Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#1 von naklar! , 27.10.2015 15:31

Wohlgemerkt: Nicht : Krise.
Denn das ist schon das Erste, was mich nervt - daß selbst gemäßigte Medien dieses Thema ständig mit "Problemvokabularien" verknüpft.

Ich bin absolut davon überzeugt, daß diese Herausforderung gemeistert werden kann. Unsere Gesellschaft ist reif genug ( ganz anders als Anfang der 90er ) um diese Herausforderung zu meistern.
Auch wenn ich sonst kein Merkelfan bin - sie hat moralisch und menschlich das Richtige getan.

Ob jetzt, im Nachhinein, die Hartz 4 Empfänger gegen Flüchtlinge ausgespielt werden und ob rechte Demagogen dies ausnutzen werden steht auf einem anderen Blatt.

Gruß, Eric


" Ich will mehr Leben, Vater! "


 
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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#2 von Gelöschtes Mitglied , 27.10.2015 15:44

Ich gegbe dir Recht, dass sie moralisch und menschlich das Richtige getan hat, allerdings sollte man da trotzdem etwas differenzieren.

Dass wir Kriegsflüchtlingen, die aus der Hölle auf Erden zu uns kommen, helfen ist ÜBERHAUPT keine Frage und deckt sich mit dem Grundrecht eines jeden Menschen, mit Würde und Respekt behandelt zu werden.

ABER ich bin nicht damit einverstanden, dass im Zuge der Kriegsflüchtlinge (die mMn wirklich JEDE Hilfe verdient haben die wir ihnen bieten können) nun auch andere sog. Wirtschaftsflüchtlinge, denen es nicht zwingend besonders schlecht ging und die TEILWEISE nun nur zu uns kommen, weil sie sich hier ein besseres Leben erhoffen, auch ohne Fragen zu stellen und ohne Beschränkungen aufgenommen werden.
Ich sehe das sehr kritisch und halte das für nicht zielführend, sowohl aus Sicht der "Deutschen" als auch aus Sich der Flüchtlinge. Denn wenn wir zu viele aufnehmen (ohne zu wissen, wo genau die Grenze ist) dann werden die Bedingungen in den Camps unmenschlich, es wird extrem teuer für Kommunen, Länder und den Staat und im Endeffekt ist damit niemandem wirklich geholfen.

Dass Menschen nun aber Angst haben, ihren Job an Flüchtlinge zu verlieren, so wie diese ganzen Nazi-Demonstranten in Sachsen oder sonst wo(die mir - mit Verlaub - gehörig aufn Sack gehen!), halte ich für mehr als bescheuert.
Denn wenn ein Flüchtling aus einem ärmeren Land der Welt, der die hiesige Sprache (noch) nicht (perfekt) spricht, der aus einer anderen Kultur kommt, der im Zweifel weniger gebildet ist als ich und der hier auch noch niemanden kennt und keinerlei wichtige Kontakte hat, mir hier in Deutschland meinen Job streitig machen kann, dann sollte ich nicht sauer auf Flüchtlinge und/oder Politiker sein, sondern auf mich selbt. Undzwar weil ich dann eine absolute Pfeiffe bin, die zu Recht Angst haben muss um ihren Job.

Just my 2 Cents :)

LG Jens


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zuletzt bearbeitet 27.10.2015 15:46 | Top

RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#3 von Bernd , 27.10.2015 15:57

Hallo,

also ich bin dafür, daß politische Themen hier im Forum außen vor bleiben. Bekanntermaßen schlagen sich selbst sehr nette Menschen bei solchen Themen ganz schnell gegenseitig die Köpfe ein. Zumal es wohl genügend Leute auch hier im Forum gibt, die absolut nicht der Meinung des Threaderöffners sind.

Gruß Bernd


Bernd  
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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#4 von naklar! , 27.10.2015 15:58

Was die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge angeht gebe ich dir durchaus recht - nur sollte eben weiterhin sehr genau hingesehen werden. Da nützt es wenig, ganze Länder zu " sicheren Herkunftsländern " zu erklären und dann alle, die von dort kommen als Wirtschaftsflüchtlinge abzustempeln. Natürlich entlastet dies ungemein - trotzdem hat auch ein Flüchtling aus dem ehemaligen Jugoslawien ein recht auf Einzelprüfung. Leider wurden eben, was die Bearbeitungskapazitäten von Anträgen betrifft, schon seit Jahren versäumt, personell aufzustocken. Ein Grund übrigens, weshalb im Ablehnungsfalle nicht strikt abgeschoben werden konnte.


