Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#1 von GummTea , 05.11.2015 19:21

Hi zusammen!

ich habe mich gefragt, ob der Darm bei einem Menschen mit durchschnittlicher Kalorienaufnahme (sagen wir, zwischen 2000 und 2500 kcal/Tag) ein Maximum besitzt, was dieser pro Stunde oder pro Tag aufnehmen kann? Wenn ich an Michael Phelps oder Strongmen denke, die sich 12.000 kcal einverleiben, so sind sie sicherlich trainiert darauf, diese Energie auch zu nutzen. Nur kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Normalo sich diese Menge einverleiben, geschweige denn verwerten kann.

Gibt es diesbezüglich Studien?
Auch interessiert mich, wie sich der Darm nach einer hypokalorischen Periode von einer Woche verhält. Von der Überlegung ausgehend, dass nach einem Kaloriendefizit von täglich mehr als 500 kcal eine Art Cheat Day mit 4.000+ kcal folgt, ist der Körper dann im Modus, in dem er sich denkt "juhu, endlich wieder ein Haufen Energie, ab in die Speicher!" oder "juhu, viel Energie, fahren wir den Stoffwechsel wieder an seine Grenzen!" Kann man so effizient und effektiv abnehmen?

Hat dazu jemand Ideen?

 
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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#2 von EvPow , 06.11.2015 09:24

Ich hatte mal gehört, dass man pro Tag nicht mehr als etwa 8000kcal verarbeiten kann. Das ist auch der Grund, weshalb die Fahrer bei der Tour de France abnehmen - die verbrauchen mehr kcal als sie verwerten können.

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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#3 von GummTea , 06.11.2015 09:45

Zitat von EvPow im Beitrag #2
Ich hatte mal gehört, dass man pro Tag nicht mehr als etwa 8000kcal verarbeiten kann. Das ist auch der Grund, weshalb die Fahrer bei der Tour de France abnehmen - die verbrauchen mehr kcal als sie verwerten können.


Dabei stellt sich doch auch die Frage, ob Tour-de-France-Fahrer einfach nur nicht an diese exorbitante Energiemenge gewöhnt sind, da sie sonst mit weniger auskommen.

 
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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#4 von Shalimar , 06.11.2015 09:48

Ob es eine Obergrenze gibt kann ich nicht sagen, aber die Zusammensetzung des Mikrobioms hat einen großen Einfluß darauf, wie effektiv die zugeführte Nahrung verwertet wird.
Manche Patienten haben nach einer Stuhltransplantation plötzlich massiv zugenommen, obwohl sie ihre Ernährung nicht verändert hatten.
Es gibt wohl leider Bakterienstämme, die noch die letzte Kalorie aus der Nahrung holen, während andere Stämme eher einen verschwenderischen Umgang damit haben.
Eine Kalorie ist zwar theoretisch eine Kalorie, aber mit der richtigen Zusammensetzung des Mikrobioms ist eine Kalorie für viele Glückliche nur eine halbe Kalorie...

 
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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#5 von Markus , 06.11.2015 10:01

Bei den Makros gibt es bei den KH schonmal eine Obergrenze, diese liegt in der Aufnahme durch den Dünndarm bei etwa 0,8-1,0 g/min.

Raffinierte KH sollten komplett im Dünndarm aufgenommen werden, da wird im Dickdarm nicht ankommen. Bei komplexen KH schaut das wieder ganz anders aus.

Wie jetzt aber die max. Aufnahmerate bei Fett ist weiss ich leider auch nicht.


„Wenn man sich die Methoden betrachtet mit denen die Pharmaindustrie die Entscheidungsträger unter Druck setzt, so gehören die eigentlich in die mafiösen Strukturen.“
Uwe Dolata (Kriminalhauptkommissar) in "Das Pharmakartell: Wie wir als Patienten betrogen werden", Frontal21, 2008.

