Siggi's Antioxidantienaufklärung

#1 von phil , 18.11.2015 00:32

Haben bestimmt schon viele gelesen - für alle anderen sehr zu empfehlen.
Hier mal die Links zu einem Haufen Informationen rund um Antioxidantien von unserem Siggi:

http://de.myprotein.com/thezone/artikel/...n-nicht-teil-i/
http://de.myprotein.com/thezone/artikel/...-nicht-teil-ii/
http://de.myprotein.com/thezone/lebensst...antien-nahrung/
http://aesirsports.de/2015/11/astaxanthi...antioxidantien/

Zitat
Im Jahr 2009 wurde ein spannendes Experiment durchgeführt: 39 junge Männer absolvierten ein Sportprogramm für 4 Wochen. Einige erhielten 1.000 mg Vitamin C und 400 I.E. Vitamin E pro Tag. Bei dieser Gruppe zeigte sich nach dem Sport keine Veränderung in der Menge der freien Radikale und es fand keine zelluläre Adaption statt. Das bedeutet: KEIN FORTSCHRITT! Die hätten auch Zuhause bleiben können. [4]

Ich möchte an dieser Stelle kurz erwähnen, dass Michael Ristow, der Wissenschaftler hinter der oben genannten Studie, deutlich betont hat, dass seine Ergebnisse nur für Vitaminpräparate gelten und nicht für Obst und Gemüse.


Zitat
Freie Radikale dienen dem Körper als Signalmoleküle, unter anderem zum Muskelaufbau.


Quellen zu diesen Aussagen:
http://www.pnas.org/content/106/21/8665.short
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...t-a-624117.html

Das war für mich ein besonders interessanter Aspekt. Vor kurzem hatte ich auch von Simu schon empfohlen bekommen die Antioxidantien rund ums Training wegzulassen.

Zitat
Und Antioxidantien lasse ich einfach an einem Trainingstag weg bis nach dem Training. 3-4h nach dem Training kann man dann wieder solche Sachen einsetzen. Es geht ja vor allem darum, das der Oxidative Stress während eines Trainings gewisse Signalwege anschalten kann. Darum muss man nach dem Training nicht lange warten. Vor dem Training weglassen ist viel wichtiger!



Nach diesem Schema handhabe ich es jetzt auch erstmal. Antioxidantien in NEM-Form also nur 3-4 Stunden nach dem Training und vorher halt auch nicht. An Trainingstagen dann also meist abends.

Mich würde interessieren wie ihr die Einnahme von Antioxidantien zeitlich gestaltet.

An der Stelle auch noch mal ein herzliches Danke für die Aufklärung.
Mögen die Gains mit euch sein.


 
phil
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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#2 von Sora , 18.11.2015 15:58

Interessantes Thema.

Mich würde interessieren was "vor dem Training" genau heißt.
Wenn ich zb. Abends um 19:00 trainiere, kann ich dann morgens um 8:00 Antioxidantien nehmen, ohne dass ich mir da selbst in die Karten spiele?

Grüße


Sora  
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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#3 von naklar! , 18.11.2015 16:14

Hey zusammen, es gab mal eine Empfehlung von Markus (=empehlenswert) in diesem Forum. Er sprach damals von 4-5 Stunden vorher/nachher.
Woher er das hat, weiß ich nicht.

Gruß, Eric


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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#4 von Gelöschtes Mitglied , 18.11.2015 16:51

Hy Siggi,

eine Verständissfrage dazu.

Was ist mit NEM wie z. B. Taurin, Carnitin oder auch Astaxanthin und noch zig andere dürfe man dann ja auch nicht mehr nehmen.
Zudem reichert sich ja Astaxanthin im Blut/Fett an - somit hat man ja automatisch über Wochen und Monate mehr Antioxidantien im Blut???
Auch Eiweiße wie Lysin ect. werden zu Carnitin oder Taurin umgewandelt - also auch hier das gleiche Spiel?
Verstehe die Logik hinter der Studienaussage noch nicht...



RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#5 von phil , 18.11.2015 16:57

Zitat
Zudem reichert sich ja Astaxanthin im Blut/Fett an - somit hat man ja automatisch über Wochen und Monate mehr Antioxidantien im Blut???



Den Gedankengang hatte ich auch schon.
Ich habe mir das im Kopf dann wie folgt zurechtgedacht: An Einnahmetagen ist der Antioxidantienblutwert höher. Die Antioxidantien die sich angereichert haben, lösen sich in kleineren Mengen. Die Hohen Werte nach gezielter Einnahme verhindern den OxStress "zu doll". (reine Spekulation )
Deswegen sind Gemüse und Obst auch ausgenommen, weil es dort einfach nicht so hoch dosiert enthalten ist?


