Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#1 von Cluhtu , 20.07.2015 01:15

Hallo Leute,

ich leide schon immer recht stark unter Agoraphobie und Panikattacken, mache mir selbst sehr viel Stress und habe ein geringes Selbstwertgefühl. Mein Problem momentan ist, dass ich einfach nicht weiß, was ich noch machen kann, um endlich ein wenig Besserung zu erfahren.

Ich habe schon eine fünfjährige Phase mit Antidepressiva, eine einjährige Verhaltenstherapie und einen zehnwöchigen Klinikaufenthalt hinter mir, die mir alle leider nur in den Zeiten der Anwendung oder gar nicht geholfen haben.

Meine Frage ist jetzt, ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt, die mir ein wenig Linderung verschaffen? Zum Beispiel Mittel, die teilweise die schlechten Erfahrungen umpolen oder rückgängig machen können oder die mich in diesen Gefahrensituationen so entspannen, dass ich diese als positiv wahrnehmen kann?

Sport und Meditation helfen mir leider auch immer nur temporär.

Von etwaigen Drogen und Antidepressiva habe ich schon zu viel zu mir genommen, deswegen kommen diese für mich nicht mehr in Frage.

Ich hoffe, jemand hat ein paar Ratschläge und Tipps. :)


 
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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#2 von Eko , 20.07.2015 11:41

Ich schätze mal du hast ein SSRI über die Jahre hinweg genommen? Die sind bekannt dafür dass sie sich negativ auf Hormone auswirken. Speziell drücken diese Art Medikamente männliche Sexualhormone wie Testosteron nach unten und Stresshormonewie Cortisol und Prolaktin nach oben.
Ich denke ein Besuch beim Endokrinologen wäre sinnvoll, weil diese Hormone sehr wichtig sind für das Wohlbefinden.

Ansonsten kann ich dir zB noch EMDR ans Herz legen, wenn du einen guten Therapeuten findest der dass kann.

Bei dir könnte ein GABA-Mangel vorliegen. Was dir auf pflanzlicher Basis helfen kann, wäre Magnolia Extract(Honokiol), hat eine beruhigende Wirkug da es Gaba steigert und Noradrenalin senkt.

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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#3 von MariKa , 20.07.2015 15:14

Hei:)
Leider reagieren wir ja alle ziemlich unterschiedlich- aber was bei mir immer hilft: Magnesium. Min. 600 mg und ich bin tiefenentspannt!
Die letzten 2-3 Wochen habe ich mal wieder mit Tryptophan experimentiert. Ich hab zwar keine Angsststörung und auch keine Depression, aber ich habe das Gefühl, dass es sich durchaus positiv auf meine Stimmung/Stress/Schlaf auswirkt und super gut für meinen Darm ist! Das ist ja auch eine Baustelle von Dir, glaube ich!
Wahrscheinlich hast Du das aber auch schon alles selbst probiert..
Liebe Grüße, Tina

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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#4 von Cluhtu , 20.07.2015 16:38

Jop, ich hab auf einige SSRI durchprobiert. Das ist jetzt aber alles schon drei Jahre her. Kann das dann trotzdem noch so lange Auswirkungen auf die Hormone haben?

Das Problem mit vielen Ärzten ist in meinem Fall das Alter. Mit 21 hat man nach deren Meinung keine gesundheitlichen Probleme, geschweige denn Hormonstörungen. Bisher habe ich nämlich keine passenden Ärzte gefunden. :(

Mit EMDR und Gaba werde ich mich mal näher befassen. Ich hoffe, dass mir das weiterhilft. Danke dafür. :)

Die Wirkung von Magnesium merke ich selbst bei extrem hohen Dosen von 2g elementarem Magnesium nicht spürbar. Tryptophan nehme ich zusätzlich noch 6g extra ein, was mir aber auch nicht spürbar hilft. 5-HTP und Methylfolat haben mir bisher auch keine Besserung beschert.

