Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#1 von Jojo261 , 13.12.2015 18:54

Liebe Leute,

ich habe eine Angststörung mit Depressionen. Wollte nun das 5-HTP ausprobieren und habe gelesen, dass man vom sogenannten Serotonin-Syndrom sterben kann und hab natürlich mega Angst.

Meine Frage, kann man ein Serotonin-Syndrom bei 50-200mg 5HTP + 350mg Tyrosin überhaupt kriegen? Ich habe sowas eig nur in Verbindung mit SSRI´s gelesen - wollte aber gerne noch mal sicher gehen.

LG


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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#2 von Gelöschtes Mitglied , 13.12.2015 19:29

Wenn zu wenig Serotonin dein Problem ist (gemessen?), dann von der Menge sicher nicht. Kannst die Einnahme ja auf dem Tag verteilen. Tyrosin wirkt dem zusätzlich entgegen.


Einen Scheiß muss ich



RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#3 von Jojo261 , 13.12.2015 22:29

Ich denke, dass es mein Problem ist.

Gemessen habe ich meinen Spiegel nicht lieber Sven.


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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#4 von Zwiebeljunge , 21.12.2015 21:08

Hallo zusammen,

Ich habe zu dem Thema auch ein paar Fragen und will nicht direkt einen neuen Thread aufmachen:

1.) Kann man zum 5-HTP Kaffee trinken? Konnte da trotz Recherche nichts eindeutiges zu finden. Mir geht es auch eher nicht darum, ob man beides direkt zusammen nehmen kann, sondern, ob man morgens einen Kaffee trinken und gegen nachmittag + Abend das 5HTP nehmen kann.

2.) Wie sieht es mit anderen Drogen wie Alkohol aus? Beispielweise 2-3 Bier? Soweit ich das verstanden habe, hat Alkhol ja auch eine direkte Wirkung auf die Serotoninproduktion...

Ich frage das deshalb, weil ich, wie der Eröffner des Threads, Angst habe, dass ich ein Serotoninsyndrom bekommen könnte.

Danke schonmal für die Antworten.

Viele Grüße,
Zwiebeljunge


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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#5 von carpi_flexor_radialis , 21.12.2015 21:42

Ich nehme Phasenweise auch 5HTP und habe noch nie Einwirkungen durch Koffein festgestellt.
Warum willst Du 5HTP nehmen?

5HTP wechselwirkt mit Alkohol: Verstärkte Schläfrigkeit bei gleichzeitigem Alkoholgenuss.
Auf Alkohol würde ich grundsätzlich verzichten. Durch Alkohol wird auch die Schlafqualität negativ beeinträchtigt.

Edit: Ausserdem wechselwirkt 5HTP mit Carbidopa/ Levodopa und Antidepressiva auf SSRI-Basis (Selektive Serotonin Wiederaufnahme Hemmer), die ebenso wie 5HTP und Tryptophan den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen (z.B: Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetine, Sertraline, Sumatripan, Tramadol, Venlafaxine, Zolpidem,...)



 
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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#6 von Mikki- , 23.12.2015 10:57

Zitat
Auf Alkohol würde ich grundsätzlich verzichten. Durch Alkohol wird auch die Schlafqualität negativ beeinträchtigt.



Ich kann das exakte Gegenteil bestätigen: Wenn ich bei meiner Freundin übernachte, schwitze ich zuweilen nachts (ich vermute aufgrund höherer Luftfeuchtigkeit und schlechter Isolierung des ZImmers). Wenn ich Alkohol getrunken habe, schlafe ich wie ein Stein.


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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#7 von Zwiebeljunge , 23.12.2015 11:18

@carpi_flexor_radialis:

Danke für die Antwort.

