Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#1 von kuttekuddel , 30.10.2015 09:56

Hallo,

ich habe einen interessanten Artikel gefunden.

Artikel

Ich versuche hier das wesentliche in Deutsch wiederzugeben.

Versuche an Mäusen und Ratten ergaben das Insulin auch den Dopaminspiegel erhöht und nicht umgekehrt wie bisher angenommen. Das beeinflusst und erklärt die Nahrungswahl. Sie verzeichneten einen 20 bis 55 prozentige Erhöhung des Dopaminlevels im Belohnungszentrum zeitlich parallel zum Insulinlevel obwohl andere Regionen des Gehirns die für die Sättigung zuständig sind Dopamin abbauen.
Weiter Versuche ergaben das die Tiere mit Kaloriendefizit nur ein Zehntel des Insulins benötigten für einen Dopaminausstoss im Vergleich zu ausgeglichen gefütterten Tieren. Überfütterte Tiere hatten gar keinen Dopaminausstoss mehr.
Das wäre wichtig weil chronisch hohe Insulinlevel und Insulinresistenz mit eine Ursache für Übergewicht sind.
In der Zukunft soll die Hypothese geprüft werden ob Menschen die einen Glukose/Insulin Rausch brauchen in Wirklichkeit eine Dopamin-Rausch verursachen wollen.

Ab hier möchte ich noch einige wilde Spekulationen hinzufügen.

Momentan versuche ich alle Aspekte die den Appetit und Hunger verursachen zu verstehen. Zum dem Thema habe ich schon Insulin, Ghrelin, Leptin ziemlich gut verstanden. Unerklärlich war mir aber im Eigenversuch das diese Mechanismen nicht immer so funktionieren wie sie sollten. Nach Terry Pratchett ist ja Logik der wissenschaftliche Weg sich zu irren. Will heißen es gibt noch ( von mir ) unentdeckte Gebiete.
Deswegen bin ich schon seit einiger Zeit dran mich mit Sucht und Abhängigkeit zu beschäftigen. Da stolpert man sehr schnell über das Thema Dopamin welches wesentlich unser Verhalten steuert. Jetzt aber zurück zum Thema.
Hätten Zigaretten Kalorien, wie würden dann Kettenraucher aussehen? Wenn man jetzt anstatt Zigaretten die berühmte Sahnetorte oder Gummibärchen oder Schokolade nimmt wundert es keinen wenn man dick wird. Doch das der Regelungskreislauf aus dem Ufer gerät könnte daran liegen das man Zuckersüchtig geworden ist und das süchtige Gehirn alle Signale ignoriert um seinen "Schuss" zu bekommen. Der Dopaminausstoss verhält sich bei der Nahrungsaufnahme wie bei jeder Sucht. Man braucht eine immer höhere Dosis. Wichtig ist zu wissen das nicht Kohlenhydrate die Sucht verursachen sondern das Insulin. Das würde in Praxis bedeuten nicht generell alle Kohlenhydrate auszuschliessen sondern dafür zu sorgen das der Insulinlevel niedrig bleibt. Will heißen schnelle Kohlenhydrate vermeiden oder große Portionen von Kohlenhydraten zu vermeiden. Kohlenhydrate könnten dann nach einiger Umgewöhnungszeit wieder zum wirklichen Glücklichmacher werden wenn wir schon mit einer kleinen Menge Kohlenhydrate den Dopaminausstoss veranlassen. Leider muss man als ehemals Süchtiger immer achtsam sein und jede Übertreibung sofort im Keim ersticken, sonst fängt das Spiel wieder von Vorne an. Ich werde meinen Selbstversuch ( Siehe Thread "3 Wochen ohne Zucker" ) noch um diesen Faktor erweitern.

Sollte die Hypothese wirklich stimmen wäre es wirklich sehr tückisch. Stellen wir uns vor wir haben unser Insulinlevel hochgeschafft und es wird endlich das Dopamin ausgestossen nach dem wir gieren. Was passiert dann weiter? Einerseits wird ein großer Teil der Energie gleich in die Fettzelle geschoben und steht dem Körper nicht mehr als Energie zur Verfügung. Wir werden fetter. Weiterhin kann es passieren das durch den hohen Insulinausstoss der Blutzucker sogar unter den Normalwert fällt und wir dann eine wirkliche Unterzuckerung haben was uns veranlasst wieder Kohlenhydrate zu uns zu nehmen. Ein Teufelskreis.

