RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#31 von Vlad , 10.08.2015 14:31

Zitat von riddler im Beitrag #1
Hi ihr Lieben,
Kurz zu mir ich bin 24 Jahre jung und Student, ehemals war ich etwas moppelig jedoch habe ich jetzt bei 1,78m einen relativ angenehmen kfa von etwa 10 Prozent auf rund 75 kg. Ich bewege mich relativ viel circa 10000 Schritte am Tag und gehe 3-4 mal die Woche zum Kraftsport, wo ich nach einem Ganzkörperplan trainiere. Ernährungstechnisch achte ich darauf, dass ich relativ unverarbeitet esse und auf etwa 2400kcal komme, wobei das wohl etwas zu wenig ist ?!?!


Hallo riddler,

vorab: ich kann nur meine persönliche (anekdotische) Beobachtungen wiedergeben.

2.400 kcal für einen jungen Mann mit einem vergleichsweise niedrigem KFA ist zu wenig. Ich hatte vor einigen Wochen folgendes geschrieben:

Zitat
Ich kann mein Gewicht (72,5kg bei 176-177cm) halten in dem ich täglich ca. 2250 kcal zu mir nehme und dabei trainiere ich 3x die Woche (Ganzkörper), erledige Büroarbeit zu etwa 80% im Stehen, versuche so oft es geht leichte Gartenarbeit einzubauen, trinke recht viel Kaffee und Ingwertees, versuche täglich 200g+ Proteine und mehr als 170g KH zu konsumieren und achte mittels FDDB darauf, dass ich bei allen wichtigen Mikros (Eisen, Zink, Vit. A und D, Magnesium) weit über die "notwendigen/empfohlenen" 100% komme.



Ergebnis davon ist, dass mittlerweile mein Gewicht bei 69,8-70,3kg schwankt. Seit knapp 2 Wochen habe ich dann bei FDDB die nächsthöhere Stufe gewählt und es wurde mir als Tagesbedarf ca. 2.570 kcal angezeigt und damit kann ich das Gewicht halten und dabei sollte man auch bedenken, dass ich 42 bin.

Ich an deiner Stelle würde die kcal-Anzahl langsam erhöhen. Zuerst für einige Tage auf 2.500, dann wenn du dich dabei gut fühlst, für einige Tage auf 2.600 und später auf 2.700+.

Was ich an mir auch bemerkt habe, ist dass spätestens alle ca. 10 Tage ein "Fresstag" wahre Wunder wirkt in Bezug auf das "Gesamtwohlbefinden". Ich ernähre mich ca. zu 75% nach etwas was man eine Mischung aus "real Food, clean, Primal & Paleo" deklarieren könnte.

Aber am Samstag habe ich dann mir zu den üblichen Mahlzeiten, nach einem ausgedehnten Familien-Spaziergang, knapp 2 Stücke selbstgemachten Vollwert-Bienenstich, später ein Stück selbstgemachter Vollwert-Quark-Obst-Torte und dann auf dem Dorffest eine doppelte Currywurst genehmigt, zu Hause dann noch Pumpernickel mit Leberwurst (made by Dorfmetzger), Ernussbutter und Äpfel ... an dem Abend fühlte ich mich sehr wohl, auch am nächsten Tag ... und heute gibt mir die Waage einen niedrigeren Gewicht als am Freitag an. :-)

Hast du es schon mal so einen "Fresstag" ausprobiert. Ich denke, dass dies aus Sicht der "artgerechten Ernährung" gut passt. Nach mehreren Tagen wo man etwas weniger zu Essen hatte, hatten die Jäger und auch die Sammler Glück und es wird ausgiebig gefeiert und gegessen.

Grüße

Vlad


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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#32 von Mic , 10.08.2015 20:07

Bei einer Essstörung halte ich "Fresstage" für sehr kontraproduktiv, da die Gefahr besteht wieder in alte Muster zu fallen.

Ich habe jetzt die Beträge hier im Thread nur schnell gelesen, aber nirgends mehr über die Essstörung gelesen: Vor wie vielen Jahren hat die Störung angefangen, in welchem Maße, gab es Therapien, etc.
Diäten und bestimmte Ernährungsformen können hier auch sehr kontraproduktiv sein, nicht umsonst lernen Menschen mit Essstörungen in Therapien, erst mal wieder ganz normal zu essen nach Großmutter's Art und nicht Kalorien zu zählen, da es ansonsten viel zu schnell zu Rückschlägen führt. Normal essen heißt hier zB: normale Portionen wie in der Gesellschaft üblich, keine Angst vor Brot, etc.


