RE: Das Intelligenz-Paradox

#16 von Chris (edubily) , 04.09.2014 17:56

Zitat
das sehe ich genauso. Das alte Sprichwort "Ein voller Bauch studiert nicht gern" gilt aus meiner Sicht natürlich auch für das Thema Bewegung. Ich denke, neben den positiven hormonellen und anderen körperlichen Abläufen bei einem gewissen Nahrungsstress läuft dazu wohl auch das Uraltprogramm des Menschen ab, denn genauso hat man sich ja schon zu Urzeiten verhalten. Hunger, Nahrungssuche, Essen und Energieaufladen, nebst Erholung und Ausruhen so lange wie möglich und die angelegten Vorräte reichen, Hunger, Nahrungssuche...usw. Die hatten zwar damals Nahrungsstress, aber nicht den permanenten geistigen Stress der heutigen Zeit durch Job, Umfeld, Medien etc., der sich bei vielen Menschen bekanntermaßen ja auch körperlich negativ auswirkt und oftmals durch Überforderung zusätzliche körperliche Aktivität verhindert, was dann häufig durch ein Belohnungs-und Stressabbausystem mittels Nahrung oder Suchtmitteln aller Art ersetzt wird. Ein Teufelskreis sozusagen, der mit eine artgerechten Leben nicht mehr viel zu tun hat.



Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

PS. DIe Idee von Ori Hofmekler ist super - ich habe sämtliche Bücher von ihm gelesen. Aber Ori ist so einer, der ein wenig mit Halbwissen glänzt und zu oft Wörter benutzt, die mich als Wissenschaftler schwitzen lassen ("Man glaubt, Nahrungsmittel XY macht das und das...")


 
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RE: Das Intelligenz-Paradox

#17 von justizia , 05.09.2014 11:05

Hey Chris, könntest du Deine Aussage bzgl Nebennieren näher erläutern?
Was meinst Du mit langfristig burn out bzgl
der Nebennieren? Burn out so man es als Krankheitsbild anerkennen möchte ist doch immer ein Problem der Nebennieren -so meine Info.
LG
Bettina


 
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RE: Das Intelligenz-Paradox

#18 von Chris (edubily) , 05.09.2014 13:01

Hallo Bettina,

Studien und meine eigene Erfahrung haben gezeigt, dass IF, aber auch Kalorienrestriktion (<- weniger) dafür sorgen, dass wir deutlich mehr Adrenalin etc. im Körper haben, weil logischerweise eine Form von Stress für den Körper darstellt.
Man kann sich beispielsweise mit IF auch ins burn out stürzen - deshalb wird in den USA bei adrenal fatique immer empfohlen, niemals zu fasten, egal ob IF oder richtiges Fasten.

Klar: Das ist wie mit Amphetaminen. Du stimulierst dein Gehirn maximal für ein paar Tage, danach stürzt du in ein tiefes Loch, weil du die Systeme überstrapaziert hast. Siehe dazu auch mein Artikel "Gleichgewichtszustand".

Daher: Alles in Maßen, nichts im Extrem.

LG, Chris


 
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RE: Das Intelligenz-Paradox

#19 von phil (edubily) , 05.09.2014 14:25

Ich kenn das gut, wenn man durchs Fasten "unter Strom steht". Finde ich untertags aber eigentlich gut. Dementsprechend gut finde ich dann auch wenn ich abends beim/nach dem Mahl richtig abschalten kann und nur noch ruhe. Zack, Gleichgewicht wieder da. Wenn ich dann abends noch tausend Sachen zu erledigen hätte und nicht zum abschalten kommen würde, könnte ich mir gut vorstellen wie schnell man ins Burn-out rutscht.

Überlegung: Sollte es nicht so sein, dass man durch häufiges essen (je nach dem welche Nahrungsmittel gegessen werden - Salamibrot etc) der Körper mehr gestresst ist als beim fasten? Dann kann er sich mal um die wichtigen Sachen kümmern neben dem verdauen kümmern. Aber ich glaube ich kenn die Antwort schon: Alles in Maßen


 
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RE: Das Intelligenz-Paradox

#20 von Markus , 05.09.2014 14:50

Ja ja, das kennen wir Bayern auch zum Streßabbau, wir trinken unser Bier ebenfalls nur in Maßen, nie aber in Massen. So ein Maßkrug hat ja schließlich schon ordentlich was

Duck und wech........


"Any intelligent fool can make things bigger, more complex, and more violent. It takes a touch of genius- and a lot of courage- to move in the opposite direction" (A Einstein)


 
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RE: Das Intelligenz-Paradox

#21 von justizia , 05.09.2014 18:24

Hallo Chris, ist das auch Deine Meinung dass man bei fatigue nicht fasten sollte? Also auch kein IF?
Danke für Deine Antwort! !!
LG
Bettina


 
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RE: Das Intelligenz-Paradox

#22 von Chris (edubily) , 06.09.2014 09:47

Hallo Bettina,

das muss man definitiv für sich selbst entscheiden, testen! Man sollte die IF-Periode einfach nicht so lange machen. Keine 16 Stunden zum Beispiel.
Deshalb, weil mit steigender Stundenzahl auch die Werte von Stresshormonen progressiv ansteigen.