Dies ist natürlich nur für diejenigen interessant die öfters selbst mit vollem Magen nicht satt werden. Wenn euch den ganzen Tag Verlangen nach Süsskram plagt obwohl Ihr gar keinen Hunger habt. Dann ist das meiner Ansicht nach der Affe auf eurem Rücken und da muss man durchhalten, was leichter gesagt ist als getan. Mir hilft es schon zu wissen das es wirklich die Auswirkungen der Sucht sind und keine Unterzuckerung oder Hunger. Speziell wenn Ihr kein Verlangen nach Fleisch, Gemüse oder Obst habt, sondern nur nach Gebäck oder Schokolade, dann könnt Ihr sicher sein das es die Sucht ist. Versucht in dem Moment auf anderem gesundem Weg eurer Dopamin zu steigern. Bewegung hilft. Erfolgserlebnisse auch. Und natürlich sind hier im Blog auch viele gute Artikel zum Thema Dopamin erschienen.

Grüße



kuttekuddel  
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#2 von Gelöschtes Mitglied , 30.10.2015 10:14

Super, vielen Dank für deinen sehr durchdachten und hilfreichen Beitrag!
Bitte halte uns unbedingt weiter auf dem Laufenden :-)



RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#3 von Chris (edubily) , 30.10.2015 10:45

Und jetzt mal eine Zusatzinfo:

Diejenigen, der am meisten Kohlenhydrate essen, haben die beste Insulinsensitivtät und brauchen am wenigsten Insulin für die gleiche Menge Carbs.

Stimmt zumindest für diejenigen, die einen gesunden Stoffwechsel haben.

Das sollte man bedenken. Auch sollte man bedenken, dass auch Fett das Dopamin-Zentrum anspricht. Alles hochkalorischen Fast-Food-Nahrungsmittel sprechen das Dopamin-Zentrum an.

Hyperinsulinismus entsteht primär nicht durch den KH-Verzehr, sondern dadurch, dass Insulin nicht mehr wirken darf (Mechanismen sind bekannt!). Es verwundert daher nicht, dass gerade klassisches Junk-Food (Kombination (Trans-)Fett und hoch-glykämische Kohlenhydrate) nicht nur dick macht, sondern auch insulinresistent.

(Wer sich für Dopamin, "food reward" und Nahrungsmittel interessiert, der sollte die Arbeiten von Stephan Guyenet studieren.)

Danke für den guten Beitrag.


Wir präsentieren Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#4 von naklar! , 30.10.2015 10:55

Es verwundert daher nicht, dass gerade klassisches Junk-Food (Kombination (Trans-)Fett und hoch-glykämische Kohlenhydrate) nicht nur dick macht, sondern auch insulinresistent.

Und süchtig.


" Ich will mehr Leben, Vater! "


 
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#5 von Chris (edubily) , 30.10.2015 10:57

Genau, das habe ich vergessen :-) Wobei da ja der gute Beitrag von Kuttel ansetzt.

(So wirkt auch Porn, Facebook, Instagram und sonstige tolle Dopamin-Spritzer.)


Wir präsentieren Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#6 von Cluhtu , 30.10.2015 13:39

Kann man Musik da auch dazu zählen? Macht die auch süchtig?


 
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#7 von Gelöschtes Mitglied , 30.10.2015 14:17

Alles was geil ist und

a) (zu) exzessiv betrieben
b) konsumiert, statt aus dem Körper/Hirn selbst heraus generiert

wird verliert irgendwann sein Wirkung.

meine Theorie: Wer sich jeden Tag ganz viele verschiedenen Dopaminspritzen holt/bzw (mit Augenmaß) konsumiert kann evtl. den Spiegel ganz gut konstant und dauerhaft halten ohne sich zu sehr zu kasteien.
Also morgens einen kleinen Espresso, auf dem Weg zur Arbeit geile Mukke, in der Kantine ein Eis/Nachtisch, Abends Sport, eine Folge der Lieblingsserie + Gummibärchen, guter Sex - fertig. :-) - alle paletti.



