Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#1 von phil , 11.01.2016 15:58

Hey,

ich dachte ich mach mal einen Thread gezielt zur Kälte auf. Für mich ist es morgens immer wieder ein kleiner Kampf mit dem inneren Schweinehund den Duschknauf in Richtung arktische Kälte zu drehen. Ein bisschen sich über das Thema auszutauschen und generell einfach mal nieder zu schreiben und dabei zu reflektieren was einem das Ganze eigentlich bringt, könnte bestimmt meine und evtl. auch die Kälte-Motivation anderer etwas festigen. Ich bin mittlerweile davon überzeugt das Kälte sehr viel positives bewirken kann und habe das auch schon am eigenen Leibe erfahren.

Seit ich mich der Kälte aussetze fühle ich mich ausgeglichener. Ich habe mit dem Schritt in die Kälte endlich ständig auftauchende Stimmungslöcher vermeiden können. Das war keine krasse Depression oder so, aber schon etwas in die Richtung. Ich fühlte mich teilweise etwas "gefühlsbehindert". Phasenweise(das waren meist ein paar Stunden vom Tag) konnte ich mich einfach nicht mehr normal fühlen und jeder fröhliche Moment war irgendwie mit einer Anstrengung verbunden und fühlte sich somit eher unangenehm und gespielt an.
Das habe ich auf jeden Fall aktuell nicht mehr und seitens meiner Reflektion war die Kälte wirklich der Schritt welcher mir da herausgeholfen hat.

Einen guten Artikel zu dem Thema findet man auch hier im Blog:
http://edubily.de/2015/02/kalte-thermoge...ng-zum-frieren/
Ich finde für den Einstieg kann man hier schon eine Menge nützlicher Tipps herausziehen.

Persönlich dusche ich nun seit Herbst 2015 kalt und versuche meine Kälteresistenz auch mindestens 1x wöchentlich noch intensiver zu trainieren indem ich mich in noch kälteres Wasser begebe.

Meine morgendlichen Duschen beginnen i.d.R. eigentlich warm und enden dann kalt. Am Ende hänge ich einfach 1-2 Minuten mit kaltem Wasser hinten dran. Je nach Tagesform kann es auch mal vorkommen das ich das Wasser auf nicht ganz so kalt stelle. Kennt ihr das wenn man morgens zerknittert aus dem Bett aussteigt und man auf dem Weg zum Bad schon denkt "ok, heute mal nicht kalt duschen"? Bei mir kommt das schon noch hier und da mal vor. Dennoch lohnt es sich eigentlich jedes mal wenn ich mich überwinden kann und mich etwas der Kälte aussetze. Immer schaff ich das auch nicht, aber an 6 von 7 Tagen in der Woche schon. Davon wird man wohl auch nicht sofort zum Warmduscher.

Mein intensiveres Kältetraining konnte ich im Winter im Garten in meiner Regentonne absolvieren. Dabei war mein kältestes Erlebnis bei 0°C Wassertemperatur. Hat ca. 5 Minuten gedauert und vorher musste ich eine leichte Eisschicht durchschlagen damit ich ins Wasser komme. Das war schon ganz schön kalt, aber auch irgendwie ein tolles Erlebnis. Danach schossen mir Glückshormone durch den Körper und ich hab das Grinsen garnicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Das lag zum einen aber auch wohl daran weil ich stolz auf meine Leistung war.
Ansonsten war ich bis in den Herbst auch an dem ein oder anderen Tag im Baggersee schwimmen. Eintritt frei und der ganze Badestrand für mich allein ;) yeah.

Nach den längeren "Kältetherapien" hat man noch eine Weile ein Kältegefühl. Das ist wohl normal und verschwindet dann nach einiger Zeit wieder. Ich habe das meist eine Zeit lang bewusst zugelassen (z.B. min. eine Stunde) und dann etwas wärmer eingepackt und ein Heißgetränk getrunken oder auch mal schön heiss geduscht. Was hier optimal ist, konnte ich für mich noch nicht beantworten. Den ganzen Tag bibbern bzw. kalt sein will man aber sicher nicht ;)

Bei dem Training in der Kälte sollte man wohl gut auf seinen Körper hören. Bislang hatte ich noch kein Training in der Kälte wonach ich am nächsten Tag erkältet oder krank war. Trotzdem denke ich das es Grenzen gibt, die man nicht überschreiten sollte. Langsam steigern ist hier wohl ein guter Ratschlag.