Ich kenne die Ursachen meiner Probleme, reflektiere viele Dinge, die ich falsch mache und komme trotzdem nicht aus diesen negativen Gefühlen und Gedanken raus.

Find ich schon komisch irgendwie.

 
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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#5 von Eko , 20.07.2015 21:26

Ich bin nur Laie, aber hab mich viel in das Thema eingelesen und kann dir sagen, es gibt (nicht wenige) Leute die haben nach SSRI Benutzung jahrelang Anhedonia, Erektionsstörungen und sonstige langwierige Probleme, weil sich Rezeptoren im Hirn verändert haben und dass sich so schnell nicht wieder ändert, daher würde ich das nachgehen lassen.

Unabhängig davon, ein guter Endokrinologe sollte bereit sein ein Hormonprofil von dir zu erstellen, vor allem wenn du ihm sagst was du schon alles erfolglos probiert hast. Wenn die Hormone alle in Ordnung sind, stimmt die Basis. Vorher würde ich nicht groß dutzende NEMs ausprobieren.

Ich denke auch nicht das Tryptophan/5htp dir was bringt, da es ja auch wie deine SSRIs auf Serotonin wirkt.
Was mir noch einfällt, du kannst auch mal L-Tyrosin ausprobieren um deine Dopaminproduktion anzukurbeln. Ansonsten wie gesagt, würde ich mal in Richtung Gaba schauen.

Und immer schön Kopf hoch, es gibt immer Mittel und Wege... selbst wenn man denkt, man hätte alles ausprobiert :)


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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#6 von Chris (edubily) , 20.07.2015 21:43

Ich denke ...

So gut wie die Biochemie doch ist.

Wer konstant dagegen antritt in Form negativer Gefühl/Gedanken, dem werden auch exorbintante Mengen von Substanz XY nicht helfen.

Denn: Serotonin und alle diese Spielereien sind nicht dazu da, um jemanden per se zu "heilen", sondern eine Situation zu schaffen, wo die Person selbst in der Lage ist, eine Aufwärtsspirale zu generieren.

Letztlich zählt die Aufwärtsspirale, völlig egal, wie das passiert.

Auch wenn das eher nicht so gesagt wird: Eigentlich gehe ich davon aus, dass jeder sich entlang eines mentalen Spektrums bewegt. Und jeder in "Bereiche" kommt, die kritisch sind. Auch ich kenne "Angststörungen". Ehrlich gesagt denke ich sogar, dass das in unserer Zeit nahezu jeder kennen lernt, der ein bisschen empfindlich und "menschlich" ist.

Freilich gibt es Individuen, die in solchen Sümpfen eher versacken als andere.

Selbstbewusst/-wertgefühl muss man sich erarbeiten. Das Unterbewusstsein muss gewisse Aspekte als "Wahrheit" anerkennen. Und in diesem Punkt ist jeder mit sich alleine gelassen, denn viele Wege führen zu einem gesunden Selbstbewusstsein.

Ein weiteres Problem ist der Fokus auf das Problem. Solange man sich auf das Problem fokussiert, wird man es nur schwer los. Eigentlich müsstest du dir etwas suchen, das dich gedanklich von den alten Verhaltensweisen trennt, zumindest solange, bis alte neuronale Netzwerke überschrieben wurden und du nachher denkst: Puh, ich weiß heute gar nicht mehr, warum ich damals so war.

Ich weiß jetzt gerade nicht, ob du schon Hormone hast checken lassen.

Testosteron kann, egal ob bei M oder F, sehr helfen. Bei Frauen beruhigen Östrogene.

Insgesamt solltest du deinen Körper biochemisch betrachtet in einen forward-Modus bekommen. Mehr Dopamin, mehr Adrenalin, mehr Action, mehr Power, mehr Macho.

Das ewige Gedankenspiel wird ein riesiges Loch in deinen T-Haushalt reisen und das schadet massiv dem Selbstbewusstsein und umgekehrt.

Hormone checken und danach eine Verhaltenstherapie bzw. eine psychische Betreuung von einer Person, die sich da ein bisschen auskennt.