Ich möchte mich mal am 5-HTP probieren, seit ich "Was die Seele essen will: Die Mood Cure" von Julia Ross auf Empfehlung von phil hier aus dem Forum gelesen habe. Dort gibt es einen Fragebogen, bei dem man feststellen kann, ob ein Serotoninmangel vorliegt. Demnach habe ich auf jeden Fall einen :D
Außerdem habe ich ein massives Problem, abends von meinem Alltag runterzukommen (habe viel ziemlich heftigen negativen Stress, aber auch wenn der Stress positiv ist, kann ich oft nicht abschalten). Aktuell trinke ich jeden Abend 2-3 Bier und nehme Kratom (eine opiatähnliche Substanz aus den Blättern des gleichnamigen Baumes). Das chillt mich total runter und ich kann gut abschalten, nur kann das ja keine dauerhafte Lösung sein, dass ich mir irgendwelche Drogen reinziehe und ansonsten der Stress mich übermannt.
Ich will auf jeden Fall verschiedenen Aminosäuren ausprobieren und eine Weile Kratom und Bier weglassen, um zu gucken, wie es mir dann so geht. Wahrscheinlich lasse ich auch den Kaffee weg, einfach so als Test.
Nur, falls ich doch mal schwach werde, will ich mich halt keiner Gefahr aussetzen ein Serotoninsyndrom zu bekommen, wenn ich dann zusätzlich das 5-HTP nehme. Bei GABA, Taurin, etc. scheint keine Gefahr zu bestehen.

Bezüglich Schlaf:
Ich schlafe eigentlich immer sehr gut, zumindest fühlt sich das so an. Ich bin schon gespannt darauf, wie ich schlafe, wenn ich kein Bier und Kratom mehr nehme, vielleicht kann ich mich an so ein richtig ausgeruhtes Gefühl ja einfach nicht mehr erinnern :D


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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#8 von carpi_flexor_radialis , 23.12.2015 13:04

Meiner Meinung nach sind Bier, Opiate und Supps wie 5HTP keine Lösungen, die zu einer langfristigen Besserung beitragen.
Das Problem mit dem stressigen Alltag und nicht abschalten können, sind mir gut bekannt. Ich habe 10 Jahre lang jeden Abend zum J gegriffen und konnte nur dann einschlafen, wenn ich einen geraucht habe. Bis ich (endlich!) erkannt habe, dass die Droge der wirkliche Auslöser meiner abendlichen Aufgekratztheit sein muss.
Was, wenn ich damit aufhöre? Ich hatte Angst vor der leere, dem Loch, was dann kommt, wenn ich es lasse. Dann erkannte ich, dass ich mir jedesmal, wenn ich Drogen nehme, eine neue "Leere" erschaffe, die wieder irgendwie ausgefüllt werden muss. Um aus dem Teufelskreis auszubrechen, hörte ich radikal damit auf. Die erste Woche ging ich durch die Hölle, ich konnte kein Auge zu tun. Und wenn, dann hatte ich schreckliche Albträume, in denen alles hoch kam, was ich verdrängt habe. 5HTP zur Einschlafhilfe kannte ich damals noch nicht.
Es ging nicht lange so, denn eine Woche später war ich wie neu. Ich fühlte mich so fit, dass ich meinem stressigen Alltag viel dynamischer und mit mehr Kraft begegnen konnte. Meine Launen und Stimmungsschwankungen waren auch weg.
Heute hab ich ab und zu noch Schwierigkeiten einzuschlafen. Mein Umgang damit ist viel lockerer geworden. Manchmal wachzuliegen, kennt doch jeder. Das ist normal. Das passiert aber auch mit 5HTP und ausgeglichenem Serotoninspiegel.

5HTP habe ich erst vor ein paar Monaten als Experiment ausprobiert. Eine Freundin von mir sagte, dass sie davon Albträume bekommt, und hat es mir geschenkt. 5HTP verlängert die REM-Schlafphasen. In denen wird geträumt. Trotz sonst schon sehr hoher Traumaktivität war das bei Einahme von 5HTP bei mir nicht der Fall. Das scheint individuell zu sein.