Ein gutes Körpergefühl bzw. meditative Fähigkeiten (ich glaube das trifft es ungefähr) hilft einem in der Kälte auch z.B. das Zittern zu unterdrücken. Dadurch kann man wohl die körpereigene Heizung etwas stimulieren.

Wie sind eure Erfahrungen in der Kälte?
Habt ihr noch lesenswerte Inhalte zu dem Thema?
Irgendwelche Geschichten?
Immer raus damit :)


 
phil
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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#2 von phil , 11.01.2016 16:38

Hier mal der Link zum Beginner-Guide des "amerikanischen Kältepapstes", Jack Kruse.
https://www.jackkruse.com/cold-thermogen...sy-start-guide/


 
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#3 von MadRichie , 11.01.2016 17:08

Okay, find ich gut, hier im erfahrungsbereich muss ja nicht alles nur Wissenschaftlich zerlegt werden sondern kann eben auch gut nur anhand eigener Erfahrungen gefüttert werden.
Da ich hier keine Badewanne habe und auch nicht so ein Freund von früh duschen bin (geduscht wird nach dem Sport, 2x am Tag duschen kommt mir dekadent vor und ich denke die Haut will auch nicht dauernd bewässert werden), probiere ich zurzeit, meine Anzahl an Kleidungsschichten zu reduzieren bzw meine Haut-Luft-Kontaktfläche zu vergrößern. Konkret: Level 1 zurzeit nur im TShirt draußen, aber noch lange Hose, mal sehen wann ich zur kurzen Hose wechsel. Barfuss kommt denke ich mal auf Arbeit nicht ganz so gut und ich hab auch paar Sporteinlagen die ich aus Erfahrung besser regelmäßig tragen sollte.
Ich denke mal der Sprung ins kühle Nass war nicht zwingend die Wahl unserer Vorfahren, aber kalter Luft konnte man nicht entkommen, hoffe so mal nen potenten Ansatz zu haben.

Was ich gestern gefunden habe (was mir aber leider zu teuer ist): The Quantlet.
Gibt auch nen Podcast u.a. dazu https://www.blubrry.com/jasonprall/30547...an-performance/
Ich hoffe das Ding wird bald mal in China kopiert und für nen 6tel des Preises angeboten, dann würd ich zuschlagen :D


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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#4 von Bernd , 11.01.2016 17:20

Hallo phil,

schöner Beitrag und cooles Thema!

Ich persönlich bin auch ein großer Fan von kaltem Wasser und auch der Kneippschen Prinzipien. Vor Jahren habe ich einen hartnäckigen "Tennisarm" in relativ kurzer Zeit erst durch eine Kaltwasserbehandlung wegbekommen, nichts vorher hatte geholfen. Zwar pille-palle und nichts weltbewegendes, aber für mich ein Zeichen, daß Kneipp recht hat und die Dinge funktionieren. Mal abgesehen davon, daß das Thema "Körperertüchtigung" durch kalte Luft und kaltes Wasser mich praktisch das ganze Leben beschäftigt und begleitet hat.

Ansonsten dusche ich auf jeden Fall morgens kalt und je nach Möglichkeit, Lust und "Bedarf" auch mehrmals am Tag. Dank Homeoffice ist das kein Problem. Dabei lasse ich dann das warme Wasser weg, egal wie das werte Befinden ist, frei nach Nietzsche "Was einen nicht umbringt...". Da muß man dann durch.