Das Wichtigste ist jedoch: Gedanklich penetrant darauf beharren, dass du effektiv mit dem Leben zurecht kommst und dir das selbst auch beweisen anhand von Zielen, die du selbst erreichen kannst, ohne dabei das Risiko einzugehen, dass dein "Ego" in einer Weise schaden nimmt. Das könnten Sporteinheiten sein, genauer: Ziele, die du dir steckst und dann erreichst. Sachen, von denen du niemals gedacht hast, dass du sie erreichst und so weiter.

Zitat
Meine Frage ist jetzt, ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt, die mir ein wenig Linderung verschaffen? Zum Beispiel Mittel, die teilweise die schlechten Erfahrungen umpolen oder rückgängig machen können oder die mich in diesen Gefahrensituationen so entspannen, dass ich diese als positiv wahrnehmen kann?



Das Problem damit ist: Sobald du an die Sache denkst und dann wieder mit Adrenalin reagierst, egal ob bewusst oder unbewusst, wird sich das erneut in dein NS graben. Das Gehirn reagiert extrem sensibel auf Situationen, die eine fear response generierten, egal warum, so dass sich daraus ein Selbstverstärkung ergibt.

Was auch sicher nicht schlecht wäre: Eine Hypnose.

Oder: Manchmal kann auch eine Konfrontationstherapie helfen.

Auf jeden Fall sollte aber das hormonelle Milieu stimmen.


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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#7 von justizia , 20.07.2015 22:13

Hey Chris, Super geschrieben !


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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#8 von Cluhtu , 20.07.2015 22:13

Das is ja mal krass. Das wusste ich nicht, dass das so übles Zeug passieren kann. :O

Wie finde ich denn gute Ärzte? Ich steh hier nämlich echt aufm Schlauch, weil ich jetzt sicherlich schon um die 20 Ärzte durch hab und keiner auch nur ansatzweise bereit ist, mal irgendwas Sinnvolles für mich zu unternehmen bzw. Werte zu messen.

Tryptophan und 5-HTP scheint mein Darm aber sehr zu mögen. Also helfen tun sie mir auf jeden Fall.
L-Tyrosin hab ich mir am Wochenende mal um die 5 Gramm einverleibt. Das war antriebsmäßig irgendwie aber nur solala. Da werde ich aber auf jeden Fall mal dran bleiben.
Wenn ich Glutamin und resistente Stärke nehme, sollte dann GABA doch eigentlich von alleine genügend vorhanden sein, dank der netten Bewohner im Darm. Oder ist das nochmal ein Unterschied, wenn ich das direkt einnehme?

Chris, ich verstehe total, was du meinst.
Aber so richtig durchblicken tu ich da nicht wirklich, wie ich mir dauerhaft ein "aggressives" Gefühl schaffen kann. In diesem gedanklich negativem Sumpf versacke ich nämlich dauernd. Manche Tage sind extrem negativ und andere wiederum extrem positiv.

Um mein neuronales Netz umzubauen muss ich also am besten jeden Tag Dinge machen, die mich irgendwie herausfordern? Also Kopf aus und machen..
Sprints, Krafttraining, in Fluss hüpfen, kalt duschen, L-Tyrosin, Phenylalanin sollten dann ja schon mal ein guter Anfang sein oder? Was gibts noch?

Wie kann ich das mit meiner Nebennierenschwäche vereinbaren? Erstmal drauf scheißen und einfach solange pushen, bis die Ängste größtenteils weg sind und dann die NNS behandeln? Andersrum werde ich das in meinem jetztigen Zustand vermutlich nicht hinkriegen, weil ich die Nebennieren eigentlich 24/7 stresse und die dadurch vermutlich in 10 Jahren noch durch sind.

Danke für die Hilfe! :)


 
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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#9 von Chris (edubily) , 20.07.2015 22:30

Das mit L-Tyrosin und so weiter funktioniert vielleicht akut ab und zu.