Magnesium + Zink steigern ebenfalls die Stresstoleranz und innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Hast Du es schon damit versucht?
Vorsicht: Alkohol ist auch ein Nährstoffräuber (u.A. auch Magnesium).


 
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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#9 von Zwiebeljunge , 23.12.2015 21:43

Hi nochmal,

Ne, schon klar, auch das 5-HTP sehe ich nicht als dauerhafte Lösung an. So wie ich es im Buch verstanden hab, soll man das auch nur regelmäßig nehmen, bis man wieder genug Serotonin hat und sich danach gesund und proteinreich ernähren, was ich aber eh mache (schon seit Jahren bis auf einige Unterbrechnungen immer +-200 Gramm Protein am Tag). Und nur in Notfällen dann nochmal aufs 5-HTP zurückgreifen.
Dass der Stress und das Aufgekratztsein an der Droge selbst liegt denke ich nicht, da ich mich vorher lange Zeit gar keine Alkohol und Drogen zu mir genommen hab. Da ging es mir aber stressmäßig richtig kacke, genauso wie jetzt, wenn ich mal wieder darauf verzichte. Wobei es etwas besser durch die Nahrungsergänzungsmittel geworden ist.
Die Sache ist auch die, dass der Stress den ich habe, wohl jeden stark beunruhigen würde. Bin in einer teilweise echt üblen Lebenslage und es könnte von einem auf den anderen Tag sein, dass meine Existenz komplett am Ar... ist, ohne hier jetzt rumheulen zu wollen...
Ich könnte mir aber vorstellen, dass wenn sich mein Leben mal so verändert, dass ich diese Art von Stress nicht mehr habe, ich dennoch nicht gut runterkommen kann, da es fast schon ein Wesenzug von mir geworden ist über die letzten Jahre. Daher suche ich nach einer Alternativlösung.

Nach dem Tod meines Vaters vor mehr als 5 Jahren hat mir mein Hausarzt Fluoxetin verschrieben, das ich nach etwa einem Jahr Einnahme schlagartig auf eigene Faust abgesetzt habe, da es mir nicht bekommen ist und mein Wesen total verändert hat. Vielleicht ist dadurch auch was bei mir durcheinandergeraten?

Ich werd das 5-HTP + GABA, Taurin und Glycin mal testen zur Beruhigung. Magnesium und diverse andere Ergänzungsmittel stehen auch auf dem Plan, wobei (bis auf meinen eher niedrigen Magnesiumspiegel) alle Werte bei meiner Blutuntersuchung laut den Forenmitgliedern hier ganz gut waren (nachzulesen im Thread: "Was lasse ich am besten alles testen"). Magnesium werde ich zur Beruhigung und wegen meines Bluthochdrucks jetzt auch höher dosiert einnehmen als vorher. Wenn das alles nicht die gewünschte Wirkung zeigt, werde ich mich auch noch an leichten MAO Hemmern wie Passionsblume probieren, wobei ich da schon wieder nicht weiß, wie sich das mit dem 5-HTP verträgt.

Ich werde während dem 5-HTP Experiment, während dem ich auf Kaffee, Alkohol und Kratom verzichte, immer wieder hier und in meinem Blutuntersuchungs-Thread berichten, wie es mir geht.

Danke auf jeden Fall für deine Ratschläge :)


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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#10 von Cleo , 24.12.2015 09:16

Julia Ross schreibt in der Diet-Cure folgendes:

- 5-HTP und/oder Tryptophan min. 30 Minuten vor anderen Aminos, Kaffee oder eiweißhaltigem Essen einnehmen
- 5-HTP und DLPA konkurrieren mit Tryptophan, also nimmt man sie entweder zu verschiedenen Zeiten oder man nimmt L-Tryptophan oder 5-HTP min. 30 Minuten vor DLPA oder Tyrosin

Soweit ich weiß wirkt Kaffee + Tyrosin moderat aufputschend, wenn man über die Jahre nicht bereits eine allzu große Gewöhnung an Koffein entwickelt hat. Kaffee + 5-HTP haben im Tiervesuch ergeben, dass das Serotonin durch das Koffein eher gehemmt wird.

