RE: Gefühle

#31 von naklar! , 28.10.2015 16:38

Das stimmt, gut erkannt - ich denke, hier kann man nur emotional argumentieren.

Nochmal. Der Strom wird abreisen, es wird andere Ströme geben. Manche werden wieder nach Hause gehen, manche werden bleiben. Andere werden kommen. Der Ausländeranteil wird steigen, der Wohlstand weniger werden.
Das ist die Zukunft. Wir können nichts stoppen, nur modulieren.

Weißt du, ich habe Kinder. Wenn überhaupt, dann mache ich mir um deren Zukunft Sorgen.
Aber auch sie werden ihren Weg gehen, auch wenn er schwerer sein wird als meiner.

Übrigens bin ich deshalb in diesem Forum - weil ich ihnen möglichst lange aktiv beistehen möchte.


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RE: Gefühle

#32 von Pilki , 28.10.2015 16:40

Die Misere die ich sehe ist genau das was kürzlich vom grünen Bürgermeister von Tübingen zu vernehmen war:
Den Ländern, Städten und Kommunen geht das Geld aus, den freiwilligen Helfern geht die Puste aus, die Flüchtlinge verlieren die Geduld und die Stimmung kippt, weil es nicht geschafft wurde die notwendige Debatte in die politische Mitte zurück zu führen.
Die politische Linke (der ich mich auch verbunden fühle) ist aus Angst in die rechte Ecke gestellt zu werden, oder aus Naivität, nicht fähig Realitäten zu erkennen und benennen. Man darf (für Linke offensichtlich schwierige) Themen wie Kritik am Islam oder die Frage von Abschiebungen nicht Gruppen wie AfD, Pegida und CSU-Stammtischen überlassen. Das muss man diskutieren dürfen (das klingt jetzt hart nach "das wird man doch wohl nochmal sagen dürfen", aber genau darum gehts: Ich habe neulich bspw. einen sehr guten Artikel in der äußerst linken Zeitung "Neues Deutschland" gelesen, wo es darum ging, dass die Antifa jahrelang die Gefahr eines islamischen Faschismus ignoriert hat. Ein islamischer Faschismus der all die Werte bekämpft die von Linken immer verteidigt wurden, sei es die Gleichstellung von Mann und Frau oder die Rechte von Homosexuellen.
Und wenn mir meine Schwester erzählt, dass sie, während sie ehrenamtlich Flüchtlingen Deutschunterricht gegeben hat, von Männern mit mehrfachen nachfragen warum sie denn (noch) nicht verheiratet ist genervt wurde, dann halte ich die Berichte über Flüchtlinge die sich nicht von Frauen bedienen lassen wollen erstmal nicht für so abwegig und frei erfunden. Und so etwas MUSS man kritisieren dürfen. Vielmehr noch: Das MÜSSEN Die Linke, die Grüne, die SPD kritisieren und ansprechen. Aber es geht ja hier nicht um den Islam (meine Freundin ist übrigens gläubig und muslimisch, bevor mir hier irgendetwas unterstellt wird). Es geht um Flüchtlinge. Nur lässt sich das eins zu eins übertragen. Deswegen fand ich folgendes Video auch so 'erfrischend': http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-126293.html

Um so mehr ich über die Sache nachdenke, desto mulmiger wird mir. Ich bin grundsätzlich durchaus optimistisch eingestellt, aber ich denke die von Markus hier sehr präzise aufgeführten Gedankengänge machen alle Sinn.


 
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RE: Gefühle

#33 von naklar! , 28.10.2015 16:49

Kann ich voll unterschreiben, was du sagst, Pilki.



Zitat von naklar! im Beitrag #11
Nunja, was einfach schlimm ist:

Es wird instrumentalisiert. Ein ernstes Thema, bei dem trotzdem einige versuchen, ihr eigenes Süppchen zu kochnen, Vorteile daraus zu ziehen.
Das ist wirklich bitter mit anzusehen. Und da meine ich als ( Achtung Outing ) alter Linker nicht nur diejenigen, die jetzt rechts fischen gehen. Nein, auch die andere Seite, die jetzt stumpf jeden, der Sorge - oder Kritik am WIE - äußert, in die rechte Ecke stellt.

So bewältigt man keine Probleme.




Markus:
Ich schätze dich und deine hilsbereite Art hier im Forum total! Und bin weit davon entfernt, dir irgendeine Gesinnung zu unterstellen!

Ich hoffe, das kam hier nicht so rüber. Mir war lediglich die Argumentationsweise zu emotional aufgeladen und auch, ja... ein wenig zu harsch.


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zuletzt bearbeitet 28.10.2015 | Top

RE: Gefühle

#34 von Bernd , 28.10.2015 17:02

Zitat von naklar! im Beitrag #22
Aber Bernd - wolltest nicht gerade du die Politik raushalten?
Nicht, daß ich mich icht freue, dich doch in diesem Thread willkommen zu heißen - nur jetzt eben so derart emotional aufgeladen?
Das ist es doch, was wir nicht wollten, oder?