 
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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#6 von Siggi , 18.11.2015 17:14

Hallo ihr Lieben,

wir müssen hier differenzieren. In dem Experiment wurde ein sogenanntes Mega-Dosing mit isolierten Antioxidantien untersucht. Das führte zum Ausbleiben der gewünschten Effekte.
Die Einnahme von zum Beispiel Taurin, Carnitin, Kreatin oder Whey um das Training herum kommt einem solchen Szenario nicht gleich. Nicht nur ist die antioxidative Stärke nicht vergleichbar, sondern kommen diese auch in einer Matrix daher. Whey ist ein Lebensmittel und beinhaltet jede menge Aminosäuren und Begleitstoffe. Kreatin, Beta Alanin usw. benötigen Insulin um überhaupt in der Zelle anzukommen und zu wirken. Die gibt's nicht isoliert.

Große Mengen Asta bzw. überhaupt Asta würde ich nicht um das Training herum supplementieren, dieses dürfte ähnlich wirken wie VitE, nur effektiver. Eine akute Megadosis ist stets zu vermeiden, eine morgendliche Erhaltungsdosis hingegen wird keinen Einfluss haben oder sogar einen positiven Effekt. Es reichert sich zwar im Gewebe an, wirkt aber trotzdem in einem physiologischen Rahmen.

Häufig hilft auch ein Blick in die Praxis, baut ihr seit der Einnahme von Vitaminen/Kreatin/Asta keine Muskeln mehr auf? Bleiben die Fortschritte aus? Ich denke nicht. Kreatin reichert sich auch im Gewebe an und seit Jahrzenten baut man damit besser Muskeln und Kraft auf, als ohne.
Einfach keine unrealistisch hohen Dosen Radikalfänger supplementieren um das Training. Und wenn doch, dann am besten zusammen mit Phytochemikalien bzw. zu einer natürlichen Matrix.

Ich freue mich über eure Fragen und Anmerkungen, vielen Dank.


Beste Grüße

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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#7 von phil , 19.11.2015 13:12

Zitat von Siggi im Beitrag #6
Hallo ihr Lieben,

wir müssen hier differenzieren. In dem Experiment wurde ein sogenanntes Mega-Dosing mit isolierten Antioxidantien untersucht. Das führte zum Ausbleiben der gewünschten Effekte.
Die Einnahme von zum Beispiel Taurin, Carnitin, Kreatin oder Whey um das Training herum kommt einem solchen Szenario nicht gleich. Nicht nur ist die antioxidative Stärke nicht vergleichbar, sondern kommen diese auch in einer Matrix daher. Whey ist ein Lebensmittel und beinhaltet jede menge Aminosäuren und Begleitstoffe. Kreatin, Beta Alanin usw. benötigen Insulin um überhaupt in der Zelle anzukommen und zu wirken. Die gibt's nicht isoliert.

Große Mengen Asta bzw. überhaupt Asta würde ich nicht um das Training herum supplementieren, dieses dürfte ähnlich wirken wie VitE, nur effektiver. Eine akute Megadosis ist stets zu vermeiden, eine morgendliche Erhaltungsdosis hingegen wird keinen Einfluss haben oder sogar einen positiven Effekt. Es reichert sich zwar im Gewebe an, wirkt aber trotzdem in einem physiologischen Rahmen.

Häufig hilft auch ein Blick in die Praxis, baut ihr seit der Einnahme von Vitaminen/Kreatin/Asta keine Muskeln mehr auf? Bleiben die Fortschritte aus? Ich denke nicht. Kreatin reichert sich auch im Gewebe an und seit Jahrzenten baut man damit besser Muskeln und Kraft auf, als ohne.
Einfach keine unrealistisch hohen Dosen Radikalfänger supplementieren um das Training. Und wenn doch, dann am besten zusammen mit Phytochemikalien bzw. zu einer natürlichen Matrix.

Ich freue mich über eure Fragen und Anmerkungen, vielen Dank.


Hey Siggi,
danke für die aufschlussreiche Antwort.

Wie siehst du das mit Multivitamin-Präparaten vor dem Training?
Sagen wir am Beispiel von einer Two-per-Day Tablette vor dem Training:
Vitamin C (als Ascorbinsäure, Niacinamid und Calciumascorbat) 250 mg
Vitamin E (als D-Alpha Tocopherolsuccinat) 50 IE

Sind ja im Vergleich zu den Dosierungen aus der Studie noch relativ lasch, aber für den Laien trotzdem schwer einzuschätzen.

Zitat
Und wenn doch, dann am besten zusammen mit Phytochemikalien bzw. zu einer natürlichen Matrix.



Könntest du hierfür 1-2 Beispiele nennen?


 
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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#8 von MaXopA , 19.11.2015 13:35

Würde Brot als "Phytinsäure-Lieferant" genügen, um die antioxidativen Eigenschaften von Vitamin E zu dämpfen?


FAST TRAIN EAT SLEEP REPEAT


 
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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#9 von Markus , 19.11.2015 14:03

Nein.


„Wenn man sich die Methoden betrachtet mit denen die Pharmaindustrie die Entscheidungsträger unter Druck setzt, so gehören die eigentlich in die mafiösen Strukturen.“
Uwe Dolata (Kriminalhauptkommissar) in "Das Pharmakartell: Wie wir als Patienten betrogen werden", Frontal21, 2008.