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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#33 von justizia , 10.08.2015 20:52

ja ich sehe Fresstage bei Menschen die Probleme mit der Menge der Nahrung oder Art der Nahrungsmittel haben auch problematisch. Meisst gibt es bei Essstörungen bestimmte Nahrungsmittel die dann so eine Fresskaskade in Gang setzen.


Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens - das fängt beim Reden an und hört beim Dekolleté auf.


 
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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#34 von Vlad , 10.08.2015 21:57

Zitat von Mic im Beitrag #32
Bei einer Essstörung halte ich "Fresstage" für sehr kontraproduktiv, da die Gefahr besteht wieder in alte Muster zu fallen.

Ich habe jetzt die Beträge hier im Thread nur schnell gelesen, aber nirgends mehr über die Essstörung gelesen: Vor wie vielen Jahren hat die Störung angefangen, in welchem Maße, gab es Therapien, etc.


Für mich persönlich hört sich der Eingangsposting nicht nach einer Störung sondern lediglich nach jemandem der sehr aktiv ist und dafür einfach zu wenig isst. Das Wort "Essstörung" würde ich nach den Schilderungen aus dem Eingangsposting eher als umgangssprachliche Bezeichnung sehen ... zumindest fand ich beim Überfliegen nichts von einer Diagnose diesbezüglich beim Threadstarter.

Zitat von Mic im Beitrag #32
Diäten und bestimmte Ernährungsformen können hier auch sehr kontraproduktiv sein, nicht umsonst lernen Menschen mit Essstörungen in Therapien, erst mal wieder ganz normal zu essen nach Großmutter's Art und nicht Kalorien zu zählen, da es ansonsten viel zu schnell zu Rückschlägen führt. Normal essen heißt hier zB: normale Portionen wie in der Gesellschaft üblich, keine Angst vor Brot, etc.


- Was heißt normal essen? 3x am Tag und Nachmittags Kaffee & Kuchen? Abends warm, wie in den Arbeiterfamilien oder Mittags warm, wie in den Bauernfamilien? Oder Mittags in der Mensa "Matschepampe" und Abends Fertigpizza mit Bier, wie es heute bei vielen normal ist?
- Von welcher Großmutter reden wir hier? Von der, die alles selber angebaut und geschlachtet hat und frisch gekocht hat. Oder die, deren wichtigstes Werkzeug Maggi war. Der Einzug der Fertiggerichte fing bereits schon in den 50ern ein.
- Wie schauen normale Portionen aus? Groß, klein, mit Nachschlag? Mit Vorspieße und Nachtisch?
- Von welcher Gesellschaft reden wir? Ein Bauarbeiter isst anders als jemand aus einer gut betuchten Familie.
- Ich persönlich finde Brot als überbewertet. Sicherlich, man muss es nicht verteufeln. Es besteht aber genau so kein Grund, dass Brot als quasi-religiöses Objekt zu verehren. Wer es mag und verträgt, der kann es gerne essen. Zu einer ausgewogenen Ernährung ist er nicht notwendig.

Die Konzepte "normal" und nach "Großmutters Art", so sehr ich die Kochkünste meiner Großmutter schätze, helfen einem nicht weiter, da der Thread-Starter weder seine Großmutter ist, noch so (vermutlich) lebt wie Sie und zudem ist er mit seinen 10.000 Schritten am Tag und 3-4x Krafttraining in der Woche ja auch nicht "normal" ... also im Sinne Normal = Durchschnitt.

Jeder muss für sich selber herausfinden, was er mag, was ihm gut tut, wann er wirklich satt wird und ob ihm das ganze zusagt.

Grüße


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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#35 von Mic , 10.08.2015 22:10

Hi Vlad,

Ich schätze Deine Beiträge hier sehr und stimme Deiner Sichtweise völlig zu, auch bezügl. Großmutters Art. Das war auch stark zusammenfassend gemeint, bei einer wirklichen Essstörung sind nämlich die meisten Ernährungstipps kontraproduktiv, daher meine Frage an den Threadersteller nach Details zu dieser Störung (Therapien etc.). Sonst ist das nur vermuten und Glaskugel lesen.
Würde mich aber freuen, wenn hier nur ein irreführender Begriff gewählt wurde, dann sind die Lösungen viel einfacher.