Ich hatte zwar bei Tim Ferris vor einiger Zeit von seinen Kaltwasserbädern gelesen, aber Wim Hof war mir bis vor kurzem noch nicht bekannt. Auch wenn ich am Stadtrand im Grünen wohne, wäre mir jetzt allerdings die Suche nach Flüsschen oder Bächen zum Reinlegen zu "aufwändig", bliebe also die gute alte Wanne. Das habe ich aber noch nicht probiert, bin mir auch nicht sicher, ob das nun unter gesundheitlichen Aspekten unbedingt nötig und sinnvoll ist. Zudem bin ich eher ein Freund von fließendem Wasser, wenn ich also die Wahl zwischen einem kalten Gebirgsbach(Dusche) hätte, der wild rauschend und mich gleichzeitig massierend auf mich niederstürzt oder dem langweiligem Sitzen und Klappern in einem "Tümpel"(Wanne) würde ich immer den Gebirgsbach bevorzugen. Aber das ist sicher Geschmackssache und noch bin ich auf den Wannengeschmack nicht gekommen. Vielleicht ändert sich das ja noch, aber es kommt ja auch sicher darauf an, was man möchte. Ich finde jedenfalls schön, daß man unter der Dusche eben auch gleich eine Art Massage hat und denke, daß ein Wanneneisbad keine zusätzlichen gesundheitlichen Vorteile bietet. Zum Ausloten von körperlichen Grenzen und Experimentieren ist die Wanne natürlich sehr gut geeignet, aber darauf kommt es zumindest mir nicht an. Ich will einfach nur kalt und sehr kalt ist meine Dusche auch.

Aber wie gesagt, vielleicht überkommt mich ja doch noch mal der Experimentierdrang...!?

Gruß Bernd


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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#5 von Thorsten70 , 11.01.2016 19:21

Was ich schon immer mal fragen wollte: was ist von der Erkenntnis "Kälte hemmt Wachstumshormon" zu halten? Inwieweit ist die wichtig für mich?

Z.Bsp. so was hier: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16644256


Mach's Maul auf! Tritt fest auf! Hör bald auf! (Luther)


 
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#6 von Mikki- , 11.01.2016 20:40

Phil, könntest du näher auf deine Erfahrung (und Vorgehensweise) bezüglich des Trainings in der Kälte und deinem Baggerseeritual eingehen?
Ich war 2015 etwa 8x krank und möchte das in diesem Jahr nicht durch so etwas wiederholen. Deswegen: Wie gehe ich vor, insbesondere nachdem man aus dem kalten See wieder draußen ist.


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#7 von sfast , 11.01.2016 22:47

Ich bin jetzt bei 16:30 (Eisbad gleiches Setup wie Phil).

Ich muss sagen, dass die Auseinandersetzung mit Kälte für mich eine sehr spirituelle Angelegenheit ist. Mein Mitbewohner, welcher die Tonne auch nutzt, erzählt mir, dass er das Gefühl hat Superkräfte zu entwickeln. Alles beim Training fühle sich so geschmeidig an.

Ich habe noch kein Benchmark gefunden, auf welches es sich lohnt hinzuarbeiten. Mein erstes Ziel sind 30min.


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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#8 von phil , 11.01.2016 23:56

Zitat von Thorsten70 im Beitrag #5
Was ich schon immer mal fragen wollte: was ist von der Erkenntnis "Kälte hemmt Wachstumshormon" zu halten? Inwieweit ist die wichtig für mich?

Z.Bsp. so was hier: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16644256


Bei strengthfirst wurde das Thema ja auch schon mal angesprochen bzw. hier im Forum gibt es auch einen Thread dazu. Ich bin dazu übergegangen nach meinen Workouts nicht mehr ausgiebig kalt zu duschen sondern nurnoch kurz zur Erfrischung. Längere CT nach dem Training sind wohl eher kontraproduktiv für den Trainingsfortschritt. Deshalb lege ich meine Kältetrainings auf Tage wo ich kein Krafttraining mache. Falls meine Kältetrainingsfrequenz mal so hoch sein sollte das ich täglich dazu komme, würde ich zunächst wenigstens versuchen einige Stunden zwischen den Trainingseinheiten zu haben.

Wachstumshormone sind glaube ich auch nicht immer brauchbar. Gibt es nicht Krankheitsbilder wo man diesen Effekt vielleicht sogar positiv nutzen könnte?

Zitat von Mikki- im Beitrag #6
Phil, könntest du näher auf deine Erfahrung (und Vorgehensweise) bezüglich des Trainings in der Kälte und deinem Baggerseeritual eingehen?
Ich war 2015 etwa 8x krank und möchte das in diesem Jahr nicht durch so etwas wiederholen. Deswegen: Wie gehe ich vor, insbesondere nachdem man aus dem kalten See wieder draußen ist.