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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#5 von naklar! , 27.10.2015 16:00

Hey Bernd - wir haben uns doch biochemisch soweit unter Kontrolle, daß wir uns nicht die Köpfe einschlagen? Oder vielmehr:
Auch wenn du anderer Meinung als ich bist, wirst du mir doch in anderen Threads noch wertvolle Tips geben?

Hofft: Eric


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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#6 von Chris (edubily) , 27.10.2015 16:00

Wie ihr wollt.

Wenn ihr befürchtet, dass hier das Chaos ausbricht bzw. wir nicht auch hier nett diskutieren/reden können, dann schließen wir solche Threads.

Politische Themen, insbesondere dieses hier, sind hochexplosive Dinger.

Drum: Politikfrei oder gehört es im weiteren Sinne zu gesundheitlichen Themen? :-)


Wir präsentieren Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#7 von Gelöschtes Mitglied , 27.10.2015 16:04

Klar, definitiv!

Und ja, das wurde wohl versäumt..naja schaun wer mal wie lange das noch so weiter geht wie bisher und wann mal wirklich etwas angepackt wird von unserer Politik, um die Situation etwas besser zu managen als derzeit.


"Do or do not. There is no try." - Master Yoda



RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#8 von Bernd , 27.10.2015 16:08

Zitat von naklar! im Beitrag #5
Hey Bernd - wir haben uns doch biochemisch soweit unter Kontrolle, daß wir uns nicht die Köpfe einschlagen? Oder vielmehr:
Auch wenn du anderer Meinung als ich bist, wirst du mir doch in anderen Threads noch wertvolle Tips geben?

Hofft: Eric


Hallo Eric,

meine Meinung hat nichts persönlich mit Dir oder mit Deiner Aussage zu tun, sondern ist nur die Erkenntnis langjähriger Mitgliedschaften in anderen unpolitischen Foren, in denen es nach der Freigabe von solchen Themen dann ganz schnell bergab ging, was das Klima und Miteinander betraf. Nicht aus pers. Gründen, sondern weil zu solchen Themen ganz einfach die Meinungen zu festgelegt sind und damit Streitigkeiten etc. praktisch vorprogrammiert sind.

Chris wird zu diesem typischen Muster und Verhaltensschema des Menschen sicher eine biochemische Begründung finden! Stichwort Dopamin etc.!

Gruß Bernd


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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#9 von naklar! , 27.10.2015 16:15

Klar, kann verstehen, was du meinst - die Eröffnung dieses Threads kam auch nicht aus heiterem himmel, sondern hatte eine kleine Vorgeschichte

Eiweiß, um GEW zu steigern

Ab Beitrag 11 wirds spannend...

...ich wollte lediglich die dortige Unterhaltung weiterführen. Was mich betrifft, muß es aber nicht sein - ich scheue aber eher den Aufwand, als die Diskussion, bzw. etwaige Eskalationen.
Denn von meiner Seite gilt:

Wegen Politischen Fragen allzu grundsätzlich, persönlich o.ä. zu werden ist echt 80er. Mein Gott hat man sich damals gegenseitig verletzt!


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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#10 von Chris (edubily) , 27.10.2015 16:20

Zitat
Chris wird zu diesem typischen Muster und Verhaltensschema des Menschen sicher eine biochemische Begründung finden! Stichwort Dopamin etc.!



Offen gesagt habe ich mich noch nie so fremdgeschämt wie derzeit. Was alle Seiten da von sich geben ist ja bisweilen ein Offenbarungseid erster Güte. Da weiß man oft nicht, ob man die Ursache noch auf der biochemischen Ebene suchen soll oder lieber gleich beim Konstrukt des menschlichen Verstandes :-)

Ich studiere das Verhalten aller Parteien wirklich! Gucke mir in letzter Zeit auch sehr viele Talkshows zu diesem Thema an. Habe ich eigentlich noch nie gemacht, aber noch nie konnte man Menschen und Politiker so gut studieren wie heute!


Wir präsentieren Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#11 von naklar! , 27.10.2015 16:33

Nunja, was einfach schlimm ist:

Es wird instrumentalisiert. Ein ernstes Thema, bei dem trotzdem einige versuchen, ihr eigenes Süppchen zu kochnen, Vorteile daraus zu ziehen.
Das ist wirklich bitter mit anzusehen. Und da meine ich als ( Achtung Outing ) alter Linker nicht nur diejenigen, die jetzt rechts fischen gehen. Nein, auch die andere Seite, die jetzt stumpf jeden, der Sorge - oder Kritik am WIE - äußert, in die rechte Ecke stellt.

So bewältigt man keine Probleme.