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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#8 von phil , 30.10.2015 14:44

Ich versuch mitterweile schon einigen Dopamin-Spritzen aus dem Weg zu gehen bzw. nicht alles ekstatitsch zu genießen.
Wenn ich z.B. in den letzten Jahren hier und da mal 100 km mit dem Auto gefahren bin und dabei meine Anlage schön aufgerissen habe und dabei mitgesungen oder einfach innerlich im Discomodus dem Dopamin eine Stunde freien Lauf gelassen habe, fiel ich früher oder später immer in ein kleines Loch(direkt nach der "Dopaminphase"). Da war fröhlich sein dann anstrengend. Mittlerweile versuche ich mich hier und da zu bändigen und fahre damit ganz gut. Kleine Löcher gibt es immernoch, aber die sind nicht so spürbar ätzend.
Stelle mir das ganze ähnlich wie das Power Law vor.

Zitat
Alles hochkalorischen Fast-Food-Nahrungsmittel sprechen das Dopamin-Zentrum an.


Wenn ich mal Phasenweise solche Nahrungsmittel über Tage einbaue, merke ich deutlich wie ich das Verlangen nach dem Zeug habe. Da helfen nur ein paar Tage "Entzug" und dann geht es wieder. Ich habe das Gefühl Fasten kann diesen Entwöhnungsprozess auch beschleunigen.



 
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#9 von Chris (edubily) , 30.10.2015 15:21

Hey Phil, hey Sven.

Beide haben hervorragende Inputs gebracht, Kompliment an euch.

Phil: Genau das ist der Punkt. Und wenn die Dopamin-Rezeptoren wieder empfindlich ("") sind, dann wird man von Haus aus einfach nicht mehr die Musik so laut aufdrehen wollen. Da reicht dann schon die etwas leisere Musik.

Und: Es ist ein Power Law! Wie so Vieles (alles?).

Zitat
Ich habe das Gefühl Fasten kann diesen Entwöhnungsprozess auch beschleunigen.



Definitiv. Dieses Neu-Justieren des Körpers muss jeder regelmäßig machen. BIn ein großer Fan von diesen Fasten-Geschichten, auch um die Rezeptor-Empfindlichkeit wiederherzustellen.

Zitat
meine Theorie: Wer sich jeden Tag ganz viele verschiedenen Dopaminspritzen holt/bzw (mit Augenmaß) konsumiert kann evtl. den Spiegel ganz gut konstant und dauerhaft halten ohne sich zu sehr zu kasteien.
Also morgens einen kleinen Espresso, auf dem Weg zur Arbeit geile Mukke, in der Kantine ein Eis/Nachtisch, Abends Sport, eine Folge der Lieblingsserie + Gummibärchen, guter Sex - fertig. :-) - alle paletti.



Ja, genau. Darum geht's. Sich selbst über die Wirkung von Dopamin bewusst sein und entsprechend so damit umgehen, dass es kein Suchtverhalten wird.

Wer also den ganzen Tag auf Facebook hoch und unter scrollt, tausendmal Instagram checken muss, ständig die Mails checken muss oder einfach nur den ganzen Tag nach neuesten Studien suchen will (gilt für mich!), der hat schon ein kleines Problem.

Diese "Dopamin-Energie", die man da verschwendet, fehlt einem halt für Familie, Freunde, Kinder, schlicht für das normale Leben.

Für mich ein Grund, warum unser Leben heute so chaotisch ist. Wir können uns nicht mehr (aufs Wesentliche) konzentrieren.


Wir präsentieren Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#10 von Gelöschtes Mitglied , 30.10.2015 15:37

Zitat
Wir können uns nicht mehr (aufs Wesentliche) konzentrieren.



Dazu kenne ich ein absolut tolles Hörbuch (bzw. einen tollen Autor), das mittlerweile fester bestandteil meiner Morgenroutine ist, das gibts also immer aufm Weg in die Arbeit auf die Ohren.

Dabei handelt es sich um "Leben im Jetzt" von Eckhart Tolle. Der Mann hat noch viele andere tolle Hörbücher, die ich mir auch irgendwann besorgen werde, wenn ich die Lehren aus diesem vollkommen verinnerlicht habe.