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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#36 von riddler , 10.08.2015 23:06

Danke erstmal für eure Resonanz.Ich weiß nicht ob wirklich ein irreführender Begriff gewählt wurde. Ich bin keineswegs Magersüchtig oder sonst was in der Art, aber ich habe auch einfach das Gefühl von kontrollverlust wenn ich nicht tracke. Esse ich dann mal was, was nicht "clean" ist endet das meist wirklich in Orgien. Diese Ereignisse können wirklich mit bis zu 12000 Kalorien enden. Ich esse auch ehrlich gesagt bin nicht bis ich satt bin sondern bis ich mehr oder minder Bauchweh habe. Anders habe ich das Gefühl von Befriedigung nicht so. Das Ganze begann wohl damit als ich mich von damals moppeligen 90 kg eher crash mäßig auf 70 kg rinterhungerte. Laut meinen Eltern kam es zu der Zeit bevor ich abnahm des Öfteren dazu, dass ich einfach mitten beim Essen aufhörte und sagte:"so ich bin satt". An diese Situation ist heute nicht mal mehr ansatzweise zu denken, der Teller wird geleert und gegessen wird teilweise alles was da ist .Daher tracke ich und reiße mich wirklich sehr am Riemen, sodass solche Cheats maximal 2-3 mal im Monat auftreten.



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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#37 von terrarianer , 10.08.2015 23:10

Wie wäre es mal mit einen Gespräch bei einem Therapeuten? Meine ich jetzt nicht böse, aber vielleicht steckt hinter diesen Fressattaken etwas anderes?
Nur als denkanstoß. ..


 
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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#38 von riddler , 10.08.2015 23:12

Fasse ich auch nicht als böse auf, habe schon des Öfteren darüber nachgedacht, aber konnte mich dann doch nie aufraffen. Vielleicht sollte ich das mal in Angriff nehmen.


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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#39 von terrarianer , 10.08.2015 23:14

Also mir hilft eine Verhaltenstherapeutische Maßnahme momentan sehr.


 
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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#40 von riddler , 10.08.2015 23:22

Kann ich mir vorstellen, bist du dann einfach zum Psychologen ? Klingt zwar iwie krass, aber manchmal wünsche ich mir die Zeit zurück in der ich dick war. Ich war einfach glücklicher und unbekümmerter, wenn Freunde jetzt feiern gehen und trinken bin ich raus, weil ich nicht trinke und essen gehen fällt meistens auch raus da es nicht in mein Konzept passt.


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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#41 von terrarianer , 10.08.2015 23:25

Zum Hausarzt ein Rezept geben lassen und dann einen guten Therapeuten gesucht. Habe einen guten Tipp bekommen und fand ihn auch sehr nett. Muss ja menschlich schon passen. Ist aber eine Verhaltenstherapie, dass geht nicht so in die Tiefe wie bei einem Psychologen.


 
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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#42 von justizia , 11.08.2015 07:07

Hallo riddler,
mir geht's auch manchmal so. Esse ich etwas was nicht clean ist endet das in einer Orgie - aber nicht immer, da spielen - so hab ich es bei mir beobachtet - auch andere Faktoren mit rein wie zb Stress entweder Arbeit oder auch privat. Habe ich Urlaub passieren solche Orgien nicht. Das mit dem essen gehen und trinken geht mir genauso. Ich trinke dann nur Wasser - ist manchmal nervig wenn einen ständig Leute zum trinken animieren wollen, aber komm ich mit klar. Essen gehen ist keine Freizeitbeschäftig -also für mich nicht -für viele Menschen aber schon. Wenn ich absolut nicht drum rumkomme, sehe ich zu daß ich vorher zu Hause vernünftig esse und dann im Restaurant einen salat nehme oder ein Steak, irgend etwas das passt jedenfalls.
Ich hab dir jetzt zwar nicht wirklich helfen können, wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich das was Du beschreibst nur zu gut kenne.
Seit ich aber meine Ernährung umgestellt hab und IF mache passieren solche Orgien nur noch manchmal.
Oft deshalb, weil irgendwas anderes nicht rund läuft.
LG
Bettina


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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#43 von MarcelW , 11.08.2015 11:49

Ich kann mich Mic nur anschließen. Vor einiger Zeit befand ich mich in einer ähnlichen Lage wie riddler zur Zeit.
Hier ist meine Geschichte und was ich getan habe, vielleicht ist das ein oder andere nützlich für dich.