Aber es geht um langfristige Erhöhung von bestimmten Werten, die wiederum dazu führen, dass du langfristig und stabil eine gute neuro-chemische Basis hast.

Hier mal eben so ein paar Sachen einzuwerfen und dann ... zu fliegen. Da greifste wohl besser zu Amphetaminen etc. ;-) (Achtung: Das war keine Empfehlung!).

Es geht auch nicht um ein "aggressives" Gefühl. Eher darum, selbst zu wissen, dass du eine effektive Persönlichkeit bist, die mit den Anforderungen des Lebens zurecht kommt. Also jemand, der adäquat und gut mit dem Leben umgehen kann.

-> Mach was aus dir (dein Inneres kennt deine Schwächen und Wege, dein persönliches Optimum zu erreichen)
-> Such dir Kontakte zu Frauen und date dich mit ihnen
-> Komm raus aus deiner Höhle, suche dir Kumpels mit denen du abhängen kannst. Ihr sollt euch zusammen total geil finden. Jeder männliche Freundeskreis sollte glauben, er ist der coolste/schönste/beste/o. ä. - das Abhängen an sich wird den Stress drücken
-> Geh deinen persönlichen Interessen nach und werde Experte in einem Gebiet - bestätige dir das dann durch Noten, Anerkennung durch andere Menschen, andere Leistungen die wertgeschätzt werden usw.
-> Besiege deine Schwächen, dort, wo du sie ohne großen Verlust besiegen kannst ... Strampel dich kaputt an einem Berg und fühl dich danach total geil!

Und echt:Be a fucking man.

Wie alt bist du nochmal? 21?

Dann sieh ein, dass du noch die Windeln voll hast und noch Jahre Zeit, um dein Leben total gut zu leben.

Aber lerne so langsam auch, dass du ein Mann bist. Es ist okay, sich manchmal wie der letzte Angsthase zu fühlen. Dann geh raus, gucke dir die ganzen Menschen an und du wirst feststellen, dass es auf dem Planeten unzählige Menschen gibt, die mit all den Situationen auf der Welt auch nicht besser klar kommen als du.

Auch wenn das total komisch klingt: Aber manchmal sollte man die Eier in der Hose haben, sich über die negative Gedankenwelt zu stellen.

Das wirst du aber nicht schaffen, wenn du aus lauter Langeweile konstant deine Probleme durchdenkst.

Wer hat dir denn ne NNS diagnostizeirt? Hast du die Hormonwerte gesehen?

Solange sie dir noch Stress produzieren ... sind sie noch nicht sooo müde ;-)

Und keine Angst: Die geben auch bei Dauerstress nicht so schnell den Geist auf. Spreche da aus Erfahrung.

Wenn du an deiner Psyche arbeiten willst, dann melde dich bei Michael Schürks oder frage mal Werner Krag nach. Beide super Typen mit viel Erfahrung und viel know how.


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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#10 von Cluhtu , 20.07.2015 22:59

Warum funktioniert das mit Tyrosin nur ab und zu? Kann man da nicht dauerhaft einen höheren Dopaminspiegel erzeugen?

Amphetamine und sonstiges Zeug kommt für mich sowieso nicht in Frage. Ist meiner Meinung nach nur ein Flüchten vor der Realität. Alk, Nikotin, Gras, alles dasselbe. Da hab ich bei intensiver Meditation durchaus ähnliche Effekte.

Okay, das Gefühl, dass ich mit den Anforderungen des Lebens zurecht komme, habe ich absolut nicht. Ich fühl mich eher wie eine Maus, die dauernd ihr Loch sucht. Die Windeln hab ich auch voll. Klingt zwar hart, aber triffts echt gut. :D

Die Stichpunkte werde ich auch in Angriff nehmen.

Langeweile ist ein gutes Stichwort. Hab ich zwar nicht wirklich, aber ich beschäftige mich nur mit meinen Problemen. Schon klar, dass da nichts "Gesundes" bei rauskommen kann.