 
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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#10 von Siggi , 19.11.2015 19:27

@ MaXopA: Phytinsäure bindet nur Mineralien. Vitamin C und E wirst du damit nicht „neutralisieren“. Falls du aus irgendwelchen Gründen an einer hohen Phytinsäure-Aufnahme interessiert bist, empfehle ich dir Paranüsse oder als günstige Alternative Leinsamen.

@ phil: Ich würde auch keine 2pD isoliert vor dem Training nehmen. Auch wenn die Dosierung geringer ist. Es ist bekannt, dass der Körper mehr VitC aufnimmt, je weniger er davon bekommt. Bei einer Dosierung von 250 mg könnte also fast genauso viel in deinem Blut ankommen, wie bei 1.000 mg. Unphysiologisch hohe Dosierungen mag der einfach nicht. Gibt auch keinen Grund, direkt Pre- und Postworkout (nüchtern) Vitamintabletten zu schlucken finde ich.
Mit natürlicher Matrix meine ich Lebensmittel, die man normalerweise verzehrt um viel von dem gewünschten Nährstoff zu bekommen.

VitC könnte man zum Beispiel mit Grünkohl, Rosenkohl, Paprika, Kiwi, Johannisbeeren usw. verspeisen.

VitE zum Beispiel mit Avocado, Nüssen, Steinobst oder fettigen Fisch. Das Trinken von Öl als VitE-Lieferant ist meiner Meinung nach nicht zielführend. Öl ist für mich im Regelfall sowieso kein Lebensmittel. Ausnahme Kokos(öl), VitE wird besonders gut durch MCTs aufgenommen.


Beste Grüße

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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#11 von naklar! , 19.11.2015 19:34

Das Trinken von Öl als VitE-Lieferant ist meiner Meinung nach nicht zielführend. Öl ist für mich im Regelfall sowieso kein Lebensmittel.


Soweit ich weiß, kann durch die Verstoffwechslung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren sogar unterm Strich weniger Vitamin E rauskommen.


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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#12 von MadRichie , 23.11.2015 13:40

Aktuelle Studie von dieser Woche bestätigt nochmal die Resultate von 2009 (aber leider nur mit Ratten): http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26467971



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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#13 von phil , 23.11.2015 14:04

Zitat
Ich würde auch keine 2pD isoliert vor dem Training nehmen. Auch wenn die Dosierung geringer ist. Es ist bekannt, dass der Körper mehr VitC aufnimmt, je weniger er davon bekommt. Bei einer Dosierung von 250 mg könnte also fast genauso viel in deinem Blut ankommen, wie bei 1.000 mg. Unphysiologisch hohe Dosierungen mag der einfach nicht. Gibt auch keinen Grund, direkt Pre- und Postworkout (nüchtern) Vitamintabletten zu schlucken finde ich.



Nicht das wir aneinander vorbeireden. Mit "vor dem Training" meinte ich die komplette Zeitspanne von "aus dem Bett hüpfen" bis "auf den Weg zum Training machen". Zugegeben, blöd von mir formuliert.

Seit ich den Hinweis bekommen habe, etwas achtsamer Antioxidantien einzusetzen, nehme ich sie an Trainingstagen wie folgt ein:

Ich trainiere im Moment meistens am frühen Nachmittag. Trainingsstart zwischen 14-16 Uhr. Also lasse ich Antioxidantien, wie auch in 2pD enthalten, erstmal gänzlich weg. Erst ca. 4 Stunden nach dem Training führe ich diese dann zu. Von den Multivitamintabletten gibt es denn auch nur die halbe Tagesration.

Angenommen ich würde am Abend trainieren, wie es bei vielen bestimmt der Normalfall ist, würde ich wahrscheinlich morgens das Multivitamin und was sonst so an Antioxidantien anfällt nehmen und diese dann halt abends nach dem Training weglassen.

Wären diese "Einnahmeprinzipien" vernüngtig?


 
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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#14 von phil (edubily) , 23.11.2015 21:41

Lieber phil: Entspann dich. Das passt so.

Ich kann mit dem ganzen Thema wenig anfangen. Wer zur Hölle kommt auf die Idee mit den hochdosierten Vitaminen zum Training? Außer ein paar Online-Käseblätter um mal wieder eine Vitamine-sind-schlecht-Schlagzeile rauszuhauen.

Das macht doch niemand?!


 
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RE: Siggi's Antioxidantienaufklärung

#15 von MadRichie , 25.11.2015 23:06

Ich wollte nocmal kurz nachfragen weil ich mir gerade nicht 100% sicher bin ob ich das richtig verstanden habe:
Die Antioxidantien behindern im Prinzip "nur" die Insulinsensitivität bzw die Anpassungsmechanismen die durchs Training die Sensitivität steigern, aber nicht den muskulären Trainingseffekt im Sinne von "Stärker werden", korrekt?


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