@Jojo
Ich würde, wie von Julia Ross empfohlen, mit 50 mg 5-HTP anfangen und alle Aminos ganz langsam und eines nach dem anderen erhöhen bzw. einführen.

Ich habe meinem Mann übrigens einen Zettel gegeben auf dem alle NEM sowie Aminos vermerkt sind, falls ich mal aus den Latschen kippen sollte.

@ Zwiebeljunge
Hier gibt es eine Tabelle mit Wechselwirkungen: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=43232
Ich hätte eher tierische Angst vor dem Kratom.

Zitat von carpi_flexor_radialis im Beitrag #8
Meiner Meinung nach sind Bier, Opiate und Supps wie 5HTP keine Lösungen, die zu einer langfristigen Besserung beitragen.


Ich würde die Neurotransmitter auf eine andere Stufe stellen, als Alkohol und andere Drogen. Mit 5-HTP & Co. habe ich eine Chance, den durch meinen ehemaligen Lebensstil sowie erlittene Traumata entstandenen Neurotransmittermangel aufzufüllen, wenn nicht gar zu beheben. Mit Bierchen und Joints trägt man eher dazu bei, dass sich die NT weiter und weiter "verbrauchen". Oder?


 
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RE: Serotonin-Syndrom durch 5-HTP + Tyrosin?

#11 von phil , 24.12.2015 14:44

Zitat
Ich würde die Neurotransmitter auf eine andere Stufe stellen, als Alkohol und andere Drogen. Mit 5-HTP & Co. habe ich eine Chance, den durch meinen ehemaligen Lebensstil sowie erlittene Traumata entstandenen Neurotransmittermangel aufzufüllen, wenn nicht gar zu beheben. Mit Bierchen und Joints trägt man eher dazu bei, dass sich die NT weiter und weiter "verbrauchen". Oder?



So ungefähr wurde mir das mal erklärt:

Zitat
In der präsynaptischen Membran hemmen die Tetrahydroisochinolin-Alkaloide die Aufnahme von Catecholaminen und Serotonin kompetitiv, dagegen dringen die Alkaloide in die Speichervesikel ein und verdrängen die Catecholamine. Dies führt zu einer weiteren Erhöhung der Catecholaminausschüttung und danach zu einer Senkung des Neurotransmitterspiegels. Es ist naheliegend (wenn auch noch nicht einwandfrei experimentell belegt), die Stimmungsschwankungen zwischen Euphorie und Depression, die für den Alkoholiker symptomatisch sind, auf derartige stoffwechselphysiologische Effekte zurückzuführen.


Naja, nicht ganz so kompliziert, aber so ähnlich wurde es mir erklärt.

Rückblickend betrachtet kommt mir gerade ein für mich interessanter Gedankengang.
Ich habe mal eine Zeit lang versucht meine Stimmung intensiver als sonst zu reflektieren und mich versucht in beide Richtungen (gute Stimmung, schlechte Stimmung) auszubremsen. Vor dieser Phase habe ich nach euphorischen Phasen, welche ich z.B. beim hören von lauter Musik schon leicht erreichen konnte, irgendwie gefühlt überreagiert und bin in Stimmungslöcher gefallen die ich nicht begreifen konnte.
Als ich dann eine Zeit lang etwas mehr im "neutralen Modus" war und ich mich dann zeitweise wieder etwas mehr den Gefühlen hingegeben habe, ohne mich direkt auszubremsen, sind diese Stimmungslöcher danach ausgeblieben.
Könnte mir vorstellen, dass das bei mir einen durchaus positiven Effekt hatte, quasi Urlaub für die Rezeptoren.
Etwas Offtopic, scusi :D


 
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