Leichter Dachschaden / psychosomatische Problematik

#1 von phil , 15.06.2015 13:40

Hey Leute,

auch wenn das relativ speziell und wohl nicht gerade 100% hier hin passt, bin ich trotzdem guter Dinge das hier evtl. Lösungsvorschläge für meine aktuelle Problematik gefunden werden können. Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen in dem Bereich.

Ungefähr vor 2 Wochen habe ich so eine Art Herzryhthmusstörung empfunden.

Ganz kurz zur Vorgeschichte: Ich hatte letztes Jahr im Juli, auf Grund von einem angeborenen Herzklappenfehler, eine Herz-OP in Form von einer Herzklappenrekonstruktion. Seit dem ist meine Pumpe lt. Kardiologe wieder "uneingeschränkt einsatzfähig".

Dieses Empfinden hatte ich schon einmal kurz nachdem ich dieses Jahr meine "Herz-Medikamente" (ACE-Hemmer, Beta-Blocker) absetzen durfte. Zunächst dachte ich das wird wohl relativ schnell wieder weggehen. Da es aber nicht wirklich besser wurde und mich das ganze ziemlich verrückt gemacht hat, bin ich dann letzte Woche zum Kardiologen und habe noch mal ein EKG und eine Ultraschalluntersuchung machen lassen. Der Kardiologe konnte mir dann versichern das soweit alles in Ordnung ist und nichts fehlerhaftes erkennbar wäre. Anfang Juli kann ich noch ein Langzeit-EKG machen, nur um ganz sicher zu gehen. Da er auch von meiner leicht depressiven Phase anfang des Jahres wusste, hat er angemerkt das ich mir diesbezüglich weiter "Hilfe holen solle".
Seit dem ich relativ sicher bin, dass es kein Problem am Herzen gibt, kann ich die Symptomatik relativ gut unterdrücken/kontrollieren in dem ich mir bewusst mache, das es nur eine Kopfsache ist. Ganz weg ist es aber noch nicht. In Stresssituationen tritt es aktuell wieder etwas verstärkt auf und ist dann nicht mehr so gut "wegdenkbar".
Ich bin mir nun also relativ sicher das es ein psychosomatisches Problem ist.

Mir stellt sich nun die Frage wie es weiter gehen soll. Meine Symptome sind denke ich noch relativ schwach ausgeprägt. Wie ich gelesen habe, kann sich sowas aber auch böse entwickeln, deshalb will ich hier unbedingt agieren, bevor es möglicherweise schlimmer wird.
Wenn ich meinen Hausarzt oder Kardiologen bzgl. der Problematik anspreche, bin ich relativ sicher das ich zum Psychiater überwiesen werde. Da bekomme ich dann höchst wahrscheinlich irgendwelche Psychopharmaka verschrieben, auf welche ich gerne verzichten würde. Ich habe mir zusätzlich einen Termin bei einem Heilpraktiker geholt. Evtl. hat der ja noch alternative Behandlungsmethoden parat. Eine Gesprächstherapie würde möglicherweise auch helfen, aber bis man nen Termin beim Seelenklempner bekommt, vergeht gerne mal ein halbes Jahr. So lange wollte ich mit der Problematik ungerne rumtingeln. Meine depressive Phase konnte ich mit Vitamin D ganz gut bewältigen. Evtl. lass ich auch noch mal gezielt einige Blutwerte überprüfen. Vitamin D und Selen hatte ich ja aufgefüllt, das wird nochmal überprüft. Evlt. auch noch mal TSH und fT3. Jemand Ideen was man noch im Blut untersuchen könnte, gerade im Hinblick auf die Symptomatik?

Wenn ich mir selber Gedanken dazu mache welche Schrauben möglicherweise locker sind, kommen für mich eigentlich nur gewisse Zukunftsängste in Frage. Ich habe mein BWL-Studium quasi so gut wie abgeschlossen, aber die ausgesuchten Schwerpunkte haben sich in der Praxisphase als irgendwie doch nicht so toll erwiesen. Ich bin in meiner Ausbildung schon 3 Jahre durch die Hölle gegangen und hatte einen Choleriker als Chef der mich jeden Tag zusammengefaltet hat, deshalb hat die Berufswahl schon einen relativ hohen Stellenwert für mich eingenommen und die bisherige Idee im Bereich Controlling irgendwo einzusteigen, ist mittlerweile schon wieder ziemlich uninteressant geworden. Da werd ich mir wohl noch mal intensiv Gedanken machen müssen wie es beruflich weiter gehen könnte.