Als Kind war ich schon immer dick 84 Kg auf 178 cm. Mit Anfang 20 hat mich eine schwere Depression heimgesucht und mein Gewicht ging auf über 110 Kg hoch. Nachdem ich die Depression überwunden hatte, war mir klar, dass ich abnehmen musste(hatte üble Rückenschmerzen durch das Gewicht und die Untätigkeit). Also habe ich viel Cardio gemacht und wenig gegessen. Informationen wie man eine Diät "richtig" macht hatte ich nicht. Mein Gewicht ging runter bis auf 64 Kg, das war viel zu wenig also aß ich wieder mehr und das Gewicht pendelte sich bei ca. 68 Kg ein.

Jetzt wird es spannend, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Probleme. Ich war zufrieden mit meinem Gewicht und konnte es ohne Probleme halten. Essen war einfach nur Essen und hat keinen Stress ausgelöst.
Doch dann kam ich in Kontakt mit Krafttraining/Bodybuilding und den dazugehörigen Ernährungsratschlägen. Unter anderem Dinge wie, "Muskeln werden in der Küche gemacht" "Um zu wachsen, muss man essen" usw. .

Darauf hin stieg mein Gewicht immer weiter an, bis zu einem Punkt an dem ich nicht mehr mit mir zufrieden war. Also dachte ich mir, nehme ich einfach wieder etwas ab. ABER im Unterschied zu dem ersten Mal hatte ich große Probleme damit. Obwohl ich jetzt so tolle Information wie zum Beispiel LeanGains CBL usw. hatte konnte ich mein Gewicht nicht Langfristig senken. Am Anfang fiel mein Gewicht für 1 oder 2 Monate, doch danach kam es wieder. So ging es eine Zeit lang weiter, allerdings änderte sich der Zeitrahmen von 1-2 Monaten auf am Ende eine Woche. Das heißt, ich konnte unter der Woche mein Gewicht reduzieren, bekam aber am Wochenende einen Fressflash. Mit dem Ergebnis, dass das Gewicht immer weiter anstieg. Bei knapp unter 80 Kg habe ich die Reißleine gezogen und versucht wieder normal zu essen, ohne Kalorien zählen, Fastentage, extreme Makroverteilungen.

Doch das hat nicht sehr gut geklappt, denn in meinem Kopf waren so viele Glaubenssätze so fest eingebrannt, dass ich immer mit emotionalem Stress reagiert habe, wenn ich einen dieser Glaubenssätze gebrochen habe. Dieser Stress führte dann zum BingEating.
--> habe ich wenig gegessen hatte ich Angst um meine Muskeln und meinem Stoffwechsel
--> habe ich zu viel gegessen hatte ich ein schlechtes Gewissen und habe noch mehr gegessen
--> habe ich etwas "schlechtes" gegessen, bekam ich auch ein schlechtes Gewissen

Aktuell ist mein Gewicht bei ca. 73 Kg (ich wiege mich so gut wie gar nicht mehr) und meine alten Hosen passen immer besser. Auch mache ich mir keinen Stress mehr ums Essen.
Hier sind die Dinge die ich gemacht habe.

Am Anfang habe ich mir eine Pause vom Krafttraining gegönnt, denn das Training war so stark mit der Ernährung verknüpft, dass es den Prozess nur unnötig erschwert hätte. Zudem war ich von Training ausgebrannt, obwohl mein Trainingsplan recht konservativ war. Ich denke das lag daran, dass ich durch das Hungern und Fressen einfach eine sehr schlechte Regeneration hatte.
Die erste Woche war hart aber danach fiel es mir leichter nicht zu trainieren. Dadurch fühlte ich mich viel besser und hatte auch im Alltag wieder viel mehr Energie und auch meine Libido verbesserte sich. Falls du angst vor einer Trainingspause haben solltest kann ich dir diesen Artikel empfehlen.