LG, Chris


 
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RE: Das Intelligenz-Paradox

#23 von FurorGermanicus , 10.09.2014 12:08

Zitat von edubily im Beitrag #4
Hallo,

das Paradox ist ja, dass wir so "schlau" geworden sind (im evolutiven Sinne), dass wir uns selbst eine "ideale Welt" bauen, das heißt: Konstante Nahrungsquellen, Fortbewegungsmittel etc. - das Fernbleiben solcher Stressoren aber ist das Problem: Dadurch verweichlichen wir.
Auf der anderen Seite bauen wir uns eine "fake Welt" auf, die uns mit Stressoren konfrontiert, die es nie gab. Und das sorgt für eine Art Stress, der nicht nur nicht förderlich ist, sondern uns noch weiter in den Sumpf zieht.

Aus dieser Perspektive betrachtet, sind wir nicht intelligent, sondern eher saublöd :-)

Zitat von edubily im Beitrag #16
das sehe ich genauso. Das alte Sprichwort "Ein voller Bauch studiert nicht gern" gilt aus meiner Sicht natürlich auch für das Thema Bewegung. Ich denke, neben den positiven hormonellen und anderen körperlichen Abläufen bei einem gewissen Nahrungsstress läuft dazu wohl auch das Uraltprogramm des Menschen ab, denn genauso hat man sich ja schon zu Urzeiten verhalten. Hunger, Nahrungssuche, Essen und Energieaufladen, nebst Erholung und Ausruhen so lange wie möglich und die angelegten Vorräte reichen, Hunger, Nahrungssuche...usw. Die hatten zwar damals Nahrungsstress, aber nicht den permanenten geistigen Stress der heutigen Zeit durch Job, Umfeld, Medien etc., der sich bei vielen Menschen bekanntermaßen ja auch körperlich negativ auswirkt und oftmals durch Überforderung zusätzliche körperliche Aktivität verhindert, was dann häufig durch ein Belohnungs-und Stressabbausystem mittels Nahrung oder Suchtmitteln aller Art ersetzt wird. Ein Teufelskreis sozusagen, der mit eine artgerechten Leben nicht mehr viel zu tun hat.



Das Problem der modernen Stressfaktoren ist, dass du vor ihnen nicht weglaufen und sie nicht bekämpfen - sondern nur ertragen - kannst. Während man in grauer Vorzeit entweder vor dem Fressfeind weggelaufen oder gegen ihn gekämpft hat (was mit Tod oder Sieg geendet hat) und es irgendwann auch Ruhe- und Erholung gab, stehen die meisten Mennschen heute permanent unter Strom. Wenn der Boss dich anschnauzt oder dir neue Aktenberge auf den Tisch knallt, obwohl du noch nicht mit den alten fertig bist, dann kannst du nicht weglaufen und ihm auch nicht in die Schnauze hauen - das wäre soziologisch fatal und würde dich nicht weiterbringen. Freizeitstress (die Angst, Dinge zu verpassen) ist eine andere Form des Stresses, die mindestens genauso schädlich ist).

Du kennst ja Csikszentmihalyi und Flow; Eustress ist dagegen was ganz anderes und ich empfinde das fordernde Training als einen solchen Moment - was dazu führt, dass ich nach dem Workout viel entspannter und mental klarer bin, als zuvor. ("If things doesn't go right, go lift." )

Zitat
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

PS. DIe Idee von Ori Hofmekler ist super - ich habe sämtliche Bücher von ihm gelesen. Aber Ori ist so einer, der ein wenig mit Halbwissen glänzt und zu oft Wörter benutzt, die mich als Wissenschaftler schwitzen lassen ("Man glaubt, Nahrungsmittel XY macht das und das...")



Puh, das finde ich jetzt nicht so schlimm - und ich mache es oft selbst, da eine absolute Aussage auch bedeuten würde, ich wüsste es genau (die Wissenschaft wüsste es genau) und es gäbe da keinen Widerspruch. Wenn ich schreibe und Studien zum Thema kenne, dann gebe ich wieder, was in den Studien herausgekommen ist - aber das ist ja noch lange kein Indiz, dass dies in jedem Moment und bei jedem Individuum so wirkt. Wie war das noch? Hypothesen können nur falsifiziert, aber nicht validiert werden.


"The reasonable man adapts himself to the world; the unreasonable one persists in trying to adapt the world to himself. Therefore all progress depends on the unreasonable man." - George Bernard Shaw


 
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RE: Das Intelligenz-Paradox

#24 von Chris (edubily) , 10.09.2014 12:59

Zitat
Puh, das finde ich jetzt nicht so schlimm - und ich mache es oft selbst, da eine absolute Aussage auch bedeuten würde, ich wüsste es genau (die Wissenschaft wüsste es genau) und es gäbe da keinen Widerspruch. Wenn ich schreibe und Studien zum Thema kenne, dann gebe ich wieder, was in den Studien herausgekommen ist - aber das ist ja noch lange kein Indiz, dass dies in jedem Moment und bei jedem Individuum so wirkt. Wie war das noch? Hypothesen können nur falsifiziert, aber nicht validiert werden.



Ja das stimmt schon. Die Wissenschaft ist keine Absolutheit bzgl. Wissen. Allerdings schreibt er oft "believe" ohne überhaupt einen wissenschaftlichen Anspruch zu erheben. "Almonds are believed to be a ... food" usw.
Auf der anderen Seite hat er aber mit "Maximum Muscle, Minimum Fat" ein extrem wissenschaftliches Buch geschrieben.


 
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