26.01.2016 12:33

Zitat von Simu im Beitrag #2
Hei ich versuche aktuell mal für eine Zeit lang , soviel wie möglich über die Ernährung reinzuholen. Was ich allerdings jetzt schon sagen kann, es braucht relativ viel Zeit sein Essen zuzubereiten, es braucht viel Zeit soviel zu essen und billig ist das auch nicht. Aber grob gesagt besteht meine Ernährung aus mindestens 0.5kg Gemüse, 0.5kg Früchten, 0.5kg Fleisch und Eier, 0.5-1.5kg Kartoffeln und Süsskartoffeln, ab und zu gibts noch 100-200g weisser Reis dazu.

Damit erreiche ich wenigstens theoretisch eine sehr gute Abdeckung der Nährstoffe. Einzig Jod und Vitamin D werden damit nicht optimal gedeckt!

Wenn du mal schauen willst, was ich an so einem Tag alles esse:

https://www.facebook.com/simon.schlatter1/posts/10208595579866967?pnref=story


Hallo Simu,

wenn Du in einer Diät wärst, würdest Du dann dasselbe essen? Gleiche Zusammensetzung, gleiche Menge? Oder wo würdest Du da etwas verändern?

Die FB-Fotos sind sehr schön und anschaulich. Ist Makrele Deine einzige Fettquelle? Wäre das allein nicht etwas wenig und einseitig oder wechselst Du Deine Fettquellen täglich, z. B. auch mal Kokosfett etc.? Gesunde Milchprodukte, wie Vollfettkäse und fettreiche Milch nutzt Du gar nicht?

Gruß Bernd


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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#10 von Simu , 26.01.2016 12:43

An dem Tag waren ja auch 4 Eier dabei, 2 Rühreier und 2 im Beerenshake. Und am Nachmittag noch eine Portion Schokolade und Macadamias. Dazu klebt an meinem Poulet eine deftige Curryrahmsauce Ich seh da also relativ viel Fett!

Allgemein kommt mein Fett meist aus Kokosfett,Bratbutter, Oliven, Nüssen, Fisch, Eier, Fleisch, Milch...gerade Käse ist hoch im Kurs, während der Winterzeit praktisch 1x in der Woche Raclette. Dann gibts jeweils 300g Käse auf einmal!

Und sorry das ich die meisten enttäuschen muss, aber das war ein Diättag. Das sind ca 600-1000kcal unter meinem Bedarf!


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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#11 von Vlad , 26.01.2016 14:09

Die Frage bleibt ob man sich im unter- oder iso-kalorischen Bereich befindet oder sogar zunehmen möchte.

Wenn man sich zumindest im isokalorischen Bereich befindet und so Sachen wie Eier, Innereien und Fisch zu sich nimmt, ergänzt mit einer breiten Palette an Obst, (Wurzel-) Gemüse und Kräutern, dann denke ich das es möglich ist Mikronährstoffe in mehr als ausreichender Menge zu sich zu nehmen. Allerdings ist ein bisschen Planung schon notwendig und frische Sachen sind nicht immer die billigsten und zeitaufwändiger ist es auch.

Etwas anderes ist wenn man seine Kalorien stark reduziert (und dabei noch sportlich aktiv ist) oder irgendwelche Erkrankungen vorliegen.

Aber ich denke man müsste sich für diese Diskussion einigen wo die Grenze ist. Sind so Sachen wie Gelatine-Pulver, Küchensalz mit Jod + Fluorid + Folsäure oder Whey noch Lebensmittel oder schon NEMs?


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RE: Adäquate Mikronährstoffversorgung ganz ohne NEMs?

#12 von Yeti , 26.01.2016 14:58

Zitat von Vlad im Beitrag #11
Die Frage bleibt ob man sich im unter- oder iso-kalorischen Bereich befindet oder sogar zunehmen möchte.

Hallo Vlad,
in meinem Fall ist es so, dass ich mich in den letzten Wochen isokalorisch ernährt habe und in den 4 Monaten davor wieder gezielt 3kg zugenommen habe. Wenn meine niedrigen Werte die Folge einer Mangelernährung sind, dann geht das noch auf die Abnehmphase im letzten Jahr zurück, wo ein Kaloriendefizit und eine gleichzeitige Steigerung meiner sportlichen Aktivitäten zusammen kamen. Und ich kenne wie gesagt nicht die Ausgangslage vom letzten Jahr, weder vor noch nach der Abnahme.

Ich werde das nun mal besser im Blick behalten und nach und nach die Defizite beheben.


 
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