Wenn man das Training in der Kälte abgeschlossen hat, zunächst einmal flott abtrocknen und wieder bekleiden. Das war eigentlich immer gleich bei mir.
Ansonsten habe ich schon viele Variationen im Anschluss ausprobiert.
z.B.:
- Die Kälte so lange zulassen bis der Körper wieder reguliert. (das mache ich nach den kurzen kalten Duschen am Morgen, da hat man eigentlich auch kaum "Nachkälte")
- Etwas mithelfen und wärmer anziehen, Heissgetränk trinken (i.d.R. Tee)
- Heiss duschen (so wird man flott wieder warm)
- Mit Meditation versuchen die Thermogenese anzukurbeln und sich wieder aufzuwärmen (à la Wim Hof Method, hat bei mir aber auch noch nicht so ganz richtig funktioniert, halte ich aber für möglich)

Ein wenig Zeit sollte man dem Körper wohl geben um wieder auf ein normales Gefühl zu kommen.
Als ich es das ein oder andere mal nach längeren Kältetrainings darauf ankommen lies, hielt das schon bis zu 4-5 Stunden an. Das ist mir eigentlich zu viel. Dann greife ich lieber irgendwie ein und wärme mich auf.
Achja, essen hilft auch manchmal.
Sauna würde bestimmt auch funktionieren.

Ansonsten habe ich im Baggersee nichts besonderes gemacht. Ich hatte vorher auch schon etwas mit der kalten Dusche trainiert und habe etwas rumgeplanscht. Mal ein bisschen geschwommen und mal einfach nur im Wasser treiben und die Sonne genießen. Dabei habe ich versucht es nicht zu übertreiben und auf meinen Körper zu hören.
Da mein Kältetraining durch Wim Hof geprägt war, habe ich eigentlich bislang immer versucht, auch wenn es nur für ein paar Momente war, gedanklich mein Thermostat hochzuregulieren. Wie wesentlich das war, kann ich schlecht einschätzen.

Vielleicht kannst du dein Vorgehen ja auch mal schildern. Evtl. fällt mir oder jemand anderem ja etwas auf.
Hast du dich zu schnell gesteigert? Wie lange warst du drin? Hattest du sehr lange "Nachkälte"? Läufst du nach dem Kältetraining weiter leicht bekleidet rum?
Ein guter "Omega-3-Index"(ich glaube das ist das richtige Wort) sollte wohl auch gegeben sein.



 
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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#9 von Mikki- , 12.01.2016 00:04

Nein nein, du hat mich missverstanden. Ich wollte dein Vorgehen ja wissen, weil ich selbst noch keine Erfahrung damit habe. Ich werde mal konkreter:
- Bis zu welchen Temperaturen gehst du draußen schwimmen?
- Wie lange?
- Was passiert, wenn du aus dem Wasser draußen bist?
- Abtrockenen, Klamotten anziehen und ins Auto, Heizung aufdrehen, aufwärmen?
- Abtrocknen, Klamotten anziehen, gemütlich in der Kälte nach Hause laufen / mit dem Rad fahren, zu Hause dann erst aufwärmen?

Beim kalt duschen habe ich keine Probleme, das Vorgehen ist einfach. Mir geht es nur darum, mich nicht zu erkälten wenn ich draußen schwimme (bzw. sofern ich es denn mal tun sollte irgendwann :p )


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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#10 von phil , 12.01.2016 00:20

Zitat
Auch wenn ich am Stadtrand im Grünen wohne, wäre mir jetzt allerdings die Suche nach Flüsschen oder Bächen zum Reinlegen zu "aufwändig", bliebe also die gute alte Wanne. Das habe ich aber noch nicht probiert, bin mir auch nicht sicher, ob das nun unter gesundheitlichen Aspekten unbedingt nötig und sinnvoll ist. Zudem bin ich eher ein Freund von fließendem Wasser, wenn ich also die Wahl zwischen einem kalten Gebirgsbach(Dusche) hätte, der wild rauschend und mich gleichzeitig massierend auf mich niederstürzt oder dem langweiligem Sitzen und Klappern in einem "Tümpel"(Wanne) würde ich immer den Gebirgsbach bevorzugen. Aber das ist sicher Geschmackssache und noch bin ich auf den Wannengeschmack nicht gekommen.