 
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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#6 von GummTea , 06.11.2015 10:04

Zitat von Shalimar im Beitrag #4
Ob es eine Obergrenze gibt kann ich nicht sagen, aber die Zusammensetzung des Mikrobioms hat einen großen Einfluß darauf, wie effektiv die zugeführte Nahrung verwertet wird.
Manche Patienten haben nach einer Stuhltransplantation plötzlich massiv zugenommen, obwohl sie ihre Ernährung nicht verändert hatten.
Es gibt wohl leider Bakterienstämme, die noch die letzte Kalorie aus der Nahrung holen, während andere Stämme eher einen verschwenderischen Umgang damit haben.
Eine Kalorie ist zwar theoretisch eine Kalorie, aber mit der richtigen Zusammensetzung des Mikrobioms ist eine Kalorie für viele Glückliche nur eine halbe Kalorie...


Glücklich nur in Zeiten von hohem Nahrungsmittelüberschuss. Vor vielen 1000 Jahren könnte das ein evolutiver Vorteil gewesen sein.

@Markus

Heißt das, dass nach intensivem Essen von komplexen Kohlenhydraten eine größere Menge raffinierter Kohlenhydrate nicht mehr/kaum aufgenommen wird? So kann man sich seine Festmahle auch optimieren

 
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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#7 von Shalimar , 06.11.2015 10:09

Zitat von GummTea im Beitrag #6

Glücklich nur in Zeiten von hohem Nahrungsmittelüberschuss. Vor vielen 1000 Jahren könnte das ein evolutiver Vorteil gewesen sein.


Irgendwie vermag mich das nur wenig zu trösten...

 
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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#8 von GummTea , 06.11.2015 10:12

Zitat von Shalimar im Beitrag #7

Irgendwie vermag mich das nur wenig zu trösten...



Es kann nun mal nicht jeder mit einem Sixpack und 5% KFA geboren sein ;) Hat doch seine Vorzüge: Man muss weniger essen und spart somit Zeit in der Essenszubereitung

 
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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#9 von MaXopA , 06.11.2015 14:10

Laut eigener Aussage von Adel Moussa (Suppversity) sorgt übrigens eine Ernährung, die reich an Ballaststoffe ist, dafür, dass mehr Kalorien aufgenommen werden als im Vergleich zur gleichen Kalorienmenge ohne Ballaststoffe. Gab auch mal eine Studie zu lesen, die in diese Richtung ging. Muss mal schauen, ob ich sie wiederfinde.


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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#10 von GummTea , 06.11.2015 14:24

Zitat von MaXopA im Beitrag #9
Laut eigener Aussage von Adel Moussa (Suppversity) sorgt übrigens eine Ernährung, die reich an Ballaststoffe ist, dafür, dass mehr Kalorien aufgenommen werden als im Vergleich zur gleichen Kalorienmenge ohne Ballaststoffe. Gab auch mal eine Studie zu lesen, die in diese Richtung ging. Muss mal schauen, ob ich sie wiederfinde.


Gibt's dafür eine logische Schlussfolgerung? Ist das eine Anpassung über die Zeit oder sorgt eine einmalige, hohe Ballaststoffzufuhr schon für eine höhere Kalorienaufnahme?

 
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RE: Darm - Maximale Kalorienaufnahme

#11 von tiburon , 06.11.2015 16:57

Rein physiologisch glaube ich nicht, dass es eine Kalorienobergrenze für den Körper besteht, wäre auch mit Blick auf die Evolution nicht wirklich sinnvoll.
Die Grenze besteht eher in der Nahrungsaufnahme, Sättigung und Hungergefühl. Wenn wir mal von den hochverarbeiteten Lebensmitteln absehen, dann ist es schon sehr schwer mit "normaler" Nahrung das doppelte seines Tagesbedarfs zu essen und das auch noch über Tage. Der Körper wird dir dann schon sagen, oh das reicht aber an Input.

Bei verarbeiteten und bearbeiteten Lebensmitteln sieht das natürlich anders aus, sonst wäre es für manche Extremsportler auch unmöglich.

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