Zu den Nebennieren:
Ich hab das Buch vom Datis Kharrazian und hab jedes der Symptome, die dort beschrieben sind. Aber es ist gut zu wissen, dass die nicht so schnell aufgeben. :)
Cortisol Blutwert war um 17 Uhr abends in einer recht entspannten Situation bei 9,6 µg/dl.
Referenzwert morgens: 5 - 25
Referenzwert nachts: < 10

Also pushen kannst du gut, Chris. :)

 
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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#11 von Chris (edubily) , 20.07.2015 23:10

Zitat
Also pushen kannst du gut, Chris. :)



Ja gut. Ich glaube ... irgendwann habe ich mal einen falsch formulierten Satz an Gott geschickt und der hat dann gemeint, er muss mich durch alle Kakao-Sorten der Welt ziehen. Daher habe ich auch schon echt viel mitgemacht und weiß mittlerweile auch, was mir am meisten geholfen hat und wie ich solche Dinge dann gemeistert habe.

Nicht durch Psychologinnen, deren wichtigste Aufgabe im Leben war, sich die Lippen rot anzumalen, zu gucken, dass das Röckchen sitzt und die Fingernägel gut aussehen.

Oder durch Ärzte, bei denen ich erst einen Vertrag unterschreiben muss, dass ich meine Klappe halte, bevor sie mich behandeln wollen.

Zitat
Okay, das Gefühl, dass ich mit den Anforderungen des Lebens zurecht komme, habe ich absolut nicht. Ich fühl mich eher wie eine Maus, die dauernd ihr Loch sucht. Die Windeln hab ich auch voll. Klingt zwar hart, aber triffts echt gut. :D



Kannst du das mal genauer definieren? Genaue Situationen, Reaktionen und so weiter.

Wie stabil ist dein soziales Umfeld? Hast du ne Freundin? Wenn nein: Wieso gehst du nicht deiner (männlichen) Bestimmung nach ... übergehen in den Kampf-Modus. Dich mal schön herrichten und dann als Zielobjekt eine Frau definieren. Ich weiß, sowas darf man ja nie aussprechen. Aber Kerl: Du bist Anfang 20. Frauen können einen auch den ganzen Tag beschäftigen. Egal ob das über Facebook oder im realen Leben ist. Und dann macht man sich über das ein oder andere Wehwehchen vielleicht auch nicht mehr so viele Gedanken.

Dein Lebensinhalt sollte nicht sein, dich den ganzen Tag mit drei falsch formulierten Sätzen herumzuschlagen, sondern vorwärts zu laufen und Spaß am Leben zu haben. Spaß beim Achieving.

Also ... du gehst jetzt von einem Coritsol-Wert aus? Von einer Messung? Von einem Wert?

Zitat
Warum funktioniert das mit Tyrosin nur ab und zu? Kann man da nicht dauerhaft einen höheren Dopaminspiegel erzeugen?



Doch. Man muss regelmäßig nehmen und nicht nur einmal ...


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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#12 von Cluhtu , 21.07.2015 00:41

Schön ausgedrückt! :)

Auf Psychologen und Ärzte bin ich echt nicht mehr gut zu sprechen. Dieses jahrelange Wiederhochholen meiner Vergangenheit mit den Psychologen und die tollen Medikamente wie Ritalin, Antidepressiva und Opioide, die mir die Ärzte verschrieben haben. Das hat alles nur noch schlimmer gemacht.

Situationen und Symptome:

1. Morgens unter der Woche, direkt nach dem Aufwachen, bekomme ich immer Herzklopfen und fange zu Schwitzen an.

2. Vor Prüfungen und Präsentationen habe ich dasselbe wie morgens nur stärker ausgeprägt und einhergehend mit Durchfall und Ohnmächtigkeitsgefühlen.

3. In der Stadt, in Menschenmengen und öffentlichen Verkehrsmitteln treten die Symptome aus 1 und/oder 2 auf.

Dazu kommen noch viele Situationen in denen ich nie weiß, wie ich reagieren soll.

Am meisten zu schaffen macht mir aber diese dauerhafte innere Anspannung.