Für mich ist das - tut mir leid - Jammern auf hohem Niveau. Und ich mache mir ausdrücklich keine Sorgen. Das wird klappen.

Und daß alles immer schlimmer/schlechter wird - das wußten doch unsere Omas, Opas und deren Eltern schon.
Und alle davor.


Hallo Eric,

ich hoffe, ich muß mich nun nicht entschuldigen, daß ich nicht an mich halten konnte und meine Meinung mal darlegen wollte. Zumal ich niemanden persönlich angegriffen oder zitiert habe.

Wenn Du mich dann jetzt persönlich ansprichst möchte ich Dir auch noch kurz antworten. Anders also Du mache ich mir große Sorgen. Und das hat mit "Jammern" überhaupt nichts zu tun. Auch nicht damit, daß in schweren Zeiten schon Generationen vor uns beim Gedanken an Deutschland in der Nacht, um den Schlaf gebracht waren.

Es geht mir auch gar nicht um das Bestreben von Frau Merkel, aus welchem Grund auch immer, die Welt zu retten und die Probleme ganzer Kontinente in Deutschland lösen zu wollen, auch wenn klar ist, das es kein Recht auf Wirtschaftsasyl gibt, sondern jedes Land der Welt selbst entscheiden kann, wen es ins Land läßt, wieviele, weshalb und wen nicht, und das auch so handhabt, von Australien bis Kanada.

Ich mache mir viel mehr Sorgen um den Zustand und die Entwicklung der Demokratie in diesem Land. Mal davon abgesehen, daß es nun mal auf Dauer nicht reicht das Mantra vor sich herzubeten, uns geht´s doch vergleichsweise gut, und so zu tun, als lebe man auf einer Insel der Glückseligkeit, obwohl nicht nur an den maroden Straßen, den schlecht ausgestatteten Schulen, den fehlenden Kita-Plätzen, dem 2-Klassenmedizinsystem, einer gravierenden Altersarmut oder den in diesem einstmals wirklich reichen Land nun leider schon völlig normalen Armensuppenküchen für jeden ersichtlich erkennbar ist, das Deutschland heruntergewirtschaftet wird und einen gewissen Standard nur noch durch den Export aufrecht halten kann. Und das, obwohl Jahr für Jahr Milliarden in aller Welt herumgeschleudert werden, die dieses Land mittlerweile dringend selbst gebrauchen kann, in dem China als Konkurrent und zweitgrößte Wirtschaftsmacht Jahr für Jahr mit Hunderten Millionen Euro "Entwicklungshilfe" bedacht wurde/wird oder jährlich zehntausende arbeitslose palästinensische Beamter bezahlt werden usw. Deutschland ist schon lange selbst in Europa in punkto Einkommens-und Vermögenssituation pro Kopf deutlich abgehängt und zig Millionen Menschen hängen nur noch am sozialen Tropf, Tendenz auch schon vor der Asylflut deutlich steigend, jetzt dramatisch. All das war noch vor wenigen Jahren völlig undenkbar!

Aber das alles könnte man wirklich schaffen. Dann, wenn man es ändert. Und man kann das ändern. Doch die aktuell im Kartell herrschenden Parteien und Regierung, Politik und der sich wohlig eingerichtete Beamtenmoloch wollen und können das nicht. Zu sehr sind sie verstrickt im eigenen verkrusteten Machtgebahren, daß eine skrupellose Selbstbedienungsmentalität genauso einschließt, wie eine völlige moralische und rechtliche Verantwortungslosigkeit für Milliaren EURO Steuergelderverschwendung-oder Schäden (BER &. Co.), im Lobbyismus für die Großindustrie und in devoter Gehorsamkeit zu den USA.

Das ist die Dramatik dieser Demokratie. Den Parteien laufen die Wähler weg und damit de facto die Legitimation für ihr Handeln. Die Volksvertreter vertreten das Volk nicht mehr, sondern stimmen im Bundestag gegen den Bürgerwillen als kadavergehorsame Parteisoldaten im Fraktionszwang, der eigenes moralisches und demokratisches Handeln ausschließt und machtpolitischen Aspekten der Parteien und deren Führung opfert.

Da ist die Unzufriedenheit und Wut der Bürger mit der allg. Politik nun wahrlich kein Wunder. Und das nicht nur, weil unsere Politiker devot alles abnicken was ihnen aus Brüssel vorgelegt wird, vor dem Islam zu Kreuze kriechen oder von grüngetarnten linksextremen Blockwarten, Agitatoren und ideologischen "Sitten-und Moralwächtern" durchsetzt sind, die politisch gegen andersdenkende Bürger oder parteiliche "Feinde" genauso agieren wie in einer Diktatur üblich, sondern weil praktisch alles was dem deutschen Bürger nützen könnte parteipolitisch heillos zerstritten, zerredet, totdiskutiert und blockiert und auf dem Altar eines imaginären und von den Bürgern nichtlegitimierten Europa und EU-Beamten-und Bürokratiemoloch geopfert. wird. Die 4-Parteienherrschaft der sog. "Etablierten" ist bewegungsunfähig und nur noch mit sich selbst beschäftigt und auf den Machterhalt fixiert, frei nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“.