Worum gehts?
Ganz einfach: Tolle(Kanadier) bezeichnet sich selbst als spirituellen Lehrer und gibt in diesem Hörbuch selbst auf Deutsch(er ist in D geboren) die zentralen Lehren seines Standardwerks "Jetzt, die Kraft der Gegenwart" in verständlicherer und einprägsamerer Form inkl. diverse spirituelle Übungen, die ein Ziel haben: sich selbst im Jetzt (im Sein) zu verankern und nichtmehr andauernd zu denken. Prinzipiell also sich aufs wesentliche zu konzentrieren.

Ihr kennt ja auch alle die positiven Effekte der Meditation und ich kann euch sagen: das Hörbuch auf die Ohren und nebenher kontrolliert und tief durch die Nase atmen ist als eine super effektive Form der Meditation!

Probierts aus und sagt mir was ihr denkt. Ich bin dadurch auf jeden Fall kreativer, spontaner, entspannter und gleichzeitig innerlich ruhiger geworden. :)
Das Hörbuch kostet übrigens bei iBooks (Amazon weiß ich ned) auch nur 6,99 € und ist bei Audible glaub ich mit im Angebot (wenn das jemand hat).

LG Jens


"Do or do not. There is no try." - Master Yoda


zuletzt bearbeitet 30.10.2015 15:38 | Top

RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#11 von S-CLASS , 13.11.2015 00:25

sehr interessanter artikel. kann ich zu 100% so unterschreiben. habe heute noch damit manchmal zu kämpfen. auch nach wochenlangen "cleanem essen" ein snickers nur mal als beispiel und man muss sehr aufpassen nich wieder ins alte muster zu verfallen


 
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#12 von Lady Vader , 25.01.2016 19:00

Hallo zusammen,

dieser Thread ist 'schuld', daß ich mich hier angemeldet habe, ich werde mich auch gleich mal vorstellen

Ich leide an RLS (restless legs); das wird mit Dopamin in Verbindung gebracht; sei es, daß der Körper nicht genügend Dopamin bildet oder die Rezeptoren nicht mehr vernünftig arbeiten. Darüber gibt es einfach zu wenig Wissen bisher.

was mich an diesem Artikel absolut fasziniert hat, und wo ich die These dieses Artikels vermutlich bestätigen kann, ist, daß Insulin die Dopamin-Produktion beeinflußt, und zwar zur Mehrproduktion hin.

RLS äußert sich dadurch, daß man nachts nicht schlafen kann und gar nicht so genau weiß, warum.
Früher hat mir geholfen, wenn ich dann nachts was gegessen habe, je süßer und schokoladiger, desto besser. Ist natürlich nicht so ganz gut für eine sinnvolle Ernährung
Aber ich vermute jetzt, daß der der Schokolade nachfolgende Insulinschub mich dann hat ruhig schlafen lassen.....

Inzwischen bin ich 'auf Droge', L-Dopa bzw. inzwischen sogar Dopamin-Agonisten. Das ist jetzt nicht soo toll, die Nebenwirkungen sind nicht so prickelnd.
Insofern habe ich auch schon versucht, meine Dopamin-Produktion anders anzuschubsen, Eisen hochgeschaufelt, Tryptophan ergänzg, Tyrosin ergänzt, hat aber alles noch nicht so richtig geholfen.
JETZT habe ich erstmal einen Arzt gefunden, die mir erstmal hilft, all die Blutuntersuchungen zu machen, die nötig sind und ggf. noch ein paar mehr.

ich würde mich freuen, wenn sich Leidensgenossen hier auch mal melden.

Denn ich bin der Meinung: die Hälfte meines Lebens habe ich keine Schlafprobleme gehabt, das kam erst später und schleichend. Das bedeutet für mich, daß ich vielleicht eine genetische 'Begabung' für RLS habe, das aber trotzdem nicht auftreten MUSS. Und da will ich wieder hin.

ich habe auch den Thread mit Mucuna Pruriens gelesen; da das aber im Grunde genommen L-Dopa ist und ich davon fiese Nebenwirkungen zu spüren bekommen habe, bin ich da etwas vorsichtiger...

Lieben Gruß

Christine


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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#13 von Markus , 25.01.2016 21:02

Hallo Christine,

wurde der Dopaminmangel denn auch im Labor bestätigt?

Und kannst du "Eisen hochgeschaufelt" auch quantifizieren, welcher Wert und von wo nach wo hochgeschaufelt? Welche anderen NEM nimmst du noch ein, hast du weitere Laborwerte?


"Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt." (Thomas Mann, "Der Zauberberg")


 
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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#14 von Lady Vader , 25.01.2016 22:05

Huhu Markus,

nein, der Dopaminmangel wurde (noch) nicht von einem Labor festgestellt. Da läuft jetzt gerade eine Untersuchung.
Nur: ob die wirklich zum Dopaminangebot im Gehirn wirklich was sagen kann, weiß ich nicht. Die genauen Ursachen von RLS sind halt nicht bekannt; man weiß nur, daß RLS-Patienten positiv auf L-Dopa ansprechen, sprich: L-Dopa-Gaben verbessern (anfänglich) die Symptome.
Laut meines Neurologen gibt es zwei Möglichkeiten:
a) die Produktion von Dopamin im Gehirn (!) ist zu niedrig geworden, läuft nicht mehr richtig
b) die Rezeptoren, an die Dopamin andockt, reagieren nicht mehr richtig.
Beides läßt sich eben durch externe Zuführung von L-Dopa kaschieren.

Man weiß auch, daß Eisen offensichtlich eine Rolle in diesem Stoffwechsel spielt, denn viele RLS-Patienten reagieren auf Fe-Zugabe auch positiv, mit einer Minderung der Schwere der Syptome, sodaß 'normale' Medikamente dann wieder voll wirken können.

Der Eisenmangel wurde gemessen. Eisenmangel kenne ich seit meiner Jugend; meistens habe ich dann Kuren mit Eisenpräparaten gemacht, wenn ich mich 'nicht so gut' gefühlt habe.
Eisenwert vor dem Auffüllen (Nov. 2014): 46 ng/m(Ferritin)
Eisenwert nach dem Auffüllen (Sept. 2015): 263 ng/ml

Inzwischen weiß ich, daß Phenylalanin bzw. Tyrosin als Vorläufer für Dopamin wichtig sind; Tyrosin aber auch für die Schilddrüse verbraucht wird (ich habe auch einen Kropf), dafür dann noch Jod und Selen wichtig sind. daß Dopamin auch gerne zu Adrenalin abgebaut wird, kurz: das alles ist ein riesiges Netz, und planlos (und so betrachte ich meine Eisenauffüllung inzwischen) daran rumzerren nicht wirklich zielführend ist.
Deshalb auch die jetzt beauftragte Blutuntersuchung bei einer Ärztin, die sich auch mit Orthomolekularer Medizin auskennt. Was dabei rauskommt? Keine Ahnung.
Der Dopamin-Wert wird dabei auch bestimmt, nur, wie aussagekräftig er für mein RLS-Problem ist (Henne oder Ei?), weiß ich (noch) nicht.

LG
Christine


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RE: Insulin beeinflusst Dopamin-Level

#15 von Lady Vader , 25.01.2016 22:12

Nachtrag: die restlichen NEM:
Vitamin D (auch aufgefüllt von anfänglich 14 auf 127 ng/ml), mit Vit. K2 und Mg-Beigabe
L-Tyrosin (zeitweise)
Tryptophan (zeitweise)
Vit A, Vit B-Komplex, Vit, C hochdosiert,
Se, Zn,
OPC
Ich habe das alles nach Gefühl gemacht, quasi, nur Vitamin D war analysengestützt.
Das ändert sich gerade. Im Moment nehme ich außer Lugol'sche Lösung gar nichts, und die nehme ich zur Zeit auch nur, weil sich meine Schilddrüse ca. 1 Woche nach Absetzen doch gemeldet hat (Beklemmungsgefühl im Hals). Zwei Tage Lugol, und das war wieder weg.
Bevor ich Lugol'sche Lösung genommen habe, hatte ich jeden Tag 200 µg Jodid (das hat der Arzt vor 20 Jahren für die SD verschrieben, sie ist aber trotzdem gewachsen, was mich heute nicht mehr wundert). Ich habe mal den Halsumfang bestimmt: 39. Aktuell bin ich bei 37. Ganz am Anfang meiner Schilddrüsengeschichte war ich bei 36.

In zwei Wochen weiß ich mehr; und dann wird ein vernünftiger Plan gemacht, was ich wie ergänzen sollte.

LG
Christine


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