Ob man das in der Wanne oder Dusche macht, ist letzten Endes glaube ich nicht entscheident. Ich habe auch schon mal länger unter der Dusche gestanden und danach genauso "Nachkälte" wie nach einer Badewannensitzung gehabt.
Kälte über Wasser scheint aber schon besonders gut zu funktionieren. Warum kann ich nicht sagen. Ich finds aber irgendwie auch angenehmer wie die "kalte Luft". Vielleicht weil die kälte konstanter ist und nicht so schwankt... keine Ahnung.

Zitat
- Bis zu welchen Temperaturen gehst du draußen schwimmen?
- Wie lange?
- Was passiert, wenn du aus dem Wasser draußen bist?
- Abtrockenen, Klamotten anziehen und ins Auto, Heizung aufdrehen, aufwärmen?
- Abtrocknen, Klamotten anziehen, gemütlich in der Kälte nach Hause laufen / mit dem Rad fahren, zu Hause dann erst aufwärmen?



Der Herbst war ja relativ mild. Wenn man am Ball bleibt und früh genug anfängt, kann man denke ich das ganze Jahr draussen "schwimmen" / baden.
Mein Limit war das der Badesee im Winter zugesperrt wurde. Deshalb hatte ich mir dann die Regentonne angeschafft.

Zeittechnisch bin ich eigentlich immer nach eigenem Befinden vorgegangen. Im Sommer ist das Wasser unter der Dusche nur ca. 15 °C kalt. Das hält man gut und lange aus. Da kann man meines Erachtens nach ruhig mit ein paar Minuten starten. Wenn man im Winter startet, sollte man sich vllt. besser z.B. an das Protokoll aus dem Edubily-Artikel halten und langsam steigern und evtl. auch nicht sofort die maximale Kälte.

Wenn ich aus dem Wasser draußen bin, passiert je nachdem wie intensiv die Einheit war verschiedenes. Manchmal überkamen mich Glückshormone und ein kurzer Schauer von Wärme, welcher wenige Minuten anhielt, gefolgt von einem Kältegefühl. Dies geschah meist nach den längeren Sitzungen oder denen in sehr kaltem Wasser (0-2°C).
Nach der kurzen, kalten Dusche am Morgen bin ich einfach nur erfrischt, gut drauf, keine große Nachkälte. Manchmal etwas, wenn die letzte Mahlzeit schon etwas her ist.
Einmal hatte ich auch steinschwere Arme und Beine als ich 35 Minuten in 10°C kaltem Wasser war.

Nach dem Baden am Badesee war meistens abtrocknen, bekleiden, Auto, Heizung und nach Hause angesagt.
Weiter die Kälte gesucht, habe ich nach meinen Kältetrainings eigentlich nie. (also kurz danach...)

Das Protokoll von Jack Kruse sollte sonst auch gute Inhalte darbieten, habe selber noch garnicht so genau reingeschaut, aber das kommt noch.



 
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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#11 von phil , 12.01.2016 11:32

Ich hab mal den CT Starter Guide von Kruse auf deutsch übersetzt. Hab mir auch mal so ein IR Thermometer bestellt und werde mal meine Hauttemperatur beobachten. Hautfarbe scheint auch ein Merkmal zu sein auf das man achten sollte dabei. Hier das Ergebnis:

(Übersetzungsfehler möglich :P)
Kälte-Thermogenese - Starterguide von Jack Kruse

Dieses Vorgehen sollte im Leptin RX Protokoll beigefügt werden.
CT Training sollte beim Sonnenaufgang oder nach dem Abendessen erledigt werden.

Vorsicht: Bei ernsthaften gesundheitlichen Problemen, sollte vor Anwendung dieses Protokolls ein Arzt aufgesucht werden. Sofort die Behandlung stoppen wenn man leichte Kopfschmerzen oder blass rosa bis weisse Färbung der Haut hat.

Vor jeder CT Sitzung:
- High Fat und / oder Protein Mahlzeit
- 0,5 - 1 L kaltes Wasser trinken. Nicht mehr wie 1 L trinken!