Freundin, soziales Umfeld und Familie.. Is alles ziemlich flaute.. Von nicht Wollen kann aber keine Rede sein. Hier muss ich also unbedingt ansetzen.

Okay, dann hab ich nur den Satz von dir im Bezug aufs Tyrosin falsch verstanden. :)


 
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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#13 von Marie , 21.07.2015 06:36

Moin zusammen!

Hier gehts ja ordentlich zur Sache

Ja, ich muss Chris da auch recht geben, die einzige Möglichkeit, aus einer ungeliebten Position herauszukommen, ist, sich zu bewegen.
Wurde ja in klaren Worten formuliert.

Allerdings sei mir ein kleiner Einwurf erlaubt:
Es ist verdammt schwierig, durchzuhalten, wenn was in der Körperchemie nicht stimmt.

Die Kopfentscheidung/Erkenntnis ist das eine, das Handeln das nächste.
Aber durchhalten und eine andere Denke verinnerlichen?
Das klappt aus meiner Erfahrung (sowohl eigene, als auch berufliche) nur, wenn Hormone, Neurotransmitter und die Vitalstoffe gut funktionieren.

Da hast Du als junger Mensch gute Chancen, das wieder hinzukriegen, wenn man den Ursprung findet.

Deshalb finde ich schon, parallel genau hinzuschauen und zu suchen, wo es klemmt.
Sowohl psychisch als auch körperlich.

Gegen sich anzukämpfen macht aus meiner Sicht keinen Sinn.
Lieber schauen, wer bin ich, wie ticke ich und was brauche ich.
Dann genau dort ansetzen.

Wer z.B. hochsensibel ist (gibts auch bei Männern) sollte anders agieren wie ein Kämpfer....
Dies Menschen (ver)brauchen auch mehr Serotonin, also da für Nachschub sorgen!
Dann bekommt die wahrgenommene Wirklichkeit auch wieder den Stellenwert, der ihr zusteht.
Dir scheint ja Tryptophan und 5-HTP gut getan zu haben, warum nicht weiter nehmen?
Und natürlich die passenden Vitamine/Mineralstoffe dazu, sowie Lebensstil optimieren.

Habe auch beim Querlesen gesehen, dass Du mit der Schilddrüse Probleme hast.
Ist die denn gut eingestellt???
Da habe ich bei Deinem Befinden meine Zweifel.

Glaube mir, die Diagnose , Therapie und Zusammenhänge werden von den wenigsten Ärzten erkannt, geschweige denn sinnvoll unterstützt!
Da kann ich ein Lied von singen, hätte mich fast mein "Leben" gekostet.


Das eine tun und das andere nicht lassen!
Mit Meditation tust Du schon etwas Wichtiges für Dich und Deinen Geist!
Inwieweit das ausreicht, musst Du selber herausfinden.


Es ist ein Trauerspiel, wie Ärzte & Konsorten mit den Patienten umgehen, bzw. sie nicht für Ernst nehmen.
Aber sich darüber aufregen bringt auch nichts, zu resignieren erst recht nicht.
Ein paar gute gibt es und für manche Maßnahmen braucht man sie halt dann doch.

Ich denke, Du wirst Deinen Weg finden und ich wünsche Dir alles Gute dafür!

LG Marie


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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#14 von justizia , 21.07.2015 06:58

Man kann nicht immer alles an der Schilddrüse festmachen.


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RE: Angststörungen, Panikattacken und chronischer Stress

#15 von Marie , 21.07.2015 07:03

Zitat
Man kann nicht immer alles an der Schilddrüse festmachen.



Natürlich nicht!
Wollte ich damit auch nicht sagen.

Aber ohne SD ist eben auch Ebbe und ne Menge Probleme!

Es kann ja auch sein, dass die SD "nur" reagiert, selber eigentlich in Ordnung ist.

Das gilt es abzuklären!
Und das ist die Kunst, die ein Arzt eigentlich drauf haben muss.

LGM

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