Wir nähern uns so langsam Verhältnissen wie in der Weimarer Republik. Die völlig realitätsfern abgehobene, dekadente und volksfremde Politikerkaste kann nicht mehr und die Bürger wollen diesen Irrsinn und diese Scheindemokratie nicht mehr und haben jegliches Vertrauen in eine unfähige und dekadente Politikerkaste längst verloren. Mit all den Auswirkungen auf die Gesellschaft, die wir tagtäglich erleben müssen. Das macht mir wirklich Sorgen!

Ich bin persönlich ein sehr aktiver, lebensfroher und freundlicher Mensch. Aber Deinen Optimismus kann ich leider nicht teilen und auch nicht nachvollziehen. Aber das soll ja auch nicht Dein Problem sein.

Ich halte das für eine Art Zweckoptimismus, wie Merkels Spruchblase, "Wir schaffen das". Augen zu und durch. Mal davon abgesehen, daß das die Probleme nicht löst, wird so etwas schnell von der Realität eingeholt. Und es gibt genügend Bürger die sagen "Wir wollen das gar nicht schaffen", denn wir sind nicht gefragt worden.

Gruß Bernd



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zuletzt bearbeitet 28.10.2015 | Top

RE: Gefühle

#35 von naklar! , 28.10.2015 18:57

Hey Bernd, danke für deine ausführliche Antwort.
Ich kann tatsächlich eigentlich all deine Kritik an unserer Gesellschaft, an unserem System und am Lauf der Dinge teilen.
Sie waren und sind kritisierenswert.

Allerdings genauso VOR dem derzeitigen Flüchlingszustrom genauso wie jetzt auch.

Ich bin gar nicht sooo optimistisch - was die allgemeine Zukunft angeht. Nicht umsonst schrieb ich, daß ich hier bin um meinen Kindern möglichst lange aktiv zur Seite stehen zu können. Vielmehr bin ich überzeugt, daß mit Sicherheit alles schwieriger und schlechter werden wird. Von unserer Umwelt haben wir ja noch nichtmal geredet - auch hier wird es übrigens neue Flüchtlingsströme geben, Klimaflüchtlinge. Ich habe also auch meine Ängste.

Ich weigere mich nur sie jetzt und öffentlich in ( damit meine ich nicht dieses Forum, sondern das, was man öffentlich hört und liest ) verkommenster Sprache an schwächeren zu manifestieren.

Ich übe diesen Optimismus übrigens ganz bewußt aus. Weil ich überzeugt davon bin, daß wir die anstehenden Veränderungen nicht aufhalten werden. Darüber kann man sich grämen, oder das Beyte daraus machen.

Ich find's übrigens toll, daß du dich doch noch hast hinreisen lassen.


So. Und jetzt ist Familie - die laß ich mir von den Asylanten nicht kaputtmachen!
Sollen mal schön andere hier weiterdiskutieren :-)

Gruß, Eric


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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#36 von Wirbelwind , 28.10.2015 19:40

Hi Chris,
ich bin definitiv dafür, politische Themen hier aus dem Forum zu entfernen bzw. rauszulassen.
Jeder von uns hat genug mit Internet/Foren/Artikel/emails etc. zu tun. Ich möchte mich nicht noch durch diverse "Polit threads" wühlen. Diese haben ja leider die Eigenart, ein Forum ganz schnell zu "vergiften". Und das Argument "Dann lies es nicht", zieht auch nicht. Man kann diese ja sehr schön in andere threads einfließen lassen.

Also mir würde die Konzentration auf Gesundheit und Biochemie wirklich am Herzen liegen.
Politforen gibt es wie Sand am Meer. Da brauchen wir hier nicht zu konkurrieren.


"Wir glauben Erfahrungen zu machen, dabei machen die Erfahrungen uns."


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RE: Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation

#37 von naklar! , 28.10.2015 21:09

Ich - als Threadsteller - könnte auch damit leben.

Einerseits reicht meine Impulskontrolle ( Noch! ) nicht aus, einmal nicht zu antworten.
Andererseits meine Zeit nicht, es andauernd zu tun.

Ich hoffe trotzdem, daß meine Meinung einigermaßen rübergekommen ist, ich zu keiner weiteren Eskalation beigetragen habe und dabei keinem meiner geliebten Mit-Forensikern zu nahe getreten bin.

Gruß, Eric


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