Habt ihr noch Ideen?


 
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RE: Leichter Dachschaden / psychosomatische Problematik

#2 von Fred , 15.06.2015 15:04

Vor Psychopharmaka muß ich unbedingt warnen. Die Beipackzettel warnen in vielen Fällen vor Herzrythmusstörungen als Nebenwirkung!!

Da ich selbst Herzrythmusstörungen, trotz (lt. Kardiologe) eines gesunden Herzens habe, interessiert mich dieses Thema sehr. Z. Z. nehme ich eine geringe Dosis Beta-Blocker.


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RE: Leichter Dachschaden / psychosomatische Problematik

#3 von bodhisattva , 16.06.2015 16:34

Psychopharmaka sind bei psychosomatischen Beschwerden auf jeden Fall eher kontraproduktiv und kontraindiziert.
Falls es sich tatsächlich um ein rein psychosomatisches Problem handelt, würde ich eine Psychotherapie empfehlen, Schwerpunkt Verhaltenstherapie.
Allerdings hast du das größte Problem dabei schon erwähnt - leider muss man mit zum Teil erheblichen Wartezeiten rechnen.

Da die Symptome vor allem in Stresssituationen auftauchen würde ich erstmal zu stressreduzierenden Maßnahmen raten:
Stress vermeiden! (Ich weiß, ist leichter gesagt als getan) Ausreichend (8-9h) und qualitativ hochwertigen Schlaf, Sport/Yoga/Meditation (individuelle, musst du schauen was dir dabei hilft), nicht länger als 14 Stunden fasten, mit positiven Leuten umgeben, ggf. Extra-Portion Magnesium vor dem Schlafen gehen, Workouts auf 45-60min limitieren.



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RE: Leichter Dachschaden / psychosomatische Problematik

#4 von Doris C. , 23.06.2015 11:39

Hi, für die Psyche kann ich guten Gewissens den Neurostress-Test empfehlen. Du kannst dich unter "Neurolab" darüber informieren. Kostet ne Mark, aber bringt zu Tage, bei welchen Neurotransmittern evtl. ein Mangel besteht. Dann wird mit Aminosäuren oder auch anderen Vorstufen "natürlich" behandelt. Ein Antidepressiva würde auch dort ansetzen, nur eben chemisch und mit Nebenwirkungen, die bei den Aminosäuren ausbleiben.

Gruß, Doris


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RE: Leichter Dachschaden / psychosomatische Problematik

#5 von MariKa , 24.06.2015 19:48

Hei Phil,

Wie siehts denn mit Deinem Magnesium aus? Ab einer gewissen Dosis wirkt das bei mir Wunder und es wirkt muskelrelaxierend -was man, wenns im Studienalltag mal stressig wird, wirklich gut gebrauchen kann!
Und wie geht's deinem Darm?
Der Test klingt interessant, hast Du persönliche Erfahrungen damit?

Viele Grüße, Tina


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RE: Leichter Dachschaden / psychosomatische Problematik

#6 von Michael , 25.06.2015 15:13

Hallo Doris C,
das sind die Möglichkeiten bei Neurolab:
NEUROSTRESS Profil 263,46 €
Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin, Serotonin, Glutamat, GABA, Cortisolprofil (8/12/20 Uhr), DHEA (8/20 Uhr)

NEUROSTRESS basis 176,02 €
Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin, Serotonin, Cortisolprofil (8/12/20 Uhr), DHEA (8/20 Uhr)
Zzgl. 6,25 € Auslagen (Porto, Befundung, Material).
Mich würden deine Erfahrungen interessieren
LG
Michael


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RE: Leichter Dachschaden / psychosomatische Problematik