Gesichtsbad: (dafür braucht man ein IR-Thermometer, einen Timer, Eis und eine Badewanne oder größere Schüssel)
IR-Thermometer Beispiel: http://www.amazon.de/gp/product/B009VUYE..._=sr_1_5&sr=8-5
- Make-up oder Gesichtsprodukte entfernen
- Wassertemperatur sollte 10-12 °C haben
- Das Gesicht in das kalte Wasser halten und so lange aushalten wie es geht
- Zeit nehmen und wieder Gesicht rein
- 2 Wochen lang weiter machen und dabei immer weniger Luft brauchen(weniger Atempausen?)
- Hauttemperatur darf nicht unter 10-12 °C fallen

Kompressionsshirt und Eis:
- Auf den Rücken legen
- Platziere einen 10-20 kg schweren Eisblock (Beutel voll mit Eis) auf deinem Oberkörper(Bauch?) während das Kompressionsshirt getragen wird
- Versuche deine Zeit jedes Mal um 5 Minuten zu steigern bis du bei 60 Minuten bist
- Deine Haut wird rosa bis kirschrot und stellenweise taub werden
- Wenn man die 60 Minuten schafft, das Kompressionsshirt entfernen und den Eisbeutel direkt auf die Haut auflegen

Merke: Wenn man "cold urticaria" (Kälte Allergie o.ä.?) entwickelt, ist das ein Zeichen dafür das man hohe Gewebe- und Serumwerte von Omega 6 "content" hat. Stoppe das Experiment bis du einen Blut-omega 6 zu 3 Rate welche unter 10 zu 1 ist. Dies erreicht man mit einer "ketogenic paleolithic diet". Wenn du bis zu einer Stunde pink bis zu kirschroter Haut haben kannst, bist du bereit für den nächsten Schritt -> Die Kältewanne: (Ganzkörpereintauchen mit Eis)
- Fülle die Badewanne mit möglichst kaltem Wasser
- Trage Socken, Handschuhe und eine Strickmütze um die Wärme im Körper zu behalten
- Gebe 10 kg Eis zu Brust und dem Bauch
- Wenn der Körper sich an das Eis gewöhnt hat, kann man die Socken, Handschuhe und Mütze entfernen
- lasse deine Hauttemperatur NICHT unter 10-12 °C fallen!
- Bleibe für 45 Minuten drin
- Wöchentlich 2-5 mal wiederholen

Ganzkörpereintauchen ohne Eis:
- Springe in einen Pool, See oder Whirlpool (ab dem Hals unter Wasser)
- Bleibe für 10 - 20 Minuten
- Halte ein Auge auf die Hautfarbe


Sein Leptin RX sagt mir noch nichts. Hautfarbe oder Hauttemperatur als Orientierungshilfe finde ich interessant und werde ich ausprobieren. Bei dem IR Thermometer Beispiel sei dazu gesagt das ich nur kurz bei Amazon geschaut habe und eines mit einigen guten Empfehlungen was auch bezahlbar war eingefügt habe. Selber recherchieren kann nicht schaden. (falls man so eines anschaffen möchte) Habe mir auch so eins bestellt und werde ggf. mal berichten was ich davon halte.

Ich seh schon Parallelen bei dem Vorgehen und meinem bisherigen Vorgehen. Die Gesichtsbäder muss man glaube ich nicht unbedingt machen. Die sind evtl. als sehr Kälteempfindlicher Typ ein leichterer Einstieg. Regelmäßig 10-20 kg Eis auftreiben, halte ich auch für problematisch. Scheint aber zumindest ein guter Benchmark für den Kälteadaptionsgrad bzw. "Omega 6 Index" zu sein.



 
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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#12 von MadRichie , 12.01.2016 14:49

Übirgends nicht gleich übertreiben wie unser *hust* geliebter Dave Asprey...
https://www.bulletproofexec.com/cold-the...king-made-real/
Steht nicht umsonst meist "gradual" cold exposure...