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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#12 von Max , 27.10.2015 17:05

Was mich vor allem wundert/ nervt, sind die Nazis (nicht nur) in Sachsen.
Dafür muss man sich als Deutscher schämen.
Ich bin dreizehn Jahre in Ostdeutschland beruflich tätig gewesen, die Nazis dort haben mich gewaltig genervt.



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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#13 von phil , 27.10.2015 23:19

Ich glaube auch das man sich evtl. auseinanderlebt wenn man anfängt hier über politische Themen zu diskutieren.
Bislang bin ich aber beruhigt das es noch keinerlei braune Beiträge gab. Bei Facebook z.B. ist das ja mittlerweile Alltag.

Grundsätzlich möchte ich zu dem Thema sagen, das ich dafür bin Menschen in Not zu helfen. Uns geht es gut. Wir können auch ohne Probleme etwas Wohlstand einbüßen um diesen Menschen zu helfen. An deren Dilemma sind "wir" auch nicht ganz unschuldig.
Ich habe mit dem THW auch schon geholfen ein Flüchtlingsheim einzurichten, wo schon Flüchtlinge waren. Dort habe ich bislang nur positive Erfahrungen gemacht. Die Leute da waren dankbar und hilfsbereit mit anzupacken.
Das es auch "kulturelle Probleme" gibt, will ich nicht abstreiten. Ich glaube aber das wir ein funktionierendes Rechtssystem haben, welches mit Verstößen umgehen kann.
Hoffentlich hält sich das Dilemma in der Hinsicht in Grenzen.

Was mich viel mehr beunruhigt wie die direkten von Flüchtlingen verursachten Negativeffekte, ist das wachsen des braunen Haufens.
Ausserdem könnte ich mir vorstellen das nun auch wieder mehr Menschen "pro Krieg" sind, damit man solche Krisengebiete unter Kontrolle bekommt. Ein verkackter Teufelskreis.

Peace!



 
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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#14 von Max , 28.10.2015 00:02

"das Wachsen des braunen Haufens"
Ich glaube, dass diese Leute - hauptsächlich in Ostdeutschland - schon früher Ausländerfeinde waren, nur haben sie sich jetzt organisiert und dadurch wird dies jetzt erst so deutlich.



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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#15 von Mr. Xu , 28.10.2015 01:04

Zitat von phil im Beitrag #13

Was mich viel mehr beunruhigt wie die direkten von Flüchtlingen verursachten Negativeffekte, ist das wachsen des braunen Haufens.
Ausserdem könnte ich mir vorstellen das nun auch wieder mehr Menschen "pro Krieg" sind, damit man solche Krisengebiete unter Kontrolle bekommt. Ein verkackter Teufelskreis.


Das Niveau muss ja nun wirklich nicht sein.

Ich habe nur Angst vor Menschen, die nicht offen auf andere zugehen wollen. Das Denken wird von der Begriffswahl bestimmt, dass ist die geschaffene Vorraussetzung zur Abwertung.
Die Abwertung wird von jenem gemacht der konfliktunfähig ist und leitet die Aggression ein. Linke und rechte Extreme haben den selben kleinen Mandelkern im Vergleich zur liberalen Mitte, hatten halt ne stressige Kindheit.

Die Situation ist doch offensichtlich, eine "Teile und Herrsche" Maßnahme des Imperiums. Wer sich als Deutscher nicht für geostrategische Politik interessiert blickts halt nicht. Klar ist die Krise "gemacht". Deutschland ist eine gefährliche wirtschaftliche "Superpower", die eingebremst werden muss. Leider konnte man sie nicht mit der EU in Ketten legen. Jetzt halt mal statt Bomben junge männliche Flüchtlinge, denen menschenfreundliche amerikanische NGOs die Reise ermöglichten. Nach Finanzkrise kommt die Flüchtlingskrise. Wir brauchen mehr ausländische Kriminalität, wir sind hier zu konfliktfrei. Die passende präsentierte Lösung ist wieder Gesetzesverschärfung, weiterer Demokratieabbau in der EU. Jetzt flutschte schonmal wieder die Vorratsdatenspeicherung durch. Am Ende haben wir hier auch so eine imperiale EU, in welcher Polizisten strafffrei Verdächtige während der Festnahme exekutieren dürfen. In Amerika sterben so jeden Tag 2,5 Menschen. Extern werden die Deutschen gegen die Russen ausgespielt und intern gegen die Flüchtlinge, die imperial eigentlich illegale Einwanderer genannt werden, also wenn sie den amerikanischen Gartenzaun in Mexiko übersteigen.

LG Mr. Xu


 
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