#7 von phil , 25.06.2015 15:21

Hey,

momentan lese ich "Was die Seele essen will" von Julia Ross. Dort gibt es auch einen Neurotransmitter-Test mit anschliessender Empfehlung für entsprechende Kapitel wo dann Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten sowie Geschichten von erfolgreichen Behandlungen aufgeführt werden. Es wird im Prinzip auch weitestgehend von Antidepressiva abgeraten und diverse Aminosäuren und andere Mittel, welche allesamt relativ Nebenwirkungsarm sind, empfohlen.
Ich hab in den einzelnen Tests relativ viele Punkte gesammelt und bin mir noch nicht 100% sicher ob ich da evtl. übertrieben bewertet habe. Allerdings decken sich viele Aspekte der einzelnen Kapitel mit meinen Empfindungen und Erfahrungen und deshalb werde ich einfach alles ausprobieren. Großartig schaden kann es denke ich nicht. Nächste Woche sollten die Mittelchen eintreffen und ich bin relativ gespannt wie gut das Ganze funktioniert. Zuerst will ich 5-HTP, Gaba und DLPA ausprobieren. (Taurin, Glycin und L-Tyrosin nehme ich auch schon täglich)

Im Darm ist, soweit ich das beurteilen kann, noch kein Alarm.
Täglich eine Sitzung, Konsistenz könnte besser sein, ist aber noch im Rahmen.
Für den Darm gibt es ab und zu schon Flohsamenschalen und die hier beliebte resistente Stärke wollte ich auch mal vermehrt zum Einsatz bringen. Da will ich mich auf jeden Fall auch noch besser einlesen und herumexperimentieren.

Magnesium ist im Moment leider Mangelwahre. Ich habe aber das gute Tri-Mag aus dem Edubily Shop bestellt, welches auch hoffentlich diese Woche noch ankommt.

Mit dem Sport bin ich momentan irgendwie noch eher vorsichtig. Zu der Zeit wo ich das "unangenehme Herzpochen" noch nicht wirklich unter Kontrolle hatte, haben körperliche Anstrengungen das ganze verstärkt. Allerdings war ich schon wieder ein paar mal auf dem Crosstrainer und habe leichte 30 Minuten Einheiten gemacht. Das ging eigentlich relativ problemlos. Von zu intensivem Training wird in "Was die Seele essen will" allerdings auch abgeraten. Eigentlich trainiere ich gerne intensiv aber momentan bin ich ja eh etwas verängstigt wegen dem Gesundheitszustand, deswegen werde ich hier wohl erstmal eine Weile locker und flockig trainieren. Wenn ich mich dann wieder besser fühle, kann ich auch mal wieder mehr aufs Gaspedal latschen.

Entspannungstechnisch werd ich auch wohl mal wieder das ein oder andere ausprobieren. Evtl. mach ich da auch wieder irgend einen Kurs mit. Mit autogenem Training hab ich früher schon gute Erfahrungen gemacht. Mal sehen.

Ernährungstechnisch werd ich wohl die Fastenfenster wieder kürzer gestalten und versuchen mich hauptsächlich isokalorisch zu ernähren.

Ich seh gerade die Preise von Neurolab. Das ist ja nicht gerade günstig. Ich hoffe das ich mir das ersparen kann in dem ich die Aminos einfach etwas ausprobiere und beobachte wie sich alles entwickelt. Man soll relativ schnell eine Verbesserung spüren können.
Evtl. wollte ich meine Nebennieren testen lassen. Im Buch wird da ein Speicheltest empfohlen und ich war der Hoffnung, dass das evtl. die Krankenkasse übernimmt. Muss mich da nochmal genauer mit beschäftigen und mal den Hausarzt fragen.

Danke für eure Tipps !



 
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RE: Leichter Dachschaden / psychosomatische Problematik

#8 von Doris C. , 26.06.2015 13:34

Erfahrungsgemäß wird dein Hausarzt dir was husten. Wenn nicht, wechsle ihn niemals mehr! Mit ganz viel Glück kannst du den Speicheltest für die Nebenniere über einen Endokrinologen machen lassen. Sind aber auch nicht viele offen dafür. Das Problem ist, dass die Nebennierenschwäche offiziell nicht anerkannt ist. Erst der Morbus Addison zählt. Viele Schulmediziner kennen die "adrenal fatigue" nicht mal. Dennoch ist es lohnenswert, diesen Test zu machen, wenn auch aus eigener Tasche.

Meine eigenen Erfahrungen mit dem Neurostressprofil sind Mängel bei Dopamin und Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin an der unteren Normgrenze. Ich habe nun ein Produkt mit Mucuna und etwas 5htp bekommen. Ich nehme es erst einen Monat, kann noch nicht viel berichten, werde es aber nach ca. 3 Monaten tun :)


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