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#13 von phil , 13.01.2016 20:03

Bin heute mal knapp 6 Minuten in meiner Tonne gewesen. Lt. dem IR Thermometer -5 °C an der Wasseroberfläche. Ok, es schwommen ein paar Eisstücke darauf rum und ich habe vorher ein etwas größeres Stück Eis herausgefischt, also war das Wasser wohl bei ca. 0°C. Ansonsten müsste es ja im Durchschnitt etwas "härter" gewesen sein

Als ich das zittern nicht mehr gut kontrollieren konnte, bin ich raus gegangen. Hautfarbe sah soweit ganz gut aus, schön rot halt. Oberkörpertemperatur lag bei 12-14 °C. An den Füßen wurde 7 °C angezeigt, was ja eigentlich lt. Kruse schon zu viel wäre. Ich hatte trotzdem ein gutes Gefühl dabei.



 
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RE: Kälte. Erfahrungen, Rekorde, Anleitungen, Anekdoten, was auch immer

#14 von MadRichie , 14.01.2016 09:33

Gredae mal gegooglet was es mit dem von Jack Kruses dauernd erwähnten Factor X auf sich hat, interessante Theorie:

Zitat
Factor X
To summarize and over simplify. After the asteroid hit, there was a massive extinction event. Only some of the more northern and southern animals were able to retreat. Mammals who were hibernating underground and those reptiles who could fly away from the fires survived the KT event. Life found refuge from the fires at the poles of the earth and high altitudes where life had to adapt to an extreme cold existence or die out. We are ancestors of those who adapted or had the genes necessary to survive. This massively sped up epigenetics because the genetic traits of the minority survivors dictated the trajectory of all life to come after that.

The more northern and southern animals had to retreat for safety, and altered light made for harsher seasons. I knew the light cycle and leptin were clearly linked, and I now believe leptin is also yoked to the seasons, because life had to survive extreme climates after the K-T asteroid hit. This made sense to me but I kept it to myself, calling it “Factor X” in my mind.
Kruse, Dr. Jack (2013-02-20). Epi-paleo Rx: The Prescription for Disease Reversal and Optimal Health (p. 192). Optimized Life PLC. Kindle Edition.

a ketogenic version of the Paleolithic diet is the greatest adaptation for planetary extremes and confers health, leanness, control of appetite, and longevity.
Kruse, Dr. Jack (2013-02-20). Epi-paleo Rx: The Prescription for Disease Reversal and Optimal Health (p. 196). Optimized Life PLC. Kindle Edition.

Low leptin causes fat apoptosis. The fat just shrinks. This is how mammals survive in brutal winters. It is the antidote for insulin resistance.
Kruse, Dr. Jack (2013-02-20). Epi-paleo Rx: The Prescription for Disease Reversal and Optimal Health (p. 198). Optimized Life PLC. Kindle Edition.

Not only is leptin yoked to light cycles, but it also is yoked to seasonal geothermal cycles via inflammatory cytokines.
Kruse, Dr. Jack (2013-02-20). Epi-paleo Rx: The Prescription for Disease Reversal and Optimal Health (p. 199). Optimized Life PLC. Kindle Edition.


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#15 von phil , 16.01.2016 12:04

Heute beim kalten duschen am Morgen hatte ich seit langem endlich wieder mal das "Unbesiegbarkeits-Gefühl". Nicht allgemein, nur für den Moment im Bezug auf Kälte. Hatte ich echt lange nicht mehr. Die letzten Wochen waren die Duschen am Morgen echt anstrengend. Heute liefs irgendwie.

Ich frag mich in solchen Momenten dann oft wie ich das reproduzieren kann. Denn so, kann es von mir aus immer sein.
Gestern war eigentlich nicht viel anders wie die Tage der letzten Wochen auch. Etwas mehr Freizeit gehabt. Mal wieder Carnitin ergänzt. 1g Carnitin kann aber wohl kaum so einen großen Impact haben . Ausserdem ist meine Anti-Blaulicht-Brille angekommen. Diese habe ich ein paar Stunden getragen. Ich hab auch weniger als sonst geschlafen und fühlte mich trotzdem irgendwie ausgeschlafen.
Es würde mich extrem wundern wenn solch kleine Veränderungen einen so großen Einfluss haben können, aber ich beobachte das mal. Wäre ja schön wenn das so bleibt


 
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