Ich habe mir erlaubt alles zu essen, dadurch hat das ganze Junkfood seinen Reiz verloren. Durch das Verbot der Lebensmittel wurden sie für mich erst interessant. An einem Abend habe ich ganz langsam und voller Achtsamkeit eine Milka Schokolade gegessen. Nach 4 Streifen hatte ich keine Lust mehr darauf und mir ist danach das erste Mal aufgefallen, wie extrem schwer die Schokolade im Magen liegt. Seitdem habe ich kein Verlangen mehr danach. In der Vergangenheit habe ich mir nie erlaubt die Schokolade zu essen und wenn ich sie dann doch mal gegessen habe, hatte ich ein schlechtes Gewissen und habe das GANZE verdammte Ding gegessen. Und ich rede hier nicht von der 100g Tafel.

Ich höre auf meinen Hunger und Sättigung. Am Anfang dachte ich auch, dass das nicht klappen kann und ich Unmengen essen werde, aber das war eine unberechtigte Angst.

Wenn du glaubst, dass einige deiner Probleme durch emotionalem Stress, der durch das Essen ausgelöst wird, bedingt sind, kann ich dir dieses Buch empfehlen. Es ist zwar für Frauen geschrieben, aber die Strategien und Erklärungen darinnen haben mir sehr geholfen.

Durch den natürlicheren Umgang mit dem Essen habe ich viel weniger Stress in meinem Leben und die Form wird auch immer besser. Auch führt das Sozialleben nicht mehr zu Problemen. Früher habe ich alles an Alkohol und Essen dankend abgelehnt, allerdings habe ich mich dabei nie wohl gefühlt. Auch wenn ich etwas nicht abgelehnt habe, fühlte ich mich nicht gut, denn dann kam wieder das schlecht Gewissen. Jetzt kann ich ja oder nein zu einem Bier oder Kuchen sagen, ohne das ich Probleme bekomme und das ist mit das wichtigste Ergebnis, das ich erzielt habe.

Zusammenfassend kann ich dir nur Raten, hab keine Angst auf deinen Körper zu hören. Achte genau auf das, was in deinem Kopf vorgeht wenn du isst und ganz besonders dann wenn du zu viel isst. Das oben verlinkte Buch hat mir die Augen geöffnet und ich kann es dir nur wärmstens empfehlen.

Ich weiß, dass ich recht wirr schreibe und viele Rechtschreibfehler produziere und bitte diese zu Entschuldigen (bin Legastheniker). Hinweise zur Korrektur nehme ich dankend an. Ich hoffe trotzdem, dass das geschriebene eine Hilfe ist.

Mfg Marcel


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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#44 von Epe , 11.08.2015 11:50

Ich kann diese Situation auch sehr gut bei mir wieder erkennen. '
Ich habe jetzt 4 Jahre mein Tägliches essen getrackt und Low Carb, Ketogen und viele andere Diäten hinter mir. Auch hatte ich sehr lange Zeit jedes Wochenende einen "Fresstag" mit dem ich auch sehr gute erfolge erzielt habe. Ausserdem hatte ich das gleiche Problem, sobald ich was gegessen habe, was nur ein wenig Zucker enthät oder nicht clean war, bin ich völlig ausgerastet und es gab kein halten mehr :-D Ich konnte und ich kann auch heute noch 8.000 - 10.000 kcal essen. Nach den Fresstagen habe ich am nächsten Tag dann umso mehr Cardio gemacht und nur 1000 kcal gegessen und hatte noch eine Woche lang ein schlechtes gewissen.
Mitlerweile bin ich davon weg.
Ich habe langsam angefangen immer weniger meine Kalorien zu tracken, weil mitlerweile kann ich das auch gut überschlagen und einschätzen. Ich habe meine Kohlenhydrate erhöt und immer mehr versucht auf mein Bauchgefühl zu hören. Wenn ich mal mehr Hunger hatte habe ich auch mehr gegessen. Dafür habe ich automatisch an anderen Tagen weniger gegessen. Das alles ging nicht von jetzt auf gleich und hat mich auch ein gutes halbes Jahr gekostet aber jetzt geht es mir deutlich besser und ich tracke mein essen nur noch wenn ich streng diät halte. Ich habe am anfang etwas zu genommen (3kg) weil ich auch chronisch zu wenig gegessen hab und meine Speicher erstmal wieder füllen musste bis ich mich dann irgendwann eingependelt habe und mein Sättigungsgefühl wieder funktionierte.


 
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RE: weg von der Essstörung , aber wie ?

#45 von Kessy , 11.08.2015 17:52

Hi,
wollte nur mal sagen: Spitzenleistung MarcelW